Feldbrunnen
Schluep und Zbinden kommen mit eigener Liste

Der von Thomas Schluep und Adrian Zbinden angekündigte Infobrief an die Bevölkerung wurde verteilt. Sie werben für ihre Freie Liberale Liste an den kommenden Gemeinderatswahlen.

Urs Byland
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Thomas Schluep und Adrian Zbinen werben in Feldbrunnen mit einer Freien Liberalen Liste an den kommenden Gemeinderatswahlen.

Thomas Schluep und Adrian Zbinen werben in Feldbrunnen mit einer Freien Liberalen Liste an den kommenden Gemeinderatswahlen.

Hansjörg Sahli

Thomas Schluep und Adrian Zbinden, die aktuell noch FDP-Gemeinderäte sind, machen wahr, was sie nach dem Eklat an der FDP-Nominationsveranstaltung ankündigten. Sie informierten die Feldbrunner Bevölkerung über ihre Motivation, sich nicht für die FDP-Gemeinderatswahlliste zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig werben sie im Flyer, wie zu erwarten war, für eine eigene Liste an den nächsten Dorfwahlen.

Ihre Aktion wollen sie nicht weiter kommentieren, wie Thomas Schluep auf Anfrage erklärt. Fragen blocken sie ab. «Wir haben den Weg in die Medien nicht gesucht und werden das auch in der Zukunft nicht tun», schreiben sie im Infobrief. «Dieser Konflikt muss im Dorf ausgetragen und gelöst werden, nicht in der Region.»

Fürwahr wird in der FDP Feldbrunnen ein interner Konflikt ausgetragen. Die eine Seite vertreten finanzinteressierte Bürger, die das Steuerparadies am Jurasüdfuss um jeden Preis erhalten wollen und bis Ende letzten Jahres mit der ausserbehördlichen Gruppe Finanzen die Finanzpolitik des Gemeinderates zu beeinflussen versuchten. Die andere Seite sind Schluep und Zbinden, die sich nun entschlossen haben, die Gemeinderatswahlen 2017 auf einer Freien Liberalen Liste zu bestreiten.

Sie seien überzeugte Vertreter «des Solothurner Freisinns». Die Aktion richte sich nicht gegen die FDP als Partei, weshalb sie auch das Versprechen abgegeben haben, bis nach den Kantonsratswahlen zuzuwarten. Wem sie das Versprechen abgegeben haben, auch das wollten sie nicht kommentieren. Thomas Schluep erwähnte aber, dass gar die kantonale Parteiführung an sie getreten sei, um eine Vermittlung zwischen den verfeindeten Parteien in Feldbrunnen zu erreichen.

Adrian Zbinden.

Adrian Zbinden.

Fotoatelier Spring
Thomas Schluep.

Thomas Schluep.

Felix Gerber

«Radikalisierung, Rechtsrutsch»

Im Infobrief begründen sie ihre Aktion. So monieren sie eine autoritäre Parteiführung und die Unterdrückung jeglicher innovativer und kreativer Ideen. In der FDP-Ortspartei habe eine Radikalisierung zu einem Rechtsrutsch geführt. Dabei werde das freisinnig-liberale Gedankengut als Alibi für eine finanzpolitische Klientelbewirtschaftung missbraucht. Und: Auf Kosten einer generationenübergreifenden Lebensqualität werde nur auf einen tiefen Steuersatz geschaut. Die Parteispitze unternehme auf diffuse Weise Versuche, auf den Gemeinderat und das Gemeindepräsidium Einfluss zu nehmen. Nicht zuletzt sei ihre Wiederwahl, so Schluep und Zbinden, mit einer parteiinternen Kampagne sabotiert worden.

Ortsparteipräsident René Garo hatte im Bericht «Der Haussegen in der FDP-Ortspartei hängt schief» vom 15. März in dieser Zeitung erklärt: «Die ausserbehördliche Gruppe Finanzen hat den demokratischen Weg genommen und an der letzten Gemeindeversammlung eine Mehrheit für ihr Anliegen gefunden.» Das Anliegen lautete die Installierung einer Finanzkommission. Garo ist selber Mitglied dieser ausserbehördlichen Gruppe Finanzen. Gemeindepräsidentin Anita Panzer sitzt zwischen den Fronten und sagte: «Es wurde versucht, mich zu vereinnahmen.» Aber sie trage den Hut der Gemeindepräsidentin und werde sich aus parteiinternen Querelen ab sofort heraushalten.