Unterramsern

Sanieren und revitalisieren: Am Limpachkanal muss einiges getan werden

Der Limpachkanal muss im Oberlauf saniert werden.

Der Limpachkanal muss im Oberlauf saniert werden.

Die Abgeordneten aus sieben Gemeinden im bernisch-solothurnischen Gemeindeverband Limpachtal hiessen einen Planungskredit für Wasserbauprojekte am Kanal einstimmig gut.

Der Planungskredit von 105'000 Franken, den Gemeindeverbandspräsident Andreas Schluep (Messen) und Ingenieur Peter Röthlisberger (Worben) den Delegierten vorstellten, bildet den Auftakt für grössere Reparaturarbeiten am Limpachkanal. Einstimmig sprach sich die Versammlung in Unterramsern für die geplanten Massnahmen aus.

Die Sanierungen betreffen die Instandstellung der vorhandenen Ladenböden im Oberlauf von Wengi an über vorerst 2200 Metern und die Revitalisierung im Unterlauf des Limpachs über 1350 Metern zwischen Kräiligen und der Mündung in die Emme.

Schluep wies darauf hin, dass der Ersatz der schadhaften und streckenweise zerstörten Ladenböden im Limpachkanal dringend nötig sei. Wegen der schwierigen Kanalsohle waren diese Ladenböden als Grundsicherung vor Jahrzehnten zur Stabilisierung von Bett und Profil eingebracht worden und bedürften jetzt der Erneuerung. Im Sinne des Hochwasserschutzes gelte es, diese Ladenböden zu erhalten.

«Angedachte» Revitalisierung

Die Sanierung des gesamten Wasserlaufs, so der Präsident, müsse aber der amtlichen Bedingung entsprechen, dass mit den Reparaturen im Oberlauf eine etwa gleich lange Strecke im Flussverlauf revitalisiert und damit ökologisch als Fliessgewässer mit natürlichem Kanalgrund aufgewertet werde.

Gemäss Machbarkeitsstudie findet dies im Unterlauf statt, der mit wasserbautechnischen und natürlichen Gestaltungselementen auch den Waldrand am Altisberg miteinbezieht. Schluep machte nachdrücklich darauf aufmerksam, dass das Projekt vorerst nur «angedacht» sei, denn die Verhandlungen mit den Eigentümern von dafür beanspruchtem Land würden demnächst sorgfältig an die Hand genommen.

Röthlisberger erläuterte die Kostenstruktur des Planungskredits, der anteilig im Unterlauf mit 73'000 Franken wegen Gutachten und Bewilligungen höher ausfällt als der Ersatz der Ladenböden mit 32'000 Franken. Subventionen von Bund und Kantonen würden die Kosten für den brutto berechneten Planungskredit um 75 bis 80 Prozent senken, sofern durch diese Baumassnahmen ein wirklicher Mehrwert entstehe. Schluep ergänzte: «Dann hoffen wir, dass die Versammlung 2019 einen Kredit für die Ausführungskosten beschliessen kann». Mit einem Baubeginn rechnet er frühestens Ende 2019.

Gemeindebeitrag für 2019 erhöht

Einstimmig erhöhte die Versammlung wegen der geplanten Bauvorhaben den Beitrag aller Gemeinden von bisher 150'000 auf 200'000 Franken für das Jahr 2019. Keinerlei Diskussion lösten die von Melanie Madl und Andrea Winzenried (Finanzverwaltung Fraubrunnen) geführte und kommentierte Jahresrechnung 2017 aus. Der Aufwand liegt bei 245 000 Franken und lässt nach Abschreibungen einen Aufwandüberschuss von 56'687 Franken entstehen.

Das Eigenkapital des Gemeindeverbandes verringerte sich auf 375'000 Franken. Das Budget 2018 rechnet bei einem Haushalt von 276 440 Franken mit einem Aufwandüberschuss von 73'700 Franken.

Erläutert wurde der geplante normale und fallweise grössere Unterhalt, der sich aus der Reparatur von Uferanrissen und dem Mähen von Grünwuchs an Kanalboden und Bord zusammensetzt. In Absprache mit der Fischerei findet dies alljährlich nur einseitig statt. Ein besonderes Problem ergab sich mit Auflandungen bei Kyburg, die im Umfang von 3000 Kubikmetern abtransportiert werden mussten. Da es sich hier um die Schutzwasserzone 2 rund um das dortige Pumpwerk für die Grenchner Wasserversorgung handelt, befindet sich der Verband noch in Verhandlungen über die Höhe eines möglichen Beitrags an ein Messgerät zur Feststellung der Wasserqualität.

Einstimmig abgelehnt wurde die bisher gewährte Defizitgarantie an die SBB-Tageskarten der angeschlossenen Gemeinden. Ein Delegierter rief dazu auf, auch die dem Verband eingegliederte «Initiative Limpachtal» aufzulösen. «Deren Idee zur Durchführung eines Limpachtages wollen wir aber am Samstagnachmittag, 16. Juni, aufgreifen», lud Andreas Mollet Chargierte und Bevölkerung ins Festzelt des Musiktags nach Messen ein. Dort sollen dann alle Planungen zur Limpach-Sanierung vorgestellt werden.

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