Schnottwil
Rotkreuz-Fahrdienst soll beim öV-Mangel abhelfen

Nach der Schliessung der Hausarztpraxis in Schnottwil wird die schlechte öV-Anbindung im Dorf zum Problem.

Patric Schild
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«Ältere Menschen sind zurückhaltend, wenn sie ihre Gesundheit fremden Leuten anvertrauen.» Ursula Brüllhardt, Gemeinderätin

«Ältere Menschen sind zurückhaltend, wenn sie ihre Gesundheit fremden Leuten anvertrauen.» Ursula Brüllhardt, Gemeinderätin

Hanspeter Bärtschi

Die Ankündigung von der baldigen Schliessung der Hausarztpraxis Christoph Lanz aufgrund dessen Pensionierung und der fehlenden Nachfolge hatte in Schnottwil eine grosse Ungewissheit ausgelöst. Besonders ältere Mitbürger waren um ihre gesundheitliche Versorgung besorgt, wenn kein Hausarzt mehr im Dorf ist.

Gemeinderätin Ursula Brüllhardt erklärte, dass das Medizentrum von Christoph Cina in Messen sich auf den gesamten Bucheggberg konzentrieren möchte, da die Hausärzteproblematik im gesamten Bezirk gross sei.

Deshalb plädierte Brüllhardt dafür, in Schnottwil einen Begegnungsabend durchzuführen. «Besonders ältere Menschen sind eher zurückhaltend, wenn es darum geht, ihre Gesundheit fremden Leuten anzuvertrauen. Hier bietet der Anlass eine gute Gelegenheit, sich gegenseitig kennen zul ernen», so Brüllhardt.

Fahrdienst für ältere Menschen

Vizegemeindepräsident Reto Schluep argumentierte, dass es für einen Begegnungsabend bereits zu spät sei, da die Ankündigung von Christoph Lanz schon letzten Oktober erfolgte und einige Einwohner das neue Angebot bereits nutzen. «Der Informationsabend hätte dazumal stattfinden sollen, inzwischen hat sich der Wechsel etabliert», so Schluep.

Problematischer sei dagegen die schlechte öV-Verbindung nach Messen, auf welche gerade die älteren Menschen angewiesen sind. Nebst Fahrgemeinschaften unter den pensionierten Einwohnern wurde vor allem die Möglichkeit des Rotkreuz-Fahrdienstes ins Auge gefasst. Diskutiert wurde auch eine Kostenbeteiligung durch Schnottwil am Fahrdienst. Denn für die Einwohner von unterstützenden Gemeinden beträgt der Kilometerbenzinpreis lediglich 1.20 Franken statt 1.80 Franken.

Die Idee wurde vorerst allerdings wieder verworfen. Zunächst soll die Thematik ins Infoblatt aufgenommen und geschaut werden, wie gross die Resonanz ist. Der Gemeinderat entschied sich gegen einen Begegnungsabend und will stattdessen Kontakt mit dem Rotkreuz-Fahrdienst aufnehmen.

Mittagstisch wird teurer

Reto Schluep, Verantwortlicher Ressort Bildung, erläuterte dem Schnottwiler Gemeinderat, dass der in einer Pilotphase gestartete Mittagstisch des Schulverbandes Bucheggberg A3 in Lüterkofen nur schleppend vorankomme. «Die Beteiligung ist weniger gross, als wir uns erhofft hatten», sagte Schluep.

Der Mittagstisch wurde eingeführt, um die Schulzeiten verkürzen zu können. Da die Schülerinnen und Schüler aus den Bucheggberger Gemeinden Schnottwil, Messen und Lüterkofen stammen, geht durch die Mittagsverpflegung zu Hause immer viel Zeit verloren.

Dennoch soll das Pilotprojekt wie geplant ein Jahr weiterlaufen. Allerdings soll die Kostenbeteiligung durch die Eltern von bisher 11 Franken auf 15 Franken steigen. Grund dafür ist, dass auch bei privaten Anbietern der Preis bei 15 Franken liegt.

Stefan Schluep erklärte, dass er den Schritt aus finanzpolitischer Sicht zwar nachvollziehen könne, aber zur Förderung des Projekts diene diese Preiserhöhung kaum. Markus Wälti hingegen begrüsste die Änderung mit der Begründung, dass die Pilotphase denselben Preis ausweisen sollte wie der spätere Mittagstisch.

Andernfalls würden falsche Signale gesendet werden und die Leute nach Beendigung der Pilotphase wieder abspringen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, der Weiterführung des Projektes und der Preiserhöhung auf 15 Franken zuhanden der Delegiertenversammlung des Schulverbandes Bucheggberg A3 vom kommenden 26. April zuzustimmen.