Freude zeigte der Gemeinderat Kriegstetten beim Besprechen der Rechnung 2017. Statt des budgetierten Aufwandüberschusses von 154'914 Franken resultiert ein Ertragsüberschuss von 458'056 Franken. In Anbetracht der Investitionen, die in den nächsten Jahren anstehen, sei dies doppelt positiv zu werten. Der Ertragsüberschuss sei, so Gemeindepräsident Simon Wiedmer, vor allem auf die steigenden Steuereinnahmen bei den natürlichen, aber auch den juristischen Personen zurückzuführen.

Tatsächlich hat Kriegstetten in jeder einzelnen Position im Konto «Steuern» mehr eingenommen, als budgetiert war. Total waren 3,796 Mio. Franken budgetiert, eingenommen wurden letztlich 4,354 Mio. Franken. Die wirtschaftliche Situation habe sich verbessert, was im Steuereingang spürbar sei. Kriegstetten habe leicht mehr Einwohner und – als wichtigster Grund – die Steuererhöhungen von 2014 und 2015 wirken sich mit der Rechnung 2017 erstmals richtig spürbar aus, erklärt Wiedmer weiter.

Die Rechnung weist einen Gesamtaufwand von 5,424 Mio. und einen Gesamtertrag von 5,882 Mio. Franken auf. In der Investitionsrechnung wurden im Bereich Verwaltungsvermögen netto 25 098 Franken investiert. In den Spezialfinanzierungen weisen die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung einen Aufwandüberschuss aus, die Abfallbeseitigung hingegen einen Ertragsüberschuss. Das Eigenkapital beläuft sich per Ende 2017 auf 2,579 Mio. Franken.

Der Gemeinderat genehmigte die Rechnung einstimmig. Ebenso die Nachtragskredite im Gesamtbetrag von 239'069 Franken. Da keiner der Nachtragskredite grösser als 20'000 Franken ist, liegen sie in der Kompetenz des Gemeinderates.

Nullsummenspiel

Der Gemeinderat möchte die Pensenerhöhung, die vor einem Jahr befristet durch den Souverän bewilligt wurde, in einen definitiven Zustand überführen. Zurzeit ist die Gemeindeverwalterin in einem Pensum von 80 Prozent, die Finanzverwalterin zu 60 Prozent und die Angestellte, die die Einwohnerdienste betreut, ebenfalls zu 60 Prozent angestellt. Die Finanzverwalterin kann mit dem Pensum von 60 Prozent alle Aufgaben selbst bewältigen: Rechnungsabschluss, Budget, Betreibungswesen und die Mehrwertsteuerabrechnungen. Damit muss die Gemeinde keine externe Hilfe mehr in Anspruch nehmen.

«Für den Gemeinderat ist klar, dass dies der richtige Weg ist. Wir möchten alle Aufgaben in unserer Verwaltung erledigen können. Dafür brauchen wir aber die 40 Prozent für die Finanzverwaltung, die vor einem Jahr als befristete Lösung bewilligt wurden.» Dadurch, dass die externe Hilfe nicht mehr nötig ist und im Bereich Verwaltung weitere Einsparungen getätigt wurden, sei das Ganze finanziell ein Nullsummenspiel. Es habe sich im Laufe des letzten Jahres gezeigt, dass die zurzeit 200 Stellenprozente und deren Verteilung auf die drei Angestellten ideal seien, um alle Aufgaben erledigen zu können.