Rund 200 Kinder entführten das Publikum auf eine musikalische Reise rund um die Welt. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern hatten sie im Laufe des letzten Jahres ein eigenes Musical entwickelt. Im Stück komponiert eine Musikerin auf dem Balmfluhköpfli einen Song für die Schulkinder aus Riedholz – doch ein heftiger Sturm entreisst ihr die Musiknoten, weht sie weg und verteilt sie auf der ganzen Welt.

In verschiedensten Ländern der Erde müssen die einzelnen Notenblätter nun gefunden und mit vereinten Kräften nach Riedholz zurückgebracht werden – eine Aufgabe, welche die Schulkinder im Verlauf ihres eigenen Musicals zu lösen haben.

Eindrücke vom Musical «Vom Winde verweht»

Die Nachricht vom Sturm in Riedholz ist auf der ganzen Welt im Radio zu hören – als Audioeinspielung, die von Wetterfee Sandra Boner extra für das Musicalprojekt aufgenommen wurde. So machen sich die Kinder auf die Suche. Einige haben bei den Pyramiden in Ägypten mit einer Fata Morgana zu kämpfen, andere bringen als Touristen die meditative Atmosphäre in einem indischen Tempel durcheinander und sogar ein ausgelassenes AC/DC-Konzert in Australien mit wild tanzender Meute ist Schauplatz.

Auch unter Wasser suchen sie, beim Baden am Korallenriff, unterstützt von Fischen und Delfinen, und sogar im hohen Norden beim Weihnachtsmann, oder auf dem Mars möchte man die Noten finden.

Wo soll es hingehen?

Mit viel Witz und Charme zogen die Kinder ihr grosses Publikum in den Bann und hatten sichtlich Freude daran. Zudem bestechen die farbenfrohen und kreativen Kulissen – eine im Mondlicht vorbeiziehende Karawane etwa oder die schillernde Unterwasserwelt des Korallenriffs. «Jede Klasse konnte selber entscheiden, wo sie ihre Riedhölzer-Noten finden möchte und wie sie dies in eine Geschichte packen will», erklärt Lehrerin Jasmin Kuhn.

Das Musical ist damit ein Gemeinschaftswerk, das alle zusammen entwickelt und geschrieben haben. Unterstützt wurden die Kinder und ihre Lehrpersonen von Theaterpädagogin Murielle Jenni, die das Projekt seit seiner Entstehung im letzten Sommer intensiv betreut.
Doch was wäre ein Musical ohne Musik? Musiklehrerin und Musikerin Renata Würsten hat eigens für dieses Projekt ein Orchester aus Schülerinnen und Schülern der ersten bis zur sechsten Klasse und einigen Erwachsenen zusammengestellt. Die musikalische Untermalung mit eingängigen Melodien machte das Stück zu etwas ganz Besonderem.

Zurück zum Wallierhof

Die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur für Unterhaltung gesorgt und schauspielerische Talente bewiesen, sie haben es auch geschafft, die verschiedenen Notenblätter auf der ganzen Welt zusammenzutragen. Die Kindergartenkinder, welche die Übergänge zwischen den einzelnen Geschichten und Ländern gestalteten, haben die Noten dann jeweils wieder zurück in ihre Heimat gebracht. Sei es nun mit der Eisenbahn, die von Indien in die Schweiz fährt, als Entenkolonie am Korallenriff oder als Astronauten, die vom Mars zurückkommen und mitten unter den Kühen des Wallierhofs landen.

So kehrten die Klänge aus Riedholz schliesslich als «Riedhöuzer-Song» – angelehnt an den Ohrwurm Ob-La-Di, Ob-La-Da von den Beatles – wieder zurück ins Dorf und wurden dort als imposantes Schlusslied von den 200 Kindern im Chor gesungen.

Dabei wurde deutlich, dass die Freude am Schauspielern, Musizieren und Auftreten so manch einen gepackt haben dürfte.

Hier stehen alle zusammen fürs Finale auf der Bühne und singen den «Riedhöuzer-Song»

Das Musical wird am Mittwoch, 17. Mai ein zweites Mal aufgeführt. 18.30 Uhr, Turnhalle.