«Wir haben nicht einen so hohen Verlust eingefahren, wie wir eigentlich budgetiert hatten», erklärt Gemeindeverwalter Thomas Beer an der Gemeindeversammlung sichtlich zufrieden. Denn die Gemeinde Bolken rechnete zunächst mit einem Minus von knapp 300'000 Franken. Beer lobte das Verhalten von Gemeinderat und Kommissionen, welches massgeblich dazu beigetragen habe, dass die Rechnung besser ausgefallen sei und am Enden nur ein Aufwandüberschuss von 150'600 Franken resultierte.

So wurden etwa die Kredite von Gemeindepräsidium und Gemeinderat nur zu einem Drittel ausgeschöpft. Auch die Kosten der Bauverwaltung sind um rund 15'600 Franken tiefer ausgefallen als budgetiert. Letztere war insbesondere von der Rechnungsprüfungskommission ermahnt worden, weniger Ausgaben zu generieren. Weitere grössere Einsparungen erfolgten im Bereich der Bildung.

So fielen die Nettokosten bei der Primar- wie auch der Oberstufe zusammengerechnet um 60'000 Franken besser aus als ursprünglich geplant. Zudem konnten bei den Gemeindesteuern zusätzliche Einnahmen in der Höhe von 38'200 Franken verbucht werden. Weniger zufriedenstellend sieht die Sache allerdings bei den Sondersteuern aus. Sie sind um 11'800 Franken tiefer ausgefallen als im Budget prognostiziert.

Schiessanlage verschwindet

Nebst dem positiveren Ausgang der Rechnung 2018 hatte der Rat aber auch weniger Erfreuliches zu berichten. Im Herbst geht in Bolken nach 123 Jahren eine jahrzehntealte Tradition zu Ende. Gemeindepräsidentin Jeannette Baumgartner erklärte, dass der Kanton eine weitreichende Sanierung der Schiessanlagen vorsieht. Studien hätten nun aber gezeigt, dass die Gemeinde alleine für die Sanierung des Kugelfangs rund 200'000 Franken aufbringen müsste. Und selbst wenn der Gemeinderat sich für eine Sanierung ausgesprochen hätte, so wäre eine Schiessbewilligung vonseiten des Kantons alles andere als garantiert gewesen. Aus diesen Gründen hat der Schützenverein bereits von sich aus beschlossen, künftig auf das Schiessen zu verzichten. Für die Entfernung der gesamten Schiessanlage kommt nun vollumfänglich der Kanton auf.

Der Gemeinderat entschied daraufhin, dass sich das frei werdende gemeindeeigene Land für die Errichtung eines Biotopes eignen würde. Zusammen mit dem Kanton, der in dieser Sache federführend ist, sollen jetzt Abklärungen für ein nachhaltiges Projekt getroffen werden. Die Gemeinde ist allerdings nur dann zu einer Umsetzung bereit, wenn für Bolken keine finanziellen Verpflichtungen entstehen.