Projekt
Sanierung auf 620 Metern: So wird der Bahnhof Oberdorf umgebaut

Beim Bahnhof in Oberdorf werden Trassee, Perron und Gebäude von 2021 bis Ende 2022 umfassend erneuert oder saniert. Das beinhaltet auch eine Reduktion der Gleise, die durch den Bahnhof führen.

Urs Byland
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Bahnhof Oberdorf soll saniert werden
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Das Perron am Bahnhofgebäude weicht einem neuen, das 110 Meter lang und 55 Zentimeter hoch sein wird. Dieses ist damit behindertengerecht gestaltet.
Auf 620 Metern ist eine Fahrbahnerneuerung mit Gleisentwässerung vorgesehen.
Das Perron 2 bleibt im heutigen Zustand bestehen und wird nur noch in Ausnahmefällen benutzt.
Das Bahnhofsgebäude und die darin bestehende Wohnung werden ebenfalls erneuert.
Was mit dem Magazin geschieht, ist noch unklar.
Der Weissensteintunnel wird von der BLS saniert, damit er weiterhin benutzt werden kann

Bahnhof Oberdorf soll saniert werden

Solothurner Zeitung

Der Entscheid der Bern–Lötschberg–Simplon-Bahn, den Weissensteintunnel weiterhin zu betreiben, hat Auswirkungen auf die gesamte Strecke zwischen Solothurn und Moutier. Fahrbahn, Bahnstromanlagen, Bahnhöfe und Haltestelle entlang der Strecke sind veraltet. Diverse Kunstbauten haben Erneuerungsbedarf. Zudem sind die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes und des Perronnutzlängenstandards nicht erfüllt.

Diese Situation trifft auch auf den Bahnhof Oberdorf zu. Auf der Gemeindeverwaltung liegt ein umfangreiches Paket zum Umbau Bahnhof Oberdorf auf. Diverse Berichte und Pläne erklären, was auf einer Bahnstrecke von 620 Meter bis zum Südportal des Weissensteintunnels verändert werden soll.

Auf dem rot umrahmten Abschnitt wird gebaut.

Auf dem rot umrahmten Abschnitt wird gebaut.

zvg

Die Stumpengleise werden aufgehoben

Vorgesehen ist auf der gesamten Strecke eine Fahrbahnerneuerung mit Gleisentwässerung. Durch das Umbauprojekt wird die Gleisgeometrie leicht verändert. Das neue Gleis 1 wird bis zu zwei Meter verschoben. Die Geometrieoptimierungen reichen bis in den Tunnel hinein. Neu gibt es nur noch zwei Gleise durch den Bahnhof.

Zudem werden im Perimeter des Bahnhofs Oberdorf zwei neue Weichen verbaut. Alle anderen Gleise werden zurückgebaut. Das betrifft den bestehenden Industrieanschluss auf das Areal Giacometto sowie das Stumpengleis auf der Südwestseite des Bahnhofs. Ersetzt werden auch die Bahnstrom- sowie die Sicherungsanlagen.

Perron 2 wird nicht umgebaut

Im Bereich des Bahnhofs ist ein behindertengerechter Neubau des Hausperrons auf eine Länge von 110 Meter geplant. Das Perron 2 bleibt im heutigen Zustand bestehen. Es soll künftig nur noch in Ausnahmefällen sowie an wenigen Tagen im Jahr durch den Verein Tunnelkino benutzt werden. «Alle Züge werden am neuen Hausperron abgefertigt», bestätigt Projekleiter Kurt Wagner. Beim Bahnhof wird zudem die Karrenüberfahrt umgebaut und der Übergang zum Evakuierungsplatz erneuert.

Gleichzeitig zur Trassenerneuerung werden das Bahnhofsgebäude und die darin bestehende Wohnung erneuert, wobei das Hauptgebäude, die WC-Anlage und ein grosser Teil der Verladerampe bestehen bleiben. Die Buvette mit Kiosk und Telefonkabine wird rückgebaut, womit der Wartebereich vergrössert wird. Der Güterschuppen wird auf seiner Gesamtlänge geschlossen und dient künftig als Lager und für die Technik. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen.

Umbau soll gut 8 Millionen Franken kosten

Das Programm zur Erneuerung der Solothurn–Moutier-Bahn ist in sechs Lose aufgeteilt. Neben der Erneuerung der Südstrecke sind dies die Kunstbauten auf der Südstrecke, der Umbau der Bahnhöfe Oberdorf und Gänsbrunnen (Los 3), die Erneuerung des Weissensteintunnels, der Nordstrecke und der Kunstbauten Nordstrecke. Der Bahnhofumbau in Oberdorf soll 8,065 Mio. Franken kosten.

Da der Tunnel während den Umbauarbeiten gesperrt ist, wenden die Züge beim Bahnhof Oberdorf. Der Bahnhof wird mit zwei Ausnahmen, einer sieben- und einer dreiwöchigen Totalsperre, immer betrieben. Baubeginn ist im Frühling 2021. Die Inbetriebnahme erfolgt mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022.

Was passiert mit dem Magazin?

Direkt neben dem Südportal steht das Magazin. Der Bau stammt aus der Zeit der Eröffnung der Strecke Solothurn–Moutier zu Beginn des 20. Jahrhunderts und hat bahnhistorische Bedeutung, ist aber weder geschützt noch inventarisiert. Bahntechnisch hat das Gebäude keine Funktion mehr und steht seit Jahren ungebraucht als Lagerschuppen für den Baudienst zur Verfügung. Die BLS braucht das Gebäude auch künftig nicht mehr und hat mit der Gemeinde Oberdorf Kontakt aufgenommen. Diese will die Angelegenheit im Rahmen der momentan laufenden Ortsplanungsrevision prüfen. Das Ziel der BLS bestehe im Erhalt des Magazingebäudes (ohne dem Vordach). Sollte aber bis zum Ende des Bahnhofumbaus keine passende Nutzung gefunden werden, wird das Gebäude abgerissen. So wird es im Plangenehmigungsverfahren dargestellt.

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