Es geht in grossen Schritten weiter mit den Arbeiten für den Hochwasserschutz und die Revitalisierung der Emme zwischen dem Wehr in Biberist bis hin zur Aare. Im letzten Jahr wurde vor allem auf dem Gemeindegebiet von Biberist und angrenzend in Derendingen gearbeitet. Nun beginnen die Rodungen in Zuchwil und Luterbach und zusätzlich auf einem weiteren Teilstück in Derendingen/Luterbach