Subingen/Bellach
Rohn Elektro AG eröffnet zweites Standbein in Bellach

Die Rohn Elektro AG baut aus. Das Unternehmen eröffnet in Bellach eine Filiale mit vorerst vier Mitarbeitern.

Rahel Meier
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Der Heissluftballon mit dem Rohn-Logo darf sieben Jahre lang fliegen und kommt auch beim Firmenjubiläum in zwei Jahren zum Einsatz.zvg

Der Heissluftballon mit dem Rohn-Logo darf sieben Jahre lang fliegen und kommt auch beim Firmenjubiläum in zwei Jahren zum Einsatz.zvg

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Auch in der Elektrobranche wird das wirtschaftliche Umfeld immer schwieriger. Viele Firmen werden von grösseren Unternehmen aufgekauft. Die Rohn Elektro-Unternehmen AG hatte schon mehrmals Angebote. «Verkaufen kommt aber für mich nicht infrage», erklärt Thomas Siegenthaler. Er ist seit 2015 Mehrheitsaktionär der Rohn Elektro-Unternehmen AG, in der er seit 22 Jahren arbeitet.

Siegenthaler geht nun sogar in die Offensive und eröffnet eine Zweigstelle in Bellach mit vier Mitarbeitern. Bellach sei ideal, um die Gemeinden im Leberberg sowie den westlichen Teil von Solothurn zu bedienen. Zudem seien die Monteure schneller in Langendorf, wo ein Grossauftrag für die Einwohnergemeinde (Erweiterung Schulhaus) an Land gezogen werden konnte. Es gebe aber noch weitere Gründe für die Filiale im Leberberg. Siegenthaler möchte auch für potenzielle Arbeitnehmer ein attraktives und interessantes Umfeld in der Region Bellach schaffen. Das 4-er Team in Bellach bestehe jetzt bereits aus drei Bellachern und ein Mitarbeiter wohnt in Lommiswil.

Thomas Siegenthaler, Mehrheitsaktionär und Geschäftsleiter Rohn Elektro-Unternehmen AG

Thomas Siegenthaler, Mehrheitsaktionär und Geschäftsleiter Rohn Elektro-Unternehmen AG

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Alle Bereiche

Rohn deckt alle Bereiche ab, die ein Elektrounternehmen anbieten kann. Jede Art von elektrischen Installationen, modernen Kommunikationsanlagen und komplexer Gebäudetechnik im Grossen wie im Kleinen. Ein weiterer Geschäftszweig ist der Kabel- und der Freileitungsbau. Hier werden neue Siedlungsgebiete an das Elektrizitätsnetz angeschlossen. Licht auf Strassen und für Sportanlagen gehört ebenfalls dazu. Aktuell erneuert Rohn das Kommunikationsnetz auf Glasfaser für die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden Subingen, Langendorf und Etziken.

Der grösste Teil der Angestellten der Firma sind gelernte Elektroinstallateure, Netzbauer und Netzelektriker. «Für mich ist es wichtig, dass wir alle Bereiche innerhalb unseres Business anbieten können. Wenn es in einer Abteilung einmal etwas schlechter läuft, dann können wir das in aller Regel innerhalb unseres Geschäftes ausnivellieren.» Es bewähre sich zudem, dass die Firma alles aus einer Hand anbieten könne.

Heute 52 Mitarbeitende

Die Rohn Elektro-Unternehmen AG wurde am 1. August 1961 von Alexander Rohn als Einzelfirma gegründet. Zu Beginn war Rohn mit dem Fahrrad und einem Veloanhänger unterwegs. Die Firma entwickelte sich aber schnell und schon bald hatte Rohn zwei Angestellte. Das Jahr 1962 geht mit dem Start in den Kabelfreileitungsbau in die Gründungsgeschichte ein. Im gleichen Jahr begann der erste Lehrling die Lehre als Elektro-Monteur. Im Jahr 2002 zog sich Alexander Rohn aus der Firma zurück und Thomas Siegenthaler, Hanspeter Kummli und Martin Jutzeler übernahmen die Aktien der Firma in Form eines Management-Buy-outs. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Firma bereits 34 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 übernahm Thomas Siegenthaler zusätzlich das Aktienpaket von Hanspeter Kummli, der pensioniert wurde und sich zurückzog.
Heute beschäftigt die Rohn Elektro-Unternehmen AG als privates Unternehmen 52 Mitarbeitende, elf davon sind Lernende. Seit diesem Monat hat die Firma zudem eine Filiale an der Gewerbestrasse 27 in Bellach. (rm)

