Horriwil
Schreier zu seinem Rücktritt: «Das Klima im Rat ist derart schlecht, das brauche ich nicht mehr»

Nach Intrigen im Gemeinderat von Horriwil tritt der Noch-Gemeindepräsident Franz Schreier auf Ende September zurück. Im Interview erklärt er warum.

Christof Ramser
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Der Gemeindepräsident von Horriwil Franz Schreier tritt per Ende September zurück.

Der Gemeindepräsident von Horriwil Franz Schreier tritt per Ende September zurück.

Hansjörg Sahli

Eigentlich wollten Sie erst nächstes Jahr zurücktreten. Ihr Rücktritt kommt nun sehr plötzlich. Ist es eine Kurzschlusshandlung nach dem Eklat, oder war dies vorbereitet?

Es stimmt, ich ziehe meinen Rücktritt entgegen meiner Pläne ein Jahr vor. Das Klima im Gemeinderat war derart schlecht, dass ich dies nicht mehr brauche. Vor allem der Vizegemeindepräsident stand in ständiger Opposition zum Gemeinderat.

Was ist an den Behauptungen dran, sie würden persönliche Vorteile aus der Zentrumsüberbauung ziehen? Etwa, dass sie günstiger zu einer Wohnung kommen?

Es wurde im Dorf herumerzählt, dass ich im Dorfzentrum eine Wohnung im Auge habe und deswegen den Gestaltungsplan durchboxen wolle. Das ist ein grober Vorwurf, den ich vehement zurückweise. Es ist im Gegenteil so, dass ich und meine Frau beabsichtigen, noch länger in unserem Haus zu bleiben. Dazu haben wir Land abparzelliert und an unseren Sohn abgetreten. Damit wir weniger Unterhalt und es einfacher haben. An den Vorwürfen ist nichts dran.

Was ist mit den Unterlagen zu den Wohnungen, die sie bestellt haben?

Diese Unterlagen wollte ich nur, damit ich auf Augenhöhe bin mit verschiedenen Interessenten. Ich bestellte diese in meiner Person als Gemeindepräsident. Noch einmal: Ich habe kein Interesse an einer Wohnung.

Aber ich will wissen, was die Bauherrschaft dort anbietet, damit ich auch bezüglich der Preise im Bild bin. Ich will schliesslich nicht, dass wir am Ende eine Bauruine im Dorfzentrum haben.

Fühlen sie sich angesichts der Anwürfe als Mobbingopfer?

Nein, das ist ein zu starker Ausdruck. Ich verstehe die Vorwürfe betreffend dem Eigeninteresse nicht in dem Sinne, dass ich aus dem Amt geekelt werden soll. Und zur Petition: Diese war an den Gesamtgemeinderat gerichtet.

Neben mir betraf es aber noch Barbara Althaus, die ich darauf aufmerksam machte, dass sie auf dem Gelände der Überbauung Land gepachtet hat. Sie konnte ebenfalls nachweisen, dass sie in keiner Art und Weise persönliche Interessen hat. Zudem geht es bei ihr nur um einen kleinen Teil des gesamten Landes.

Die Stimmung im Dorf ist seit längerem vergiftet. Bessert sich dies nun mit ihrem Rücktritt?

Dass die Stimmung vergiftet ist, würde ich nicht sagen. Und was heisst seit längerem? Eine Gruppe von Einsprechern nimmt für sich in Anspruch, das Dorf zu vertreten. Es gingen 7 Einzeleinsprachen ein zum Gestaltungsplan. Dazu rund 65 Gruppeneinsprachen mit dem gleichen Wortlaut. Im Verhältnis zur Dorfbevölkerung ist dies zu relativieren.

Ist ihr Rücktritt endgültig?

Ja, auf meinen Entscheid komme ich nicht mehr zurück. Ich kläre derzeit mit dem Kanton ab, wie ich bezüglich meiner Demission verfahren muss. Klar ist, dass der Vizegemeindepräsident ab erstem Oktober das Zepter übernehmen muss.