«Eine Friedensbrücke ist eine ganz einfache Lösung, mit der Kinder Streitigkeiten lösen können», erklärt Schulsozialarbeiter Michele Foglia. Streit zwischen Kindern sei nichts Ungewöhnliches, in aller Regel gehe es um Kleinigkeiten. «Je früher die Kinder lernen, ihre Streitigkeiten selbst zu lösen, umso besser ist das für später.» Im jungen Erwachsenenalter ende Streit oft in Handgreiflichkeiten. Genau dem wolle man vorbeugen.

Haben in Biberist zwei Primarschulkinder Streit, dann können sie diesen nun auf der Friedensbrücke Stufe um Stufe lösen. Zuerst erklären beide Kinder aus ihrer Sicht, wieso es überhaupt zum Streit kam. Eine Treppenstufe höher geht es dann um die Gefühlswelt der Kinder. Hat sie der Streit verletzt, hat er sie wütend gemacht? Wiederum eine Stufe weiter erklären die Kinder dann, was sie sich nach dem Streit nun vom Gegenüber wünschen. Wenn beide Kinder mit den Vorschlägen einverstanden sind, dann treffen sie sich abschliessend zuoberst auf der Treppe und besiegeln ihre Abmachung mit einem Handschlag.

Die 3. bis 6.-Klässler im Bleichemattschulhaus haben das System der Friedensbrücke schon länger angewandt. Für die 1. und 2. Klässler hat man nun eine richtige Holzbrücke gebaut. «So wird der ganze Vorgang etwas realer», erklärt Foglia. (rm)