Herzklopfen und ein etwas mulmiges Gefühl vor dem Besuch des Samichlaus haben nicht nur Kinder. Auch ältere Menschen bekommen beim Bimbeln des Glöckleins schon etwas feuchte Hände.

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Elisabethenheims Bleichenberg, ein christlich-soziales Alters- und Pflegeheim der Ingenbohler Schwestern, sitzen am Samstagabend schon frühzeitig an ihren Esstischen. Gerade ist der Samichlaus mit seinem Schmutzli im Haus angekommen und in den Lift gestiegen. Er besucht zunächst noch Bewohner und Bewohnerinnen auf ihren Zimmern. Personen, die nicht mehr so gut zu Fuss sind.

Nach einer guten Viertelstunde ist es dann im Speisesaal so weit: Der Samichlaus öffnet die Türe und begrüsst die Anwesenden: «Ich komme im Namen des heiligen Nikolaus und bringe euch Frieden. In Erinnerung an ihn schaue ich, was die Leute brauchen, bringe ihnen kleine Geschenke und Worte des Friedens.» Dieser Samichlaus ist ein sehr würdiger Mann.

Es sei immer schön, hierherzukommen, sagt der bärtige Mann. «Hier herrscht eine liebevolle und friedliche Stimmung. Das gefällt mir.» Und er lobt die Anwesenden, denn um Frieden in einer Gemeinschaft zu haben, brauche es den guten Willen aller. «Jedes muss da etwas dazu beitragen», sagt der Samichlaus und fordert die Anwesenden auf, ihm doch ein Versli aufzusagen. Gleich nimmt die 92-jährige Frau Kofmehl die Gelegenheit wahr, ein etwas abgewandeltes Kinder-Versli aufzusagen. «D Ruete chasch vergässe; uf die bin i nid versässe. Gib mer lieber Nuss und Bire, asi chli cha witerfiire».

Die Stimmung im Saal lockert sich merklich; es wird gelacht, und schon meldet sich eine weitere Bewohnerin zum Versli-Aufsagen. Zum Schluss gibt es feine Samichlaus-Säckli. Der Samichlaus verabschiedet sich und ein Bewohner meint: «Das nächste Jahr darfst du wiederkommen.»

Der Besuch des Samichlauses im Elisabethenheim ist aber noch nicht zu Ende. Es gibt noch das Refektorium, wo sich die Nonnen, die im Haus leben, versammelt haben. «Bei euch habe ich ja eigentlich nichts zu tun», scherzt der Samichlaus. Dennoch bleibt der Mann mit dem Rauschebart, denn hier wird noch kräftig gesungen.