«Unser Arbeitsumfeld hat sich in den letzten Jahren stark verändert», so Siegenthaler. Früher hat Rohn beispielsweise viele Aufträge vom hiesigen Netzanbieter erhalten. Heute gehört die AEK der BKW, diese wiederum hat mit Arnold eine Tochterfirma, die einen grossen Teil der Netzbauarbeiten für den Konzern erledigt. Auch Onyx und die ISP sind darin eingebunden. «Glücklicherweise konnten wir dies kompensieren. Dass die Bautätigkeit abgenommen habe, spüren wir nicht.» Die Rohn Elektro-Unternehmen AG arbeitet vorwiegend in der Grossregion Solothurn. Man kennt die Firma aber in der Zwischenzeit in der ganzen Schweiz. Die Firma betreut beispielsweise die Filialen von «Fressnapf».

Die Rohn Elektro-Unternehmen AG behauptet sich gut. Das bestätigt Siegenthaler: «Der Firma geht es gut. Die Geschäftszahlen stimmen.» Grossaufträge wie derjenige in der ETA in Grenchen, der Solothurner Spitäler AG und der Umbau der Kantine auf dem ehemaligen Borregaard-Areal helfen dabei sicher mit . «Für uns ist es aber nicht vorrangig, um jeden Preis den Umsatz zu steigern», erklärt Siegenthaler.

Rohn habe viele langjährige Mitarbeiter, die sich überdurchschnittlich engagieren. Dem Personal müsse es wohl sein, und man versuche, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Mit Freude erwähnt Thomas Siegenthaler in diesem Zusammenhang die beiden Flüchtlinge, die in der Firma eine Lehre als Netzelektriker machen. Einer kommt aus Syrien, der andere aus Afghanistan. «Die beiden setzen sich stark ein und geben sich auch in der Schule und mit Deutsch lernen grosse Mühe.»

Rohn bleibt Rohn

Thomas Siegenthaler kommt ursprünglich aus dem kaufmännischen Bereich. 1996 kam er zu Rohn. Sein damaliger Chef Alexander Rohn ermöglichte ihm die Weiterbildung zum Buchhalter, danach kam eine Ausbildung in Betriebswirtschaft sowie Unternehmerschulung dazu. Er ist Rohn bis heute dankbar, dass dieser ihm die Chance gab, sich beruflich weiterzuentwickeln, und er dadurch später gemeinsam mit seinen damaligen Partnern die Firma übernehmen konnte. «Das ist auch ein Grund, wieso ich den Namen der Firma stehen lasse. Man kennt ‹Rohn›», so Siegenthaler.

Heute ist Thomas Siegenthaler nicht nur für das Akquirieren der Aufträge, die Administration und das Personal verantwortlich, sondern auch für das Marketing. Dabei geht er auch ungewöhnliche Wege. Seit zwei Wochen fliegt ein Heissluftballon in den Farben und mit dem Logo der Rohn Elektro-Unternehmen AG in der Region. «Ein junger und engagierter Pilot hat mich angefragt. Ich war mir am Anfang nicht ganz sicher, ob dies die richtige Werbeplattform ist.» Aber der Effekt sei gross, der Ballon falle auf und trage den Namen Rohn tatsächlich überall hin. «Wer weiss; vielleicht sind wir bei zunehmendem Verkehrsaufkommen einmal froh über das ungewöhnliche Firmenfahrzeug», scherzt Siegenthaler.