Am Montag wartete Charles Huber in seinem Wohnmobil am Rande des Steinbruches in Rüttenen vergebens auf eine positive Nachricht von Daniel Huber. Letzterer, Präsident der Radgenossenschaft der Landstrasse, aber nicht verwandt mit Charles Huber, konnte ihm nicht sagen, wohin er mit seinem Wohnmobil und seiner Fahrhabe gehen soll.

Der 4. Januar ist der vom Amtsgericht gegenüber der Grundstückbesitzerin Bürgergemeinde Solothurn bestätigte Termin. Bis zu diesem Termin müsste die jenische Familie Huber den seit 30 Jahren genutzten Standplatz am Rand des Steinbruchs geräumt haben.

Ist das Land bis 15. Januar nicht geräumt, müsste das Oberamt, auf Antrag, eine Zwangsräumung mit Unterstützung der Polizei durchführen. Gegen einen solchen Antrag wiederum könnte die Familie Beschwerde führen.

Wo sollen wir hin?

Wo sollen wir hin?

Vergebliches Warten

Beschwerde wollte der Radgenossenschafts-Präsident aber schon am Montag einlegen. «Die Familie Huber hatte fristgerecht vom Gericht eine Begründung für das Urteil verlangt. Das Urteil werden wir anfechten. Diese Begründung ist aber bis heute nicht zugestellt worden», sagt Daniel Huber.

Charles Huber habe seinerzeit den Vergleich nur unterschrieben, weil ihm der Kanton einen neuen Standplatz versprochen hat. Der inzwischen verfügbare Standplatz in Deitingen sei aber in nächster Nähe zu Autobahn und Hochspannungsleitung nicht menschenwürdig.

Charles Huber berichtet, dass das alte Wohnmobil bis auf das Eisengestell am Boden entfernt worden sei. Das Gestell werde in den kommenden Tagen entsorgt. «Auch der Gartenhag ist weg», so Huber. Übrig sei einzig noch das Wohnmobil, in dem er mit seiner Familie lebe.

Charles Huber senior erklärt, was es für die Familie bedeutet, ihren Standplatz in Rüttenen verlassen zu müssen. Er hofft, dass sich für seine Familie bald ein neuer Standplatz finden lässt

Charles Huber senior erklärte kurz vor Weihnachten, was es für die Familie bedeutet, ihren Standplatz in Rüttenen verlassen zu müssen.