Gemeinderat Stefan Schluep stellte seinen Ratskollegen eine erfreuliche Jahresrechnung vor. Anstatt des budgetierten Aufwandüberschusses von 74 000 Franken erwirtschaftete die Gemeinde einen Ertragsüberschuss von 520 000 Franken. Nach zusätzlichen Abschreibungen blieben 480 000 Franken, die dem Eigenkapital gutgeschrieben wurden. Somit betrug dieses Ende Jahr rund 1,2 Millionen Franken. Ausser bei der sozialen Sicherheit liegen alle Posten unter den budgetierten Beträgen.

In dieser Rubrik schenkten die höheren Beiträge an den Lastenausgleich und die grössere Anzahl der aufgenommenen Asylbewerber ein. Auf der anderen Seite fielen die Beiträge an den Kanton tiefer aus. Markante positive Abweichungen sind bei der Bildung zu verzeichnen: Die Entschädigungen an den Schulverband und den gymnasialen Unterricht fielen geringer aus, und es wurde kein 10. Schuljahr geführt. Einen bedeutenden Beitrag zum guten Ergebnis leisteten die Mehreinnahmen bei den Steuern. 

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Auch bei den Nettoinvestitionen gibt es eine massive Abweichung zum Budget. Die effektiven Kosten betragen nur einen Drittel der geplanten Ausgaben von 1,2 Millionen Franken. Einige Investitionen wurden nicht getätigt. So die Erschliessung Muer für 300 000 Franken oder der Heizungsumbau im Schulhaus für 340 000 Franken.

Schluep wies darauf hin, dass diese Investitionen nur aufgeschoben wurden, und früher oder später ausgeführt werden müssen. Somit sei auch der Selbstfinanzierungsgrad von 276 Prozent mit Vorsicht zu geniessen, schlügen sich hier doch die geringeren Ausgaben durch noch nicht getätigte Investitionen nieder, mahnte Schluep.

Erhöhung des Wasserpreises?

Handlungsbedarf sieht der Gemeinderat bei den Wassergebühren. Der Nettoverschuldungsquotient sollte gemäss Vorgabe des Kantons maximal 150 Prozent betragen. Tatsächlich liegt er bei der Wasserversorgung jedoch bei 324,9 Prozent. Selbst wenn man den Wasserpreis von aktuell 1 Franken 50 pro Kubikmeter auf den kantonalen Durchschnitt von 1 Franken 95 anheben würde, käme man bei weitem nicht an den vorgegebenen Wert heran.

Schluep gab zu bedenken, dass im Rechnungsmodel HRM2 die Erfahrungswerte fehlen. Er könne sich gut vorstellen, dass der Kanton diesen Wert korrigieren wird, sollte ein Grossteil der Gemeinden, wie Schluep vermutet, ebenfalls massiv über diesem Wert liegen. Auch den empfohlenen Wert für die Höhe des Eigenkapitals von mindestens 60 Prozent des Fiskalertrags stellt er in Frage. Das Eigenkapital hat zwar um einen namhaften Betrag zugenommen, erreicht aber mit 34,4 Prozent die Vorgabe längstens nicht.

Muskeln, nicht Motoren

Die Gemeinderäte können sich nicht dafür erwärmen, am SlowUp einen „Skydancer“ aufzustellen, eine tanzende Luftpuppe, die die Radfahrer in Schnottwil willkommen heisst. Sie bekundeten Mühe, an einem Anlass, an dem die einzige Antriebskraft die Muskelkraft ist, ein motorbetriebenes Gebilde als Werbung einzusetzen. Viel sympathischer wäre ihnen, ein Banner mit dem Schriftzug „Willkommen in Schnottwil“ anzuschaffen. „Dieses könnte die Gemeinde auch an der Chilbi oder anderen Anlässen einsetzen“, meinte Gemeindepräsident Jürg Willi.

Kinderbetreuung funktioniert

In einem Dorf in der Grösse von Schnottwil sei es nicht nötig, die familienergänzende Kinderbetreuung durch eine Organisation zu koordinieren, findet Stefan Schluep. „Die Kinderbetreuung wird grösstenteils innerhalb der Familien gelöst, und die Tagesmütter organisieren sich selber“, wusste Schluep. Aus diesem Grund beantragte er dem Gemeinderat, dem Beitrittsgesuch des Vereins Tagesfamilien Kanton Solothurn nicht nachzukommen. Als Mitglied müsste die Gemeinde einen Franken pro Einwohner als Sockelbeitrag leisten.