Am Samstagabend fand in Derendingen eine alte Tradition ihr Ende. Der seit über 100 Jahren bestehende Samariterverein Derendingen, zu dem seit einiger Zeit auch die Gemeinden Gerlafingen, Obergerlafingen und Zielebach gehören, hat sich aufgelöst. Doch damit war noch nicht aller Tage Abend: Die Generalversammlung des aufgelösten Samaritervereins ging nach einem feinen Apéro nahtlos in die Gründerversammlung des neuen Militär-Sanitäts-Verbandes Aare Nord-Süd über. Fazit: Aus den Derendinger Samaritern werden mit dem kommenden Jahreswechsel die Solothurner Sanitäter.

Der letzte offizielle Akt des alten Samaritervereins war ein feierlicher: Nathalie Hänni, Manuela Derendinger und Katharina Christen wurde für ihren langjährigen Einsatz geehrt und zu Ehrenmitgliedern ernannt. Dann blieb nur noch die abschliessende Abstimmung, bei der eine Mehrheit von 80 Prozent nötig gewesen wäre. Schliesslich wurde die Auflösung des Samaritervereins sogar einstimmig beschlossen.

Nach dem Apéro wurde zunächst Nathalie Hänni zur Tagespräsidentin der Gründerversammlung gewählt. Koni Berger erklärte den 24 anwesenden Gründungsmitgliedern die neuen Statuten des neuen Vereins, die einstimmig genehmigt wurden. Auch der neue Vorstand und danach Kathrin Sutter als erste Präsidentin der Sanitäter wurden einstimmig gewählt. Der MSV Aare Nord-Süd nahm zusätzlich zu den anwesenden Gründungsmitgliedern auch sämtliche Ehrenmitglieder und neun Personen in Abwesenheit auf, die sich für die Versammlung entschuldigt hatten.

Keine grossen Änderungen

In ihrer kurzen Antrittsrede betonte Präsidentin Kathrin Sutter, dass sich eigentlich nicht viel ändern werde: «Wir haben ein anderes Logo, einen neuen Namen, eine andere Dachorganisation und eine neue Homepage. Aber wir sind dieselben Menschen mit unserer grossen Leidenschaft für die erste Hilfe geblieben. Wir stehen weiterhin hinter den sieben Grundsätzen des Roten Kreuzes, wir führen dieselben Kurse durch und als Sanitäter werden wir dieselben Prüfungen ablegen und dieselben Qualitätsstandards erfüllen wie bisher die Samariter.»

Auch das Vereinslokal an der Viktor-Kaufmannstrasse 1 im Keller des Derendinger Schulhauses Steinmatt bleibt dasselbe. Im kommenden Jahr werden wiederum vier Blutspendeaktionen durchgeführt. Neu wird dazu der Blutspendebus des neuen Zentralverbandes vor das Vereinslokal fahren. Es werden auch im Jahr 2019 wieder sechs Nothilfekurse, ein Reanimationskurs und zwei Kurse «Notfälle bei Kleinkindern» durchgeführt. Die Sanitäter werden genauso wie vorher die Samariter viele Anlässe in der Region betreuen, und dabei wird sich einzig der Schriftzug auf der Einsatzkleidung ändern.

Zum Abschluss der Gründerversammlung hiess der Zentralpräsident des SMSV Jürg Schmutz den MSV Aare Nord-Süd als 17. Mitglied im Verband willkommen, und so blieb am Ende nur noch die Frage, warum es überhaupt nötig war, den Samariterverein aufzulösen und die Organisation in den SMSV überzuführen. «Der Samariterbund mit seinen über 1000 Mitgliedern hat sehr straffe und gleichzeitig komplexe Strukturen. Wir haben gemerkt, dass wir mit unseren beschränkten Ressourcen nicht mehr in den Samariterbund passen und auch die Anforderungen nicht mehr alle erfüllen können», erklärte Manuela Derendinger den Wechsel. «Wir haben uns umgesehen und sind auf dem SMSV gestossen. Nun sind wir als Verein direkt dem Zentralvorstand unterstellt und die Strukturen sind viel einfacher zu handhaben.»