Umbauten, Neubauten und Sanierungen beschäftigten den Gemeinderat etwas mehr als einen Monat vor der Budgetdiskussion an der Gemeindeversammlung. Die Zeit drängt, will man dem Souverän für nächstes Jahr noch für ein Projekt gewinnen.

Allerdings müssen in der Finanzplanung, welche die Investitionen der nächsten fünf Jahre auflistet, Vorhaben oder Wünsche zurückgestellt werden, damit 2016 die wichtigen Projekte Verwaltungsgebäude und Schulraumplanung priorisiert werden können – und gleichzeitig die Finanzplanung aufgeht.

Das Haus, in dem die Gemeinderatssitzung stattfand, ist ein Umbauprojekt. Nachdem man sich dagegen entschieden hatte, die Gemeindeverwaltung in die neuen Gebäude im Zentrum zu verpflanzen, soll nun das bestehende Verwaltungsgebäude saniert werden.

Hier stand zudem die Möglichkeit eines Abbruchs zur Diskussion. Ein Abbruch und Neubau wäre aber wesentlich teurer als eine Sanierung. Gemeindepräsident Hardy Jäggi (SP) will das Gebäude aber auch aus einem anderen Grund nicht abreissen lassen.

«Das Gebäude ist baulich soweit in Ordnung und noch eines der wenigen charakteristischen Gebäude in Recherswil.» Daniel Murer (FDP) und Peter Christen (SP) vertraten die gleiche Meinung. Nicht zufrieden zeigte sich Christian Erzer (FDP). Er hätte aus energetischer Sicht einen Neubau bevorzugt.

Neue Varianten Schulraumplanung

Schon sehr weit gediehen ist man in der Schulraumplanung. Der Gemeinderat hatte die Planer angewiesen, weitere Varianten auszuarbeiten, um die bestehenden Probleme zu lösen.

Beide Varianten erwiesen sich aber als unbefriedigend, sodass der Gemeinderat über die beiden bisher favorisierten Varianten diskutieren musste und allenfalls entscheiden konnte.

Die Variante 1, die sogenannte Vollvariante sieht den Neubau eines Doppelkindergartens im Schulareal vor. Sie ist mit geschätzten Totalkosten von 4,56 Millionen Franken zirka eine Million Franken teurer als Variante 2.

In dieser wird auf einen Neubau verzichtet, dafür wird der bestehenden Kindergarten im Winkel ennet der Hauptstrasse zu einem Doppelkindergarten ausgebaut. In beiden Varianten erfährt das Alte Schulhaus diverse Sanierungs- und Umbaumassnahmen im Umfang von zirka 2 Millionen Franken.

Die Million Unterschied könnte sich bei einem Verkauf der Liegenschaft im Winkel relativieren. Allerdings könnte die Gemeinde das Gebäude auch für andere Zwecke nutzen. Gemeindepräsident Hardy Jäggi denkt beispielsweise an einen Jugendraum.

Preis versus pädagogischer Nutzen

In der Diskussion kam man nicht so richtig vom Fleck, auch weil die Leiterin des Ressorts Bildung, Gemeinderätin Maria Rothenbühler (CVP), die Vollvariante aus pädagogischen Gründen vorzog.

«Der Neubau im bestehenden Schulareal wäre für die Kinderkartenkinder die optimale Lösung», ist sie sich sicher. Daniel Murer ist dagegen überzeugt, dass die Kleinkinder einen eigenen Standort für ihren Kindergarten brauchen.

«Ich tendiere dazu, den Kindergarten im Winkel auszubauen.» Der Gemeindepräsident schloss sich Murer an und brachte auch den Preis als Argument. «Es geht immerhin um eine Million Unterschied.»

Inhaltlich gesehen würden aber, so Hardy Jäggi, beide Varianten die gesteckten Ziele für die Schulraumplanung der nächsten Jahre erfüllen. «Laut Finanzplan ist die Vollvariante möglich», entgegnete Maria Rothenbühler.

Man einigte sich schlussendlich darauf, an der Gemeindeversammlung den Anwesenden eine Auswahl zwischen den beiden Varianten zu ermöglichen. Es bleibt also den Ressortverantwortlichen genügend Zeit, das Argumentarium zu vertiefen.