Schon etwas Kehrausstimmung herrschte an der Gemeinderatssitzung, die auch von der neuen Gemeindepräsidentin Susanne Rufer besucht wurde. Den öffentlichen Traktanden wurde mit Kopfnicken zugestimmt. Verwaltung und Gemeindepräsident Herbert Schluep hatten jeweils bereits soweit vorgespurt, dass den Gemeinderäten kaum etwas zum Diskutieren blieb. Die Rechnung, wurde ebenfalls nur halb präsentiert, müsse doch zuerst noch die Rechnungsprüfungskommission ihr Okay geben.

Immerhin war zu erfahren, dass ein gutes Rechnungsergebnis erwartet werde. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss in der Höhe von 111'520 Franken. Nun schliesse die Jahresrechnung 2018 mit einem «schönen Ertragsüberschuss», der aus dem Gewinn vom Verkauf zweier Landparzellen der Gemeinde im Gewerbegebiet Lüsslingen herrührt. Weiter beschloss der Gemeinderat zusätzliche nicht budgetierte Abschreibungen von 27'400 Franken.

Das Gemeindehaus, in dem der Gemeinderat tagt, erbten 2009 die Einwohnergemeinden Lüsslingen und Nennigkofen, die 2013 fusionierten, gemäss testamentarischer Verfügung der Müller-Schwestern. Im Gegenzug kümmerte sich die Einwohnergemeinde Nennigkofen um den Unterhalt des Grabes von Margrith Müller. 2018 wurde das Grab aufgelöst. Das zweckgebundene Sparkonto Grabunterhalt Margrith Müller soll aufgelöst werden und das Restguthaben von 3366.50 Franken für die Neugestaltung des Friedhofs Lüsslingen verwendet werden. Dies beantragt der Gemeinderat beim Amt für Gemeinden.

Der Gemeinderat stimmte auch einer zweiten Sparkontoauflösung zu. Dieses gehört der nicht mehr existierenden Musikgesellschaft Lüsslingen-Nennigkofen. Die Gesellschaft existiert seit Jahrzehnten nicht mehr. Das Vermögen wurde der Einwohnergemeinde Nennigkofen als Legat zur Aufbewahrung überantwortet. Damit wurde jeweils der Veteranenbeitrag bezahlt, doch nun lebt kein Veteran mehr, und es habe auch nie den Versuch gegeben, die Musikgesellschaft wiederzubeleben.

Der Gemeinderat wird nun beim Amt für Gemeinden anfragen, das vorhandene Vermögen von 48 920 Franken für die Deckung der Nettokosten der Musikschule Solothurn zu verwenden. Die Gemeinde bezahlt laut Gemeindeverwalterin Madeleine Stuber jährlich rund 49'00 Franken. Werden die Elternbeiträge abgezogen, reiche das Vermögen der Musikgesellschaft wohl für die Nettokosten 2019 und 2020.

Radon im Schulhaus

2013 und 2018 wurden im Schulhaus Nennigkofen Radon-Messungen durchgeführt. Die Messungen zeigen, dass der Grenzwert überschritten wird. Dabei wurde das natürlich vorkommende Radon nicht nur im Keller sondern auch andernorts gemessen. Für eine Sanierung werden zwei Varianten vorgeschlagen, für die nun Offerten eingeholt werden müssen. Die Varianten dürften zwischen 15'000 und 20'000 Franken kosten.

Die interessantesten Traktanden wurden wie immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert: Dabei gab es Infos zum Stand in Sachen AEK-Beschwerde und es ging um die Kenntnisnahme von Einsprachen zur 3. Ortsplanrevision-Auflage.