Daran besteht kein Zweifel: Nur der Wald stellt den würdigen Rahmen für einen Hegetag dar, wie er am vergangenen Samstag im Revier 16 begangen wurde. Und auch nach 50 Jahren habe die Bedeutung des Hegerings nicht abgenommen, betonte Präsident Konrad Isch in seiner kurzen Ansprache. «Wir bemühen uns darum, mit einer gemeinsamen Strategie die Interessen der Jäger, der Landwirte und der Forstwirtschaft in Einklang zu bringen.»

Biene als Spender des Lebens

Ein Jäger hat nie ausgelernt: Auf einem Rundgang durch den Wald oberhalb Lohns gab es viel Interessantes zu erfahren. In einer Lichtung sprach Imker Max Tschumi vom Kantonal Solothurnischen Bienenzüchterverband über den Nutzen der Bienen. «Rund 80 Prozent der Nutzpflanzen werden bei uns durch die Bienen bestäubt. Jede Biene bleibt während eines Ausflugs auf einer einzigen Art, und somit ist sie sehr effizient bei der Bestäubung.»

«Sie sind edle Geschöpfe», schwärmte Tschumi, und der Imker dürfe der Biene nicht allen Honig wegnehmen, sonst verhungere das Volk. «Das Bienenjahr beginnt im August, wenn die Winterbienen auf die Welt kommen, die den Fortbestand des Volkes im nächsten Jahr garantieren.» Dann erklärte Tschumi, wie die Bienen vor der zerstörerischen der Varroa-Milbe geschützt werden können – nämlich durch die Zugabe von Ameisensäure. Im Bienenstock verätzen die Dämpfe der Aminosäure die Atmungsorgane der Milben sehr rasch, während die Tracheen der Biene deutlich weniger sensibel auf diese natürliche Säure reagieren.

Als Gründungsmitglied und Ehrenpräsident blickte Manfred Weyeneth auf die vergangenen 50 Jahre des Hegerings Bucheggberg zurück, der bei der Gründung am 3. April 1968 noch Hegegemeinschaft hiess. «Früher galt das Revier Lüssligen als Herrenjagdrevier», erzählte Weyeneth. «Dann wurden die Reviere durch den Kanton ersteigert und die Jagdprüfungen eingeführt.» Nicht zuletzt sei es dem Einfluss des späteren Bundesrates Willi Ritschard zu verdanken gewesen, dass die Jagd heute auch den einfachen Leuten offen stehe.

Aus Vorführung wurde Ernstfall

Wie verhält man sich bei einer Schussverletzung korrekt und was ist bei einem Herzinfarkt zu tun? Beim nächsten Posten demonstrierte der erfahrene Rettungssanitäter Rolf Hunziker, worauf die Jäger bei der ersten Hilfe achten sollten. Und während Hunziker vorne noch die korrekte Seitenlage demonstrierte, verlor plötzlich jemand im Hintergrund das Bewusstsein, röchelte und erbrach. So wurde aus der Demonstration ein Ernstfall. Rettungssanitäter Hunziker kümmerte sich vorbildlich um den Patienten und die Ambulanz aus dem Bürgerspital traf in rekordverdächtiger Zeit beim Waldhaus ein.

Die Meldung, dass die gesundheitlichen Probleme weniger gravierend waren, als man nach dem ersten Eindruck hätte meinen können, machte dann bereits beim Aser (Mittagessen) die Runde. So fand das Jubiläum des Hegerings Bucheggberg mit der Präsentation der Trophäen des Jagdjahres 2017 einen feierlichen und vor allem fröhlichen Abschluss.