Riedholz

Sandra Morstein wird deutlich zur Vizegemeinde-Präsidentin gewählt

Sandra Morstein nach ihrer Wald zur Vizegemeindepräsidentin.

Sandra Morstein nach ihrer Wald zur Vizegemeindepräsidentin.

Die neue Vizegemeindepräsidentin Sandra Morstein übernimmt das Gemeindepräsidium ad interim.

Gemeindepräsidentin Jasmine Huber (FDP) leitete am Montagabend ihre letzte Gemeinderatssitzung. Im Zentrum stand dabei die Wahl des neuen Vizegemeindepräsidiums, welches bis zu den nächsten Wahlen im Mai auch mit dem Gemeindepräsidium ad interim betraut wird. Da Beat Graf (SP) aufgrund seines Arbeitsverhältnisses das Präsidium nicht übernehmen kann, muss ein anderes Ratsmitglied ins Vizegemeindepräsidium gewählt werden. Sandra Morstein (SP) und Stephanie Ritschard (SVP) traten gegeneinander an, wobei sich Morstein in der geheimen Wahl deutlich mit fünf zu zwei Stimmen durchsetzte. 

Sandra Morstein ist Ökonomin und arbeitet bei einer Non-Profit-Organisation in Bern. Sie wohnt seit 2001 in der Region, seit fünf Jahren in Riedholz und hat drei erwachsene Kinder. Im Juni 2018 ist sie für Angela Petiti in den Gemeinderat nachgerutscht und leitet das Ressort Kultur, zudem ist sie Präsidentin der Umweltkommission und engagiert sich in verschiedenen Gremien. 

Ritschard kritisierte starre Strukturen

«Für mich war das absehbar», reagierte Stephanie Ritschard. Es sei schade, dass man auf der Gemeinde vor allem an starren Strukturen festhalten wolle. Das Ganze sei in ihren Augen ein abgekartetes Spiel gewesen, in welchem die Parteipolitik viel stärker im Vordergrund stünde als das Wohl der Gemeinde. Von «Deja-vu» und abgekartetem Spiel sprach die SVP-Kantonsrätin, weil sie bereits 2017 gegen den SP-Mann Beat Graf die Wahl um das Vizegemeindepräsidium verloren habe, dieser seine Aufgabe nun aber gar nicht wahrnehmen kann. Morstein sei hingegen gerade erst in den Gemeinderat nachgerutscht, kritisierte Ritschard. «Ich verstehe nicht, wieso man nicht zu Gunsten des Gemeindewohls entscheidet und werde weiterhin kritisch begutachten», so Ritschard.

Morstein betonte, dass es ihr ein Anliegen sei, auch die zwei Personen, welche nicht für sie gewählt haben, in ein Team zu integrieren und das Wohl der Gemeinde als oberstes Ziel zu verfolgen. Sie habe sich sehr kurzfristig zur Kandidatur entschieden und freue sich, dass dieses Amt gut mit ihrem 65%-Pensum vereinbar sei.

Jasmine Huber, die ihr Präsidium aufgrund ihrer neuen Arbeitsstelle per Ende 2019 niederlegt, versicherte, dass sie während der Übergangsphase unterstützen könne.

Pensum nicht erhöht

Zu einer hitzigen Diskussion kam es schliesslich im letzten Traktandum, in welchem die Stellenerhöhung des Gemeindepräsidiums um zehn Prozent beantragt wurde. Per Juli 2020 wären das dann 40 Prozent, der Souverän hätte das letzte Wort. Wie allen bekannt sei, habe die Überprüfung durch die Firma BDO ergeben, dass der Zeitaufwand bei 50 Prozent ohne diverse Sitzungsteilnahmen liege, so Huber. Es sei ihr deshalb ein Anliegen, das Präsidiumspensum nun, da sie demissioniert habe, anzuheben. «Man kann ja nicht ein Amt übernehmen und gleich das Pensum erhöhen», begründete sie. Der Rat zeigte sich kritisch – es brauche noch Zeit, so der Grundtenor. Ein Zeichen zu setzen sei zwar wichtig, doch einen Schnellschuss müsse man verhindern, so Michael Jährmann (FDP). Martin Reber (CVP) bemängelte die fehlenden Grundlagen. Zudem kritisierte er, dass die Einführung von Prozess- und Führungshandbuch nicht vorangeschritten sei und tönte auch Kritik gegenüber der Verwaltung an. «Ich möchte wissen, welche Tätigkeiten des Präsidiums vielleicht anders verteilt werden könnten», so Reber. Trotz Hubers klarem Schlussvotum, «30 Prozent reichen für das Gemeindepräsidium nicht aus», blieb mit ihrer Befürwortung allein. Morstein und Graf enthielten sich, alle anderen waren dagegen. 

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