Rüttenen
Wer wird nach Gilbert Studer der neue Gemeindepräsident? Derzeit spricht vieles für Markus Boss

Der CEO der Regiobank Solothurn will der neue Gemeindepräsident von Rüttenen werden. Seine Partei, die FDP, hat ihn für das Amt nominiert.

Fabio Vonarburg
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Markus Boss will Gemeindepräsident von Rüttenen werden.

Markus Boss will Gemeindepräsident von Rüttenen werden.

Hanspeter Bärtschi (14. November 2019)

Im Zusammenhang mit dem Gemeindepräsidium ist man sich in Rüttenen zwei Dinge gewohnt. Erstens: Der Gemeindepräsident ist ein Freisinniger. Zweitens: Es kommt zu keiner Kampfwahl um das Amt. Zurzeit deutet vieles darauf hin, dass sich daran auch bei den kommenden Wahlen im Dorf nichts ändert.

Was sich sicher ändern wird, ist der Name des Gemeindepräsidenten. Gilbert Studer (FDP) tritt nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl an, wie er es von Anfang an vor hatte. «Ich mache seit 1997 Politik», sagt Gilbert Studer. Zuerst als Präsident der Vormundschafts- und Sozialhilfekommission, von 2006 bis 2013 als Gemeinderat und seit 2013 als Gemeindepräsident. Für mich ist das Kapitel Politik bald abgeschlossen.» Wehmut verspüre er keine, sagt er weiter, «viel mehr Genugtuung. Wir haben das Dorf in den letzten Jahren weitergebracht.» Studer ist zuversichtlich, dass dies auch nach Abschluss seiner Amtszeit so weitergeht.

Markus Boss ist derzeit der Präsident der Finanzkommission

Mit Markus Boss, CEO der Regiobank Solothurn, schickt die FDP eine in der Region bekannte Persönlichkeit ins Rennen. «Markus Boss ist ein Glücksfall für Rüttenen», sagt der Präsident der FDP Rüttenen, Ivan Schmitter. Dieser habe seine Fähigkeiten bereits in seinem derzeitigen Amt als Präsident der Finanzkommission unter Beweis gestellt sowie als OK-Präsident des Dorffestes 2015. Bereits vor längerer Zeit hat Schmitter das erste Mal das Gespräch mit Markus Boss gesucht. «Ich musste schon etwas Überzeugungsarbeit leisten», so der Ortsparteipräsident.

«Ich konnte und wollte nicht sofort ja sagen», schreibt Markus Boss und begründet: «Das Amt als solches fand ich sofort reizvoll, ich musste mir aber gut überlegen, ob ich genügend Zeit finde, die anspruchsvolle Aufgabe zu erledigen.» Denn wenn er Ja sage, dann engagiere er sich, und zudem benötigte Boss zuerst die Zustimmung seines Arbeitgebers, der Regiobank Solothurn. «Diese hat meinem möglichen Amt zugestimmt», sagt Boss, der betont, dass für ihn das Engagement für die Gemeinde selbstverständlich sei. «Um der tollen Gemeinde, in der wir nun seit 20 Jahren wohnen, etwas zurückzugeben.»

Es müsste «Besonderes passieren», dass die Grünen kandidieren

Sowohl der Kandidat für das Gemeindepräsidium wie auch dessen Parteipräsident betonen, dass zuerst gewählt werden muss. Derzeit ist die Wahl von Markus Boss allerdings das wahrscheinlichste Szenario. Die FDP hat im Vorfeld der Nomination das Gespräch mit den anderen Ortsparteien gesucht. Etwa mit den Grünen, die wie die FDP derzeit drei Sitze im Gemeinderat hat. Deren Ortsparteipräsident, Thomas Bitterli, sagt: «Mit Markus Boss haben wir einen engagierten Einwohner, der das Amt gerne übernimmt. Es müsste bei den Gemeinderatswahlen schon etwas ganz Besonderes passieren, dass wir selber für das Gemeindepräsidium antreten.» Bitterli fügt aber an, dass es schon einmal schön wäre, wenn ein Vertreter einer anderen Partei als der FDP das Amt als Gemeindepräsident innehätte.

Ein Gedanke, für den auch der FDP-Präsident offen ist. Es müsse nicht immer ein Freisinniger sein, so Schmitter, für den auch Simon Knellwolf von den Grünen, der Gemeindevizepräsident, ein valabler Kandidat gewesen wäre. Dieser möchte das Amt aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht übernehmen. Schmitter: «Ich bin der Meinung, dass man jeweils die beste Person für das Dorf finden muss.» Unabhängig von deren Partei.