Rüttenen
Verkauf der Alterssiedlung ist so gut wie geritzt – die Wohnungen sollen weiterhin günstig bleiben

Die Gemeindeversammlung in Rüttenen spricht sich einstimmig für den Verkauf ihrer Anteile der Alterssiedlung an die Bürgergemeinde aus. Nun muss noch die Bürgergemeindeversammlung zustimmen. Eine Formsache.

Christina Varveris
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Die Alterssiedlung in Rüttenen ist bald ganz in den Händen der Bürgergemeinde.

Die Alterssiedlung in Rüttenen ist bald ganz in den Händen der Bürgergemeinde.

Hanspeter Bärtschi

Es war die letzte Gemeindeversammlung des Gemeindepräsidenten Gilbert Studer und alles lief wie am Schnürchen. Ohne Wenn und Aber wurde die Rechnung der Einwohnergemeinde inklusive der Nachtragskredite durchgewinkt. Auch der Verkauf der Alterssiedlung war unbestritten.

Diese soll nun ganz an die Bürgergemeinde gehen, bisher haben sich die Einwohnergemeinde und die Bürgergemeinde den «Nutzen und die Gefahren», wie das in der Fachsprache heisst, geteilt. Die Bürgergemeindeversammlung wird noch abstimmen, ob sie die andere Hälfte übernehmen will. 1'075'000 Franken kostet der Hälfteanteil. Laut Bürgergemeindepräsident Paul Dietschy sollte das nur noch Formsache sein. «Wir stehen finanziell besser da als die Gemeinde und es ist eigentlich auch unser Gebiet, die Alterssiedlung zu unterhalten», sagt er. Der soziale Aspekt soll bestehen bleiben, so Dietschy, sprich günstiges Wohnen im Alter wird weiterhin möglich sein. Renovationen stünden an, aber das pressiere nicht. Man warte dabei jeweils auf einen Mieterwechsel.

Rechnung ist leicht im Plus

Die Alterssiedlung wurde 1980 gebaut, mit dem Ziel, in Rüttenen günstiges Wohnen zu ermöglichen. Das Land gehört der Bürgergemeinde, das Haus hatte die Einwohnergemeinde gebaut. So entstand der Vertrag zwischen den beiden Gemeinden, die von da an hälftig an der Alterssiedlung beteiligt waren. Weil niemand die alleinige Besitzerin war, konnte keine der Gemeinden die Alterssiedlung Rüttenen als substanzieller Vermögenswert in den Büchern aufnehmen. Gemäss dem harmonisierten Rechnungsmodell 2 muss sich dies ändern. «Wir werden sie künftig in der Buchhaltung aufführen», sagt Dietschy.

Die Rechnung der Alterssiedlung vom 2020 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 4589 Franken ab, bei einem Aufwand von 109'506 Franken. Budgetiert war ein ausgeglichenes Ergebnis.

Weiterhin günstig wohnen

Aber mehr als dieses theoretische Problem der Finanzbuchhaltung liegt den beiden Gemeinden die Weiterentwicklung am Herzen. Wenn nur noch die Bürgergemeinde zuständig ist, kann sie die Siedlung einfacher führen. Es seien keine Änderungen geplant, sagt Paul Dietschy.

«Der Zweck der Siedlung soll erhalten bleiben.»

Die 12 Wohnungen, die zurzeit alle besetzt sind, sollen günstig bleiben. Die Alterssiedlung passe gut ins Portfolio der Bürgergemeinde, die bereits das Mehrfamilienhaus an der Feldstrasse 4 und das Einfamilienhaus an der Hubelstrasse 3 besitzt.

Abzüglich der Hypotheken bleibt der Einwohnergemeinde 780'000 Franken aus dem Verkauf. Sie will damit die Pro-Kopf-Verschuldung senken und die Fixkosten der nächsten Jahre tragen, so Gemeindepräsident Gilbert Studer. Am 3. Januar 2022 geht die Alterssiedlung an die Bürgergemeinde über.

Gerne hätte der abtretende Gemeindepräsident Gilbert Studer an diesem lauen Abend noch einen Apéro spendiert, doch Corona verhinderte das Vergnügen einmal mehr.

Kennzahlen zur Rechnung 2020 von Rüttenen

Rechnung 2019 Rechnung 2020
Erfolgsrechnung
Gesamtaufwand 6'710 6’854
Gesamtertrag 6'805 6'662
Jahresergebnis 95 -192
Steuereinnahmen nat. Pers. 4'580 4'688
Steuereinnahmen jur. Pers. 207 114
Übrige Steuereinnahmen 248 143
Gesamtabschreibungen (inklusive Spezialfinanzierung) 371 380
Investitionsrechnung
Investitionsausgaben 4'903 522
Investitionseinnahmen 369 161
Nettoinvestitionen 4'534 361
Weitere Kennzahlen
Steuerfuss nat. Pers. 112 112
Steuerfuss jur. Pers. 112 112
Selbstfinanzierungsgrad 12.2 71.9
Eigenkapitaldeckungsgrad 10.9 7.7
Netto-Vermögen pro Kopf
Netto-Schulden pro Kopf 3’229 3’253