Oberdorf
Schliessung des Weissensteintunnels hätte Stau im Dorf zur Folge

Der Gemeinderat Oberdorf diskutierte über den Erhalt des Weissensteintunnels und die Folgen einer Schliessung.

Nadine Schmid
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Wird der Weissensteintunnel geschlossen, würden sich die Autos in Oberdorf stauen, ist sich der Gemeinderat sicher.

Wird der Weissensteintunnel geschlossen, würden sich die Autos in Oberdorf stauen, ist sich der Gemeinderat sicher.

Hanspeter Bärtschi

«Es ist unsere Aufgabe, uns dafür einzusetzen, dass der Weissensteintunnel erhalten bleibt», fand Gemeindepräsident Patrick Schlatter und bekam damit einstimmigen Zuspruch bei seinen Amtskollegen. Der Rat möchte sich diesbezüglich solidarisch mit den anderen Gemeinden zeigen.

Bei einer Tunnelschliessung sieht der Gemeinderat schwarz. Diese hätte enorme Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen. Schlatter: «Mit dem Kurhaus ist eine grosse Sache geplant, doch auch davon abgesehen, die Leute gehen zuhauf auf den Berg.»

Gerade an schönen Sonntagen könne man bereits heute kaum noch mehr Menschen dorthin transportieren. All Leute würden gezwungenermassen auf den Strassenverkehr umsteigen müssen, es würde zu langen Staus kommen. Selbst wenn mehr Busse im Einsatz wären und die Endstation verlängert würde, würden diese durch den Stau eine Ewigkeit dorthin brauchen.

Zudem müssten Busse im fünfminütigen Takt verkehren, um den Ansturm nur ansatzweise bewältigen zu können, was unmöglich zu realisieren wäre. Der Gemeinderat sprach aber auch die hohen Sanierungskosten des Tunnels an und befand diese als problematisch.

Kritik an Studie

Der Gemeinderat wird bis Anfang April den Fragebogen zur vertieften Studie des Weissensteintunnels ausfüllen und dort seine Position darlegen. Die Studie kam im Rat allgemein nicht wirklich gut weg. Sie sei teilweise unverständlich und verwirrend. In der Diskussion dazu wurde weiterhin bemängelt, dass sie nicht auf andere Sanierungsvarianten eingegangen sei, auch wenn dies nicht den Aufgaben der Studie entsprochen hätte.

Es wird ein Umdenken und ein Einbezug anderer Varianten gewünscht. «Es ist zudem schade, dass die regionale Bedeutung des Tunnels nicht betrachtet worden ist», sagte Schlatter. Favorisiert wurde im Rat die Variante, die den Tunnel erhält und eine Optimierung des öV vorsieht. Der Rat will das Weissensteintunnel-Komitee unterstützen und zahlt diesem einen Beitrag von 500 Franken.

Einsprache gütlich regeln?

Zum Gestaltungsplan des Dorfkerns gab es eine Einsprache. Der Gemeinderat hat beschlossen, mit dem Anwohner zusammenzusitzen und den Sachverhalt zu klären. Man erhofft sich, dass die Einsprache zurückgezogen werde. In der Argumentation der Beschwerde sieht der Rat keine grosse Chance. Der Unmut des Mannes fusse auf den Annexanbau des Gemeindegebäudes, auf den seiner Meinung nach verzichtet werden solle.

Das Detailkonzept des neuen Gemeinschaftsgrabes geht in die nächste Runde. Der Rat sprach sich einstimmig für die Variante aus, die sich rund und mit mehreren Zugängen präsentiert und Platz für viele Besucher lässt. Auch über neue Sitzbänke solle nachgedacht werden. Als Nächstes gilt es, die Details und die Materialisierung auszuarbeiten.

Es soll keine Tafel geben, auf der alle Namen gemeinsam aufgelistet sind. Nur ein Schreibfehler würde einen grossen Aufwand zur Folge haben, da die Tafel dann als Ganzes ausgewechselt werden müsste. Deswegen soll auf eine andere Beschriftungsmöglichkeit zurückgegriffen werden.