Fussball
SC Derendingen kämpft um Platz in der Aufstiegsrunde

Nach zuletzt durchzogenen Leistungen kämpfen die Derendinger NLB-Frauen heute gegen Therwil um den Platz in der Aufstiegsrunde.

Cedric Heer
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Schafft der SC Derendingen im letzten Spiel den Sprung in die Aufstiegsspiele? Andrea Vögeli (Dritte von rechts) freut sich mit dem Team über einen Torerfolg.

Schafft der SC Derendingen im letzten Spiel den Sprung in die Aufstiegsspiele? Andrea Vögeli (Dritte von rechts) freut sich mit dem Team über einen Torerfolg.

Hans Peter Schläfli

75 Minuten waren vergangenen Mittwoch in Zürich gespielt, als der Schiedsrichter mit einem fragwürdigen Pfiff für Aufsehen sorgte. Ein Entscheid, der die Derendinger Hoffnungen auf einen Exploit gegen den Leader jäh zunichtemachte. Mit dem anschliessenden Freistoss folgte das 0:1, kurze Zeit später ein Doppelpack zum vorentscheidenden 0:3 aus Solothurner Sicht.

Es war dies ein weiteres Kapitel der Derendinger Pechsträhne. Die Gäste trafen zuvor zweimal nur die Latte und waren dem ersten Treffer phasenweise näher. «Wir hätten in Führung gehen müssen», bestätigt SCD-Captain Andrea Vögeli.

Damit holten die Solothurnerinnen in den vergangenen fünf Spielen lediglich vier Punkte. Und nach zuletzt drei Niederlagen in Folge musste auch der zweite Tabellenrang abgegeben werden. «Wir hatten durchaus diverse Möglichkeiten, den Sack bereits zuzumachen», sagt Trainer Urs Bachmann. «Leider standen wir uns selber im Weg oder agierten ziemlich glücklos.»

Unter anderem verlor der SC Derendingen (SCD) zuletzt zu Hause gegen den Tabellensechsten aus Thun unerwartet gleich mit 0:3. Wie gegen Zürich bekundeten die Derendingerinnen in den letzten Spielen generell grösseres Abschlusspech. Zudem darf beim 5:5-Unentschieden in Genf die Schiedsrichterleistung in den Schlussminuten zumindest stark hinterfragt werden.

Die Tabelle lügt nicht

Dennoch: Die Tabelle lügt nicht. Im abschliessenden Spiel gegen Therwil brauchen die Derendingerinnen einen Sieg, um sich aus eigener Kraft für die Aufstiegsspiele zu qualifizieren. In der Hinrunde gelang ein 1:0-Minisieg.

Einzige Torschützin war Simone Zahno, die mit elf Toren aktuell beste
Derendinger Torschützin ist. Seit dem Abgang von Denise Marti und Ilona Sieben unterhält Zahno quasi alleine die Derendinger Offensive. Immer wieder besticht sie mit ihrem agilen
und leichtfüssigen Spiel und schreckt auch vor keinem Zweikampf zurück. Trotzdem hat Derendingen erst 33 Tore in der laufenden Spielzeit erzielt, das ist der mit Abstand schlechteste Wert aller Spitzenteams. Nach dem grösseren Umbruch auf diese Saison hin greifen offensiv längst noch nicht alle Mechanismen, und es wiederholen sich zu viele Missverständnisse und Ungenauigkeiten.

Auffällig ist zudem, dass die statistisch zweitbeste Verteidigung der Liga in den vergangen fünf Partien ganze 15 Gegentreffer kassierte. «Es gibt immer wieder so Spiele, in denen man unbedingt gewinnen will. Und dann kein Bein vor das andere bekommt», sagt Verteidigerin Vögeli.

Verunsichert ist in Derendingen indes niemand. «Natürlich sind drei Niederlagen in Serie nicht förderlich für die Moral. Wir kennen aber unsere Qualitäten», sagt Vögeli. Ohnehin war im Vergleich zum Thun-Spiel gegen den Leader aus Zürich eine immense Steigerung zu beobachten. Davon ist auch Bachmann überzeugt: «Die Reaktion der Mannschaft war sichtbar. Wichtig ist jetzt die mentale Vorbereitung, dann können wir das Glück auch wieder auf unsere Seite zwingen.»

Ein Sieg muss her

Glück im eigentlichen Sinne brauchen die Derendingerinnen gegen Therwil nicht. Noch immer hat es der SCD in den eigenen Händen, sich einen Platz in den Aufstiegsspielen zu sichern. In der Rückrunde zeigten die Therwilerinnen zuletzt unterschiedliche Leistungen und haben die formidable Ausgangslage verspielt.

Dennoch: Wenn auch nur theoretischer Natur, hat Therwil noch immer die Chance auf die Aufstiegsrunde und wird daher zusätzlich motiviert sein. Gespickt mit vielen NLA-erfahrenen Spielerinnen werden die Landschäftlerinnen auf ihre gefährliche Offensive setzen. In Anbetracht der zuletzt wackligen SCD-Defensive eine interessante Angelegenheit. «Es wird ein sehr enges Spiel», sagt Bachmann.

Umso wichtiger ist, dass Derendingen rechtzeitig zum Finale den Schalter nochmals umlegen kann. «Die Ausgangslage hat sich nicht verändert. Wir wussten schon vor dem Spiel gegen Zürich, dass wir aus den letzten zwei Spielen einen Sieg brauchen», sagt Bachmann. Die Aufstiegsspiele wurden klar als Saisonziel definiert.

Die verbleibenden 90 Minuten gegen Therwil auf der heimischen Heidenegg heute Samstag um 20 Uhr werden darüber entscheiden. «Wir sind bereit. Und mit viel Unterstützung findet gegen Therwil auch mal wieder ein Freistoss den Weg ins Tor», sagt Captain Andrea Vögeli.