Zuchwil
Samtpfotige Stubentiger entzücken — 280 Rassekatzen bei der Katzenausstellung

280 Rassekatzen wurden am Wochenende im Sportzentrum in Zuchwil ausgestellt und von Richtern prämiert. Etliche Katzenliebhaber genossen es, entzückt von Samtpfote zu Stubentiger zu schreiten.

Ornella Miller
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Katzenausstellung im Dezember 2019 in Zuchwil
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280 Rassekatzen wurden am Wochenende im Sportzentrum in Zuchwil ausgestellt
Katzenausstellung in Zuchwil
Nur nicht-aggressive, nicht nervöse Tiere bestehen hier.
Die Katzenzüchter konnten sich über die Besonderheiten ihrer Vierbeiner austauschen
Schön machen für die Show
Katzenausstellung in Zuchwil
Die Käfige waren mit Rückzugsmöglichkeit und erhöhtem Sitzplatz ausgestattet
Paul Niederer mit seiner «Zuckerfee».
Ylia van den Oever mit «Le Chatte Ragdoll Sinfonía de Plata».
Nadin Sguaitamatti mit «Duriel von Kalimdor».

Katzenausstellung im Dezember 2019 in Zuchwil

Michel Lüthi

280 Rassekatzen waren am Samstag und Sonntag in der Sporthalle in Zuchwil an der diesjährig grössten Internationalen Katzenausstellung der Schweiz zu bewundern. Der Katzenclub Aargau-Solothurn führte sie durch.

Bei unserer Visite am Samstag blieb die Besucherzahl unter Erwartung, meinte Clubpräsident Wendel Stoop. «Obwohl es praktisch ist, etwa weil die Richter auch übernachten können, müssen wir hier vielleicht pausieren, damit es später wieder anzieht.»

Etliche Katzenliebhaber genossen es, entzückt von Samtpfote zu Stubentiger zu schreiten. Die Züchter präsentierten die Tiere in liebevoll eingerichteten Käfigen mit Rückzugsmöglichkeit und erhöhtem Sitzplatz, viele hofften auf einen Preis für ihre Schönheiten.

Nur nicht-aggressive, nicht nervöse Tiere bestehen hier. «Bei einer Rassekatze kennt man ihren Charakter, bei einem Mischling nicht, das ist ein Grund, ein Rassentier zu wählen», so Stoop.

Die Katzenzüchter konnten sich über die Besonderheiten ihrer Vierbeiner austauschen

Die Katzenzüchter konnten sich über die Besonderheiten ihrer Vierbeiner austauschen

Michel Lüthi

Erst seit 70 Jahren in Europa bekannt

Der 71-jährige Paul Niederer aus Wangen bei Olten hat vier Burma-Katzen dabei. Er posiert mit Kurzhaar-Katzendame «Aurora von Puccino» mit Rufnamen «Zuckerfee». «Wir hatten immer Katzen. Als ich 60 wurde, habe ich mir überlegt, was ich mit meiner Frau als gemeinsames Hobby ausüben kann.» Seine inzwischen verstorbene Frau war ein Tierfan, deswegen war die Katzenzucht naheliegend.

«Zuckerfee» trägt schon die Auszeichnung «Schönste Schweizer Katze», und nun sei sie wieder nominiert. «Burmakatzen waren ursprünglich Tempelkatzen, sie gelangten nach Amerika und später nach England. Erst vor etwa 70 Jahren kamen sie aufs europäische Festland».

Paul Niederer mit seiner «Zuckerfee».

Paul Niederer mit seiner «Zuckerfee».

Michel Lüthi

Liebenswert und menschenbezogen

Viola Stücklin Zaugg, 63, zeigt eine weibliche Halblanghaar-Katze der Rasse Maine Coon. Sie heisst «Big Giants Ressorts Esmeralda Grand Crue». Die Liestalerin züchtet aus Liebe zu Katzen. «Ich ging früher mal mit meinem ersten Kater an eine Ausstellung, und alle wollten Babys von ihm, so blieb ich halt dabei und begann zu züchten.»

Sie mache etwa an vier Ausstellungen pro Jahr mit. «Ich verkaufe lieber an Liebhaber als an Züchter, denn bei Letzteren weiss ich ja nie, was sie weiter daraus züchten.» Main Coon seien liebenswert, ruhig und menschenbezogen. «Meine ist besonders schön. Sie hat zum Beispiel grosse Ohren mit schönen Pinseln darauf».

Viola Stücklin Zaugg mit «Big Giants Resorts Esmeralda Grand Crue».

Viola Stücklin Zaugg mit «Big Giants Resorts Esmeralda Grand Crue».

Michel Lüthi

Aus Liebe zu Langhaar-Katzen

Ylia Van den Oever aus Overloon in den Niederlanden reiste mit ihren beiden Töchtern sieben Stunden an, um mit dem Ragdoll-Kater «Le Chatte Ragdoll Sinfonía de Plata» teilzunehmen. «Ich bin hier aus Liebe zu Katzen», strahlt sie.

Als sie jung war, habe sie Siamesen gehabt, und zwar, weil ihr Ex-Mann nur Kurzhaar-Katzen wollte. Ihr derzeitiger Freund möge Langhaar-Katzen, und sie selber sowieso. Darum züchte die 51-Jährige nun diese Langhaar-Rasse. Ihre Töchter machten die Katzen jeweils schön, indem sie sie etwa gerne kämmen. Sie benutze auch Facebook und eine eigene Website, um die Tiere zu verkaufen. Ihr Kater hier hat die Farbe «blau bicolour».

Ylia van den Oever mit «Le Chatte Ragdoll Sinfonía de Plata».

Ylia van den Oever mit «Le Chatte Ragdoll Sinfonía de Plata».

Michel Lüthi

Neugierig, aufgeweckt und lebhaft

«Duriel von Kalimdor» der Züchterin Nadin Sguaitamatti aus Lyssach ist eine sechsmonatige weibliche Katze der Rasse «Abessinier». Ihre Farbe bezeichnet man als «sorrel». Die Lyssacherin züchtet seit 13 Jahren. Sie besuche Ausstellungen, weil in der Schweiz kaum Abessinier zu sehen seien. Sie will sie bekannt machen. An vier bis fünf Ausstellungen jährlich nimmt sie teil.

«Sie sind neugierig, aufgeweckt, lebhaft, aber man kann sie sehr gut mit Kindern halten. Sie sind sehr fein im Umgang, beissen und kratzen nicht.» Die 37-Jährige hat selber zwei Kinder und trotzdem nie mit Züchten pausiert. «Sie mögen das mega Rambazamba der Kinder gut ertragen», lacht sie.

Nadin Sguaitamatti mit «Duriel von Kalimdor».

Nadin Sguaitamatti mit «Duriel von Kalimdor».

Michel Lüthi