Rita Hochuli geht dem Scherenschnitt-Kunsthandwerk schon seit 23 Jahren nach. Den Anstoss zu dieser Leidenschaft gab vor Jahren ein Lehrer. Rita Hochuli war damals
15 Jahre alt. Der Lehrer führte seine Schüler ins Scherenschneiden ein.

Diese ersten Erfahrungen mit dem Scherenschnitt behielt sie immer im Hinterkopf. «Es ist eine Herz- und Gefühlsangelegenheit», sagt die Herzogenbuchserin über das Scherenschnittschneiden.

Ihre Lieblingsmotive seien Vögel, Blumen und Schmetterlinge. «In der Natur bin ich in meinem Element.» Oft verarbeitet sie in ihren Arbeiten auch das, was sie selbst oder mit ihrer Familie erlebt hat. Allgemein spielt die Familie für sie eine grosse Rolle.

Ritas Mann, Hugo Hochuli, und ihre drei Kinder haben ihr 1992 den Besuch eines Scherenschnitt-Kurses geschenkt. Damit fing alles richtig an. Der Kurs fand bei Ernst Oppliger in Richterswil statt. «Ernst Oppliger beeindruckte mich sehr. Er lernte uns das exakte Zeichnen und Arbeiten», erzählt Hochuli.

Ihr erster Scherenschnitt war ein blühender Baum und es sollte nicht der letzte sein.

So entsteht ein Scherenschnitt von Rita Hochuli

So entsteht ein Scherenschnitt von Rita Hochuli

Im Haus der Hochulis bekommt man Scherenschnitte jeglicher Art zu sehen. Rita Hochuli hat ein eigenes «Scherenschnitt-Zimmer». Dort kann sie in Ruhe an ihren Werken arbeiten. Zuerst zeichnet die Kunsthandwerkerin alles auf, und nachher versucht sie die Harmonie zwischen Schwarz und Weiss zu finden.

Dies sei die grösste Herausforderung, sagt Hochuli. Das Schneiden selbst sei für sie eher ein Dessert. Nicht nur die Schere kommt bei einem Scherenschnitt zum Einsatz. Auch ein Skalpell oder eine Pinzette wird dafür benötigt, erzählt sie.

An einem Scherenschnitt arbeite sie oft zwischen 100 und 150 Stunden, je nach Motiv und Grösse. Eine grosse Hilfe und Stütze bei ihrer Tätigkeit ist ihr Ehemann Hugo Hochuli. «Er unterstützt mich und motiviert mich.

Er ist aber auch mein grösster Kritiker», sagt Hochuli und lächelt ihren Ehemann an. Sie sind ein Team – das sieht und spürt man. Die Rahmen und Passepartouts für die Werke seiner Frau mache er sehr gerne, sagt Hugo Hochuli.

Er schnitzt und hobelt, damit die Kunstwerke seiner Frau gut zur Geltung kommen. Um die Werke lebendiger wirken zu lassen, macht Hochuli vom 3-D-Effekt Gebrauch.

Damit dieser beim Einrahmen zustande kommt, drückt man das Deckglas nicht ganz auf den Scherenschnitt. Man lässt ein wenig Raum dazwischen. Somit wirkt das ganze Werk luftiger und eben dreidimensional, erklärt er.

Der Betrachter hat dadurch das Gefühl, dass Gras, Federn oder Fell auf den Bildern echt seien. Faszinierend sind die Details und die Genauigkeit, die in den Scherenschnitten zu erkennen sind. Freude am Detail ist daher ein Muss bei diesem Kunsthandwerk.

Im Jahr 2000 wagte Rita Hochuli den Schritt in die Öffentlichkeit. Seither hatte sie immer wieder die Möglichkeit, ihre Scherenschnitte ausstellen zu können und damit vielen eine Freude zu machen.

In der Bäckerei-Konditorei Felber in Bützberg stellt Hochuli nun schon zum vierten Mal aus. Die Besucher seien erfreut über ihre Arbeiten, sagt Hochuli, und sie selbst freut sich über die verkauften Arbeiten.