Gemeindepräsidium
Sandra Morstein gewinnt klar die Ersatzwahl des Gemeindepräsidiums Riedholz

Bei einer Stimmbeteiligung von 41,99 Prozent holt sich die bisherige Gemeindepräsidentin ad interim das Amt mit 564 Stimmen. Gegenkandidat Ulrich Kammer kommt auf 120 Stimmen.

Urs Byland
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Sandra Morstein ist die neue Gemeindepräsidentin von Riedholz.

Sandra Morstein ist die neue Gemeindepräsidentin von Riedholz.

Michel Lüthi

Die Ungewissenheit ist für Sandra Morstein vorbei. Nach gut einem halben Jahr als Gemeindepräsidentin ad interim kann sie nun das «ad interim» vergessen. Sie wurde von der Bevölkerung von Riedholz mit grossem Vorsprung auf ihren Rivalen Ueli Kammer gewählt und ist damit die erste SP-Gemeindepräsidentin von Riedholz.

Der Ausgang der Ersatzwahl für das Gemeindepräsidium könnte klarer nicht sein. Von den abgegebenen, gültigen 666 Stimmen holte sich Sandra Morstein (SP) mit 546 über 80 Prozent. Ulrich Kammer (Parteillos), der zweite Kandidat für das Präsidentenamt, erreichte einen Stimmenanteil von 18 Prozent (120 Stimmen). 39 Stimmberechtigte haben einen leeren Wahlzettel abgegeben.

An der Wahl beteiligten sich von den 1679 Stimmberechtigten deren 705 (Stimmbeteiligung: 41,99 Prozent); ein guter Wert, obwohl die bürgerlichen Parteien, in Riedholz traditionell in der Mehrheit, keine Kandidaturen einreichten. 2017, in der Ausmarchung um das Gemeindepräsidium zwischen Jasmine Huber, Willi Lindner und Stephanie Ritschard, lag die Stimmbeteiligung bei 47,51 Prozent.

«Das ist ein schöner Vertrauensbeweis»

Sandra Morstein freut sich in erster Linie über das klare Votum. «Es zeigt, dass ich auch viele Stimmen aus dem bürgerlichen Lager bekommen habe. Das ist ein schöner Vertrauensbeweis.» Sie habe nun einen klaren Auftrag. «Ich werde diesen so seriös wie bisher umzusetzen versuchen.»

Sie wisse, dass eine schwierige Aufgabe vor ihr liege, denn auch sie gehe davon aus, dass im nächsten Jahr die CVP und die FDP mit eigenen Kandidaturen für die dann anstehende Gemeindepräsidiumswahl antreten werden. «Ich habe nun Zeit zu beweisen, dass das Vertrauen in mich gerechtfertigt ist. Es ist eine Bewährungszeit.» Aber das sporne sie an. «Ich mag ja Herausforderungen und sehe mich in der Pflicht, mich für die Gemeinde einzusetzen.»

Enttäuschung bei Ulrich Kammer

Die Enttäuschung beim zweiten Kandidaten, Ulrich Kammer, ist gross. Er habe auf mehr Stimmen gehofft. «Ich bin erstaunt über die geringe Wahlbeteiligung. Offenbar ist es den Einwohnern egal, wer regieren soll. Wenn die Riedhölzer eine deutsche Regierung wollen, dann sollen sie das haben», greift Kammer in die fremdenfeindliche Schublade. Kammer verabschiedete sich vor der Wahl von seiner bisherigen Partei SVP, in der Hoffnung als Parteiloser mehr Stimmberechtigte anzusprechen. Seiner Meinung nach laufe vieles im Dorf schief. «Und das wird einfach akzeptiert.» Er danke seinen Wählerinnen und Wählern und wünsche ihnen viel Geduld.

Nach der Ersatzwahl ist vor der Gemeindewahl 2021

«Dieser Ausgang der Wahl war zu erwarten», erklärt Marcel Eheim für die CVP Riedholz. Seine Partei hatte einen Kandidaten bei der ersten Ausschreibung der Ersatzwahl, die wegen der Coronakrise ja verschoben werden musste. Dieser Kandidat hat aber bei der zweiten Ausschreibung zurückgezogen. «Wir werden sicher für die Gemeindewahlen im nächsten Jahr Leute rekrutieren, sei es für die Gemeinderatswahl, aber auch für die Wahl des Gemeindepräsidiums.»

Das werde auch die FDP die Mehrheitspartei im Dorf, versuchen, wie Ortsparteipräsident Dieter Schaffner erklärt. «Das soll aber nicht die Wahl von Sandra Morstein schmälern. Herzliche Gratulation. Für uns war klar, dass Einsatz, Leistungsausweis und Kompetenz bei ihr stimmten.» Die FDP-Ortspartei habe Stimmfreigabe beschlossen. «Die Kandidaten sollten mit ihrem Wirken und ihren Überzeugungen punkten.»