Rückzahlungsfrist verlängert
Neubau FC Riedholz: Gemeinderat verschafft etwas Luft für die Finanzen des Fussballclubs

Der Gemeinderat Riedholz zeigt Entgegenkommen, um dem FC den Neubau des Kabinentrakts zu ermöglichen.

Marlene Sedlacek
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Der FC Riedholz muss sich finanziell nach der Decke strecken.

Der FC Riedholz muss sich finanziell nach der Decke strecken.

Hanspeter Bärtschi

Der Gemeinderat zeigte sich sehr skeptisch gegenüber dem Gesuch des FC Riedholz, den Baurechtsvertrag von 30 auf 50 Jahre zu verlängern. Auslöser für das Gesuch war der geplante Neubau des Kabinentrakts, wofür der FC eine Hypothek von 250'000 Franken bei einer Bank aufnehmen muss. Diese Hypothek müsste bis zum Ablauf des Baurechtsvertrags zurückbezahlt werden, was für den FC jährliche Kosten von knapp 9000 Franken ergeben würde.

Dazu kämen die Hypothekarzinsen sowie die Rückzahlung des zinslosen Darlehens von 50'000 Franken an die Gemeinde in den nächsten zehn Jahren, erklärte Patrick Emmenegger, Geschäftsleitungsmitglied des FC, die Sachlage. Ein Betrag, den der Verein nicht stemmen könne. Eine Verlängerung des Vertrags um 20 Jahre gäbe dem FC etwas Luft, weil die Amortisation der Hypothek über 50 anstatt 30 Jahre gerechnet werden könne, bilanzierte Emmenegger.

50 Jahre sind eine zu lange Zeitspanne

Der Gemeinderat ist sich einig, dass das Engagement des FC für die Jugend sehr wertvoll sei. Martin Reber war jedoch der Meinung, es sei nicht Sache der Gemeinde, dessen finanzielle Probleme zu lösen. Der FC dürfe anderen Vereinen gegenüber nicht bevorzugt werden, warf die Gemeindepräsidentin Sandra Morstein ein.

Die Gemeinde habe dem FC gegenüber bereits sehr viel Entgegenkommen gezeigt. Sei es durch Landkäufe, das sie als Trainingsfeld zur Verfügung stellt, oder dem zinslosen Darlehen. Es gäbe sicher noch andere Möglichkeiten zur Geldbeschaffung, meinte Morstein. Der FC habe jedoch bereits alles Erdenkliche getan, um zu mehr Geld zu kommen. Die Mitgliederbeiträge erhöht, weitere Sponsorenbeiträge reingeholt, die Eigenleistungen aufgestockt, zählte Emmenegger auf.

Stein des Anstosses waren die 50 Jahre. «Dies ist eine lange Zeit, während der die Gemeinde gebunden ist», kritisierte Michel Aebi. Die Option des FC, anstatt den Vertrag zu verlängern, die Rückzahlung des Darlehens von der Gemeinde hinauszuschieben, fand grössere Akzeptanz. Dies sei mit keinerlei finanziellem Risiko für die Gemeinde verbunden, meinte Aebi. Mit Fünf Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen nahm der Gemeinderat den abgeänderten Antrag an, die Vertragsdauer auf 30 Jahren zu belassen, dafür die Rückzahlungsfrist des Darlehens auf 30 Jahre zu erstrecken.

Hohe Investitionen und Defizit in der Erfolgsrechnung

Das Budget schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 588'000 Franken und liegt damit im ähnlichen Bereich wie im letzten Budget. Höhere Ausgaben gibt es vor allem bei der Bildung und der sozialen Sicherheit. Dafür werden etwas mehr Steuereinnahmen erwartet, erklärte Michael Feier, Präsident der Finanzkommission.

Hohe Investitionen fallen hauptsächlich bei den gemeindeeigenen Liegenschaften an, mit Sanierungen und Ausstattung verschiedener Gebäude mit Photovoltaik. Ein grosser Brocken fällt auf den Ausbau der Bergstrasse. Durch das Defizit und die hohen Investitionen zeigt der Finanzplan eine Verschlechterung der Eigenkapitalsituation in den nächsten Jahren auf.

Die Spielgruppen Riedholz werden in die Liste der Spenden und Vereinsbeiträge aufgenommen. Somit erhalten sie jährlich 2400 Franken, plus 1000 Franken als Reserve für allenfalls grössere Baumschneideaktionen auf dem Waldspielplatz.

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