Zuchwil ist die dritte Gemeinde, in der der Gemeinderat das Geschäft Solothurn Fusion Top 5 behandelt und zuhanden der Gemeindeversammlung eine Empfehlung abgibt. Der Derendinger Gemeinderat hat der Gemeindeversammlung Nichteintreten auf den Fusionsvertrag empfohlen, Solothurn intreten sowie Zustimmung zum Vertrag.

Nahe bei Solothurn liegt das Birchi-Quartier. Im höher gelegenen Teil reiht sich Einfamilienhaus an Einfamilienhaus. In einem Garten fällen zwei Männer Sträucher. Der Hausbesitzer will nichts sagen, sondern sägen, erwähnt aber, dass die Fusion kein Thema für ihn sei.

Der andere Mann ist der vormalige Hausbesitzer Hans Wälchli, der heute in Lostorf lebt, aber nach wie vor in Zuchwil ein klein wenig versteuert. Mitentscheidend seien die Finanzen, erklärt er skeptisch. Den Hinweis, dass Zuchwil mit einer Steuersenkung rechnen dürfte, kontert er mit: «Was passiert nach der Fusion, wie lange kann ein tiefer Steuersatz gehalten werden?»

Hans Wälchli.

Hans Wälchli.

Zwei Wanderer wollen den Bus erreichen. Dennoch gibt Hansruedi Plüss Auskunft. «Ich bin eher für die Fusion, hundertprozentig überzeugt bin ich aber noch nicht.» Vorteile sieht er in der Zusammenarbeit der Schulen. «Hier habe ich selber miterleben können, wie etwas vereinfacht werden kann.» Auch in der Zusammenlegung der Verwaltung ortet er Vorteile. «Da habe ich nicht Angst, dass am Ende Zuchwil nicht mehr Zuchwil bleiben wird.»

Hansruedi Plüss.

Hansruedi Plüss.

«Ich würde gern zu Solothurn gehören. Dann sind wir etwas grösser und haben mehr Bedeutung», erklärt Siegfried Keller, der gerade seinen Wagen auf dem Vorplatz entlädt. «Ich bin dafür.»

Siegfried Keller.

Siegfried Keller.

Nicht abstimmen kann die aus Italien stammende Tamara Nesti. Auch sie kommt mit dem Fahrzeug von einer Besorgung. Sie sei für Solothurn und diskutiere das Thema in der Familie. «Für Zuchwil wäre die Fusion gut. Solothurn ist ja nahe. Die Kosten für das Sportzentrum würden besser verteilt und steuerlich erhoffe ich mir schon etwas, das muss ich ehrlich sagen.»

Tamara Nesti.

Tamara Nesti.

Auf dem Trottoir neben dem Birchiwald schiebt Franziska Brechbühler den Kinderwagen nach Hause. «Ich habe wenig darüber gelesen.» Eine Fusion sei aber eine gute Sache, «weil man Kosten sparen kann».

Franziska Brechbühler.

Franziska Brechbühler.

«Was ist das?»

Haben die Menschen im Unterfeld, wo Wohnblöcke dominieren, auch Goodwill für eine Fusion? Mehrheitlich sind Ausländer anzutreffen, die sich ungern äussern. Die Sprache ist die erste Hürde und der Begriff Fusion die zweite. «Was ist das?» Nach vielen Erklärungen kommt dann die Erleuchtung. «Doch, davon habe ich gehört. Das ist gut, wenn ich weniger Steuern zahlen muss.» Namentlich will sie nicht genannt werden. «Ich habe meine Meinung gesagt!»

Der ältere Herr, der sein Fahrzeug in der Garage parkiert, sagt klar nein zur Fusion. Einen Grund habe er auch, aber den will er nicht nennen, ebenso wenig wenig will er seinen Namen in der Zeitung sehen. «Das ist noch nicht reif.»

Der Jogger, der über den Parkplatz beim Sportzentrum springt, lebt erst seit zwei Wochen in Zuchwil und hat keine Ahnung, worum es geht. Auch Muammer Senoglu weiss nichts von der Fusion. Er lebt seit 1994 mit seiner Familie in Zuchwil und kann sich, nach einigen Erklärungen, eine Fusion vorstellen. «Weniger Bürokratie.»

Muammer Senoglu.

Muammer Senoglu.

Nebenan spricht eine Spaziergängerin, die mit ihrem Hund unterwegs ist, mit zwei Frauen auf einem Balkon. «Ich lebe seit 40 Jahren in Zuchwil und bin gegen eine Fusion», sagt Luzia Peric. Zur Begründung erklärt sie: «Ich hatte nie ein Problem mit Zuchwil.»

Luzia Peric.

Luzia Peric.