Unterramsern

Roland Adatte und drei Künstlerkollegen stellen aus

Ein «Adatte»: Der Künstler ist als der Flaschen- oder Gefässmaler bekannt.

Ein «Adatte»: Der Künstler ist als der Flaschen- oder Gefässmaler bekannt.

In der Alten Brennerei in Unterramsern sind Kunstwerke zwischen Filigran und Monumental zu entdecken.

Schon lange hat man von Roland Adatte (*1951) nichts mehr gehört. Der in Biel wohnhafte, in Balsthal geborene Künstler ist als der Flaschen- oder Gefässmaler bekannt. Eine Krankheit hat ihn in den vergangenen Jahren etwas in seinem Schaffen zurückgebunden. Doch nun haben es Alfred Maienfisch und Tom Gantner, die beiden Galeristen der Alten Brennerei in Unterramsern geschafft, von Adatte ein paar neuere und ältere Arbeiten zeigen zu können.

Monumentales von Adatte ist gleich beim Eintritt in die Galerie-Räume zu entdecken. Ein riesiges Gemälde mit vier Gefässen begrüsst den Gast. Dunkel, sperrig, doch auch bläulich-verletzlich lässt es die Gefühlslage des Künstlers erahnen und zeigt gleichzeitig seine Meisterschaft für Farbgebung und Formgefühl. Weitere Stücke sind düster in Schwarz und Grau, doch auch helle gelb-grünliche, fröhliche unbeschwerte Formen. So offenbart sich Adatte in seinen Arbeiten, auch wenn das Motiv stets das gleiche ist.

Kleine Bronzefiguren

Vom Monumentalen geht es ins Filigrane mit den Arbeiten von Steff Lüthi (1955). Winzige Bronzefigürchen, die per Stahldraht ein paar Zentimeter von der Wand wegstehen, strahlen ein eigentümliches Eigenleben aus. Lüthi, der im Tessin und in der Toscana arbeitet, gibt jedem einen Namen oder ein Attribut. Dann wiederum setzt er sie auf übergrosse Treppen, in geheimnisvolle Häuser oder stellt sie auf massive Stelen. Oft bekommen sie auch Flügel oder sitzen am Rand eines Brunnenbeckens.

Es ist eine ganze Welt, denn im Kleinen lässt sich deren Wahrheit erkennen. Eine ganz eigene, fantasievolle Welt erschafft sich auch Sabina Hofkunst (*1946), die in Cudrefin lebt und arbeitet. Die ausgebildete wissenschaftliche Zeichnerin schafft ein Fischschwein, ein bisher unbekanntes Meerschweinchen oder eine Erdbeernane. Objekte, die ihrer Fantasie entstammen, doch so gezeichnet sind, dass man glaubt, sie auch schon mal gesehen zu haben.

Der Surrealismus lebt in den Arbeiten von Hofkunst auf. Der Vierte im Bunde ist der Thurgauer Bildhauer Gabriel Mazenauer (*1970). Von ihm sind kleinere und grössere Objekte in Stein oder Stahl zu entdecken. Verschachtelte Stelen, kühne Kreisel, fächerartige, raumfüllende Objekte. Keine Form bleibt von ihm nicht untersucht; er ist ein Experimentierer.

Bis 8. Juli. 1. Juli 10–14 Uhr Brunch mit Landchuchifeen

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