Die Delegierten der Oberstufe Wasseramt Ost (OWO) müssen an ihrer DV am Mittwoch nicht nur – wie sonst im Herbst üblich – über das Budget für das nächste Jahr entscheiden. Auf der Traktandenliste steht auch der Bau einer Dreifach-Turnhalle auf dem Gelände des OZ13. Sagen die Delegierten Ja, könnte die unbefriedigende Situation für den Schulsport an der Oberstufe schon bald Geschichte sein.

Seit Jahren ist klar, dass das OZ13 eine zweite Turnhalle braucht. Deswegen wurde im Dezember 2015 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die erste Grundlagen für den Anbau einer zweiten Halle erarbeitete. Im Mai 2017 beschlossen die Delegiertes der OWO einen Projektierungskredit von 50'000 Franken. Gleichzeitig begann man sich auch in der Gemeinde Subingen Gedanken über den Bau einer zweiten Turnhalle zu machen. So kam es im Januar 2018 dann zu einem ungewöhnlichen Schulterschluss. Den Gemeindepräsidenten der Verbandsgemeinden wurde die Idee des Baus einer Dreifachhalle vorgestellt. Subingen erklärte sich bereit, den Lead für den Bau zu übernehmen und hat an der Gemeindeversammlung bereits einen entsprechenden Kredit beschlossen. Der Zweckverband OWO gewährt im Gegenzug ein kostenloses Baurecht für die nächsten 33 Jahre und bezahlt einen Mietzins für zwei Hallen.

Die Idee wurde vorsichtig positiv aufgenommen und erste Berechnungen zeigten, dass die Investitionen für eine Dreifachhalle tiefer sind, als für zwei Einzelprojekte. Der Anbau der zweiten Halle würde zudem unverhältnismässig hohe Kosten für Anpassungen mit sich bringen und den Schulbetrieb während der Bauphase erheblich stören.

Alle profitieren

«Vom Bau der Dreifachturnhalle profitieren alle.» Bruno Meyer (Etziken) hat sich von Anfang an stark für das Projekt eingesetzt. Tagsüber stünden der Schule alle drei Hallen zur Verfügung, abends könnten die Vereine die Hallen nutzen. «Selbstverständlich nicht nur die Subinger Vereine», so Meyer. Damit würde es wiederum etwas mehr Luft in anderen Turnhallen in der Region geben, die überall stark belegt sind.

«Wir haben von Anfang an offen informiert und versucht alle Fragen zu beantworten, die aus den Gemeinden kamen», meint Claudia Sollberger (Präsidentin OWO). Die Gemeindepräsidenten der Verbandsgemeinden wurden regelmässig zu Informationssitzungen zusammengerufen. Claudia Sollberger, Bruno Meyer und Schulleiter Stefan Flückiger waren auch in Gemeinderatssitzungen präsent, wenn dies gewünscht wurde.

Eine der Fragen, die gestellt wurde, war die Grundsatzfrage, ob es die Halle überhaupt brauche. «Die Schule braucht eine zweite Turnhalle. Das wissen wir schon lange. Dass jetzt eine Dreifachhalle gebaut werden kann, ist für die Region ein Glücksfall. Aber ohne das Grundbedürfnis der Oberstufe nach der zweiten Halle, wäre dieses Projekt gar nicht entstanden», meint Sollberger klar. Es gehe auch nicht darum, eine Luxuslösung zu realisieren. «Die Kosten sind sicher ein wichtiger Faktor, wenn es um das Projekt geht. Wichtiger ist meiner Meinung nach aber, dass die Halle den Schülerinnen und Schülern und der ganzen Region einen Gewinn bringt, den man nicht in Franken beziffern kann.»
Keine negativen Rückmeldungen

Weil das Projekt partnerschaftlich und im Baurecht realisiert werde, habe es juristische Abklärungen gebraucht. «Auch da haben wir nicht im stillen Kämmerlein gewerkelt, sondern immer wieder kommuniziert, wie weit wir sind.» Abgeklärt wurde dabei auch, wer zuständig ist für den Entscheid über den Bau der Dreifachhalle. «Unsere Statuten sind klar. Es sind die Delegierten der Verbandsgemeinden», so Bruno Meyer. Ein einfaches Mehr reiche.

Berechnet wurde in der Zwischenzeit auch die Finanzierung. Die OWO mietet sich für 33 Jahre in der Dreifachhalle für maximal 267'000 Franken pro Jahr ein. Damit werden die Investitions- und die Betriebskosten gedeckt. Zudem fällt ab Inbetriebnahme der Dreifachhalle der Mietzins für die Mehrzweckhalle in Subingen weg, die zurzeit noch von der OWO genutzt wird. Nach 33 Jahren wird die Anlage in ein Miteigentum von 2/3 für OWO und 1/3 für die Gemeinde Subingen überführt. Obwohl Subingen den Lead für den Bau der Dreifachhalle übernimmt, hat die OWO Mitbestimmungsrecht. So geht es beispielsweise darum, den optimalen Standort auf dem Schulgelände zu finden.

«Wir haben bisher keine negativen Rückmeldungen aus den Verbandsgemeinden erhalten», so Claudia Sollberger. Sie geht davon aus, dass dem Bau zugestimmt wird. «Sonst müssten wir wieder auf die Variante des Anbaus zurückgreifen.» Diese habe aber nie ganz überzeugt, weil das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht wirklich befriedigte.