Strassensanierung
«Schildbürger-Unsinn» in Feldbrunnen – Die Situation ist echt «verfahren»

Die Sanierung der Kantonsstrasse zwischen Riedholz und Feldbrunnen sorgt für böses Blut.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Ab hier gehts nicht mehr weiter. Oder doch? Die Verunsicherung bei den Autofahrern und Anwohnern ist gross.

Ab hier gehts nicht mehr weiter. Oder doch? Die Verunsicherung bei den Autofahrern und Anwohnern ist gross.

Hanspeter Bärtschi

Im «Seitenhieb» in dieser Zeitung von letzter Woche machte Autor Wolfgang Wagmann seinem Ärger Luft über die derzeit ziemlich angespannten Zufahrtsmöglichkeiten nach Feldbrunnen und Riedholz wegen der Strassenbauarbeiten auf der Kantonsstrasse.

Freiwillig fahre derzeit kein Solothurner nach Riedholz, meinte Wagmann pointiert, da könne es noch so gluschtige Restaurants oder Bäckereien geben.

Die Betroffenen reagieren

«Gratulation zu Ihrer Kolumne», schrieb daraufhin der CEO des Parkforums Wylihof in Luterbach, Bernd Eigler. «Sie sprechen uns aus dem Herzen.» Und weiter beschrieb er, wie die teils internationalen Businessgäste seines Hotels, vielfach mit engem Terminplan, jetzt oft bis zu 40 Minuten im extra bestellten Shuttlebus ab Luterbach bis Bahnhof Solothurn sitzen müssen, weil die noch befahrbare Zufahrtsstrasse von Hinterriedholz über Zuchwil nach Solothurn aufgrund der Baustelle so überlastet ist. «Ausser uns und unseren Gästen scheint es aber niemanden zu interessieren, wer die Steuern zahlt für diesen Schildbürger-Unsinn in Feldbrunnen», schreibt Eigler weiter.

Seine Gäste würden inzwischen schon nachfragen, ob die leidige Baustelle noch immer vorhanden sei, bevor sie in den Wylihof kämen. «Für uns ist äusserst fraglich, warum sich hierzu die Solothurner Regierung nicht einschaltet, damit es endlich vorwärtsgeht.» Es seien wahrlich unhaltbare Zustände.

Nun kann man einwerfen, die Businessgäste des Wylihof sollen sich halt nicht so anstellen. Doch es gibt noch andere Betroffene, die darauf angewiesen sind, zügig an einen Ort zu gelangen: die Spitex. Scheinbar hat man deren Bedürfnisse beim nun herrschenden Verkehrsregime vergessen. So schreibt Kathrin Lanz von der Betriebsleitung des Spitex-Vereins Solothurn: «Unsere Spitex ist stark betroffen. Das heisst, die Wegzeiten und die Kilometerzahlen sind zurzeit erhöht.»

Sie habe für Feldbrunnen drei Durchfahrtskarten erhalten, was nicht ausreichend sei. Generell werde bei solchen Verkehrsbeschränkungen nie an die Bedürfnisse der Spitex gedacht – ob dies nun die Tour de Suisse, der slowUp oder eben Baustellen seien, ärgert sie sich. «Auf jeden Fall werden sich solche Umwege auf die Wegzeit und damit auf die Betriebskosten der Spitex auswirken.»

Die im «Seitenhieb» angesprochenen Wirtsleute des Restaurants Zur Post meldeten sich ebenfalls. Sie brachten noch einen weiteren Aspekt zur Sprache. «Das ‹Einfahrt verboten›-Schild an der Hinterriedholz-Kreuzung verunsichert viele Autofahrer.» Die Wochen später dann noch angebrachte Tafel, dass Gewerbebetriebe und Restaurants erreichbar seien, sehen viele Autofahrer – vor allem abends – nicht.

Öfters kämen Gäste mit dem Taxi, doch wenn man sie darauf aufmerksam mache, dass der Taxi-Chauffeur einen Umweg über Luterbach–Zuchwil fahren müsse und daher eine längere Fahrt hätte, verärgere das die Gäste nochmals. «Unser Vorteil war, dass wir in diesem Sommer unser Restaurant umgebaut und 8 Wochen geschlossen hatten.» Jetzt, wo wieder geöffnet sei, müssten sie vielen Leuten erklären, wie sie zu erreichen seien.

Fehlende Kommunikation

Gemeldet hat sich auch Franziska Roth, kantonale SP-Parteipräsidentin. Als Velofahrerin und Kundin diverser Geschäfte von Riedholz ärgert sie sich, dass man scheinbar mit den «Betroffenen» im Vorfeld nicht gesprochen habe. «Da werden Involvierte einfach aussen vor gelassen, und obwohl beide Gemeindepräsidien (Feldbrunnen und Riedholz, die Red.) Deutsch sprechen, scheint ein Röstigraben vorhanden.»

Roth berichtet, dass sie bei den Verantwortlichen vorstellig geworden sei, doch sinnvolle, für alle annehmbare Massnahmen wurden bis jetzt nicht getroffen. Aufgeregt haben sich auch die Mitarbeiter des Wallierhofs. «Jetzt wurde wenigstens noch eine Signalisation für den Wallierhof bei der Sperrung Hinterriedholz angebracht, damit Auswärtige nicht – wie geschehen – auf dem Balmberg statt bei uns landen», sagt eine Mitarbeiterin.