Wahrlich ein herzberührendes Gesangsduo, das in der Scheune des Ischhofs das Lied «E Vogel ohni Flügel» sang. Nach Simon Eberhards Drängen liessen sich Francine Jordi und Thomas Vogt – er sang dieses Lied seiner Ehefrau vor 20 Jahren an der Hochzeitsfeier – nach einem vorerst bestimmten «Nei, Nei» dazu erweichen. Die 230 Besucher des vierten Buechibärger Talks belohnten die beiden mit einem nicht endenwollenden Applaus.

Thomas Vogt, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Spar- und Leihkasse Bucheggberg (SLB), bekundete: «Musik ist für mich wichtig, Schlager und Volkstümliches sind mir sehr nah.» Seine erste Berührung mit dem Bucheggberg sei am Jodlerfest in Mühledorf gewesen. Als Fünfjähriger habe er den Jodlerclub seines Vaters angeführt. Das Foto in der Solothurner Zeitung betrachte seine Mutter heute noch jeden Tag. «Mittlerweile bin ich bereits 13 Jahre im Bucheggberg und ich liebe die Bevölkerung.»

Karriere begann mit neun Jahren

Eine äusserst schlagfertige und spritzige Francine Jordi beantwortete die vielen Fragen des Talkmasters mit Humor. Bereits mit neun Jahren hatte sie Auftritte zusammen mit ihren Eltern und den beiden Schwestern. Der grosse Durchbruch gelang ihr 1998 mit dem ersten Fernsehauftritt am Grand Prix der Volksmusik, den sie mit dem Lied «Das Feuer der Sehnsucht» gewann. «Ich war erschrocken über die vielen Journalisten, die anderntags vor der Türe standen.»

Auf diesen Ansturm sei sie nicht vorbereitet gewesen und habe daher ihre Mutter nach draussen geschickt. «Bei Auftritten für nur ein paar Lieder besteht mein Künstlerleben mehrheitlich aus warten», liess sie in ihr Leben blicken.

Das Programm an eigenen Konzerten, an denen sie live singe, entscheide sie sehr spontan, je nach Publikum und Lust. «Ich singe aus Freude, es macht mir unglaublich Spass, auf der Bühne zu stehen», resümierte die Sängerin, die am Konservatorium in Neuchâtel ihr Studium mit dem Solistendiplom abschloss.

Auch während ihrer Krankheit, von der sie die Öffentlichkeit erst nach erfolgreicher Therapie informierte, hätten ihr die Auftritte Kraft gegeben. «Alles, was ich damals noch machen konnte, betrachtete ich als Geschenk.» Den berührenden Lovesong auf ihrer neuen CD, «Noch lange nicht genug», lediglich mit Cello- und Gitarrenbegleitung, widmete sie als Dankeschön den Menschen, die sie während ihrer Krankheit begleiteten.

Bankenplatz Bucheggberg

«Wie selbstverständlich ist es, dass es mit der SLB jedes Jahr aufwärtsgeht? Der Bucheggberg ist ja nicht der Paradeplatz», wollte Simon Eberhard von Thomas Vogt wissen. «Die Märkte sind nicht mehr einfach, aber uns geht es immer noch gut. Die Banken müssen aufpassen, dass sie punkto Jammern die Bauern nicht links überholen», witzelte er. Die Philosophie der SLB sei es, Vertrauen zu schaffen. Die Bank überlege sich sehr gut, was ihren Kunden entspreche. «Ich möchte nicht riskieren, dass ich beim Einkaufen mit Tomaten beworfen werde.»

Die vielen jungen Leute an der Generalversammlung vor kurzem erklärt sich der Banker damit, dass auch diese, trotz Digitalisierung, persönliche Beziehung und Gespräche suchen. «Menschlichkeit zeichnet Thomas Vogt aus», so der Talkmaster. «Ich habe und hatte sehr viel Glück im Leben», erklärte dieser seine vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten. «Mein Vater war ein einfacher Arbeiter und hat mir die Grundwerte mitgegeben.»

Kommt Hansi Hinterseer?

«Wann gibt es nun endlich die Bratwurst?», fragte eine aufgestellte Francine Jordi den Talkmaster. «Er hat mich damit hierhergelockt», meinte sie verschmitzt. Gespannt dürfen die Fans sein, wer am 28. Oktober am fünften Buechibärger Talk dabei sein wird.

Simon Eberhard, der als Geschäftsführer der KonoConzept GmbH die Anlässe organisiert, beauftragte nämlich die Sängerin, Hansi Hinterseer bei ihrem nächsten Zusammentreffen dafür zu gewinnen. Spontan erwiderte sie: «Wenn Du den Papst nach Aetigkofen bringst, bringe ich Dir den Hansi.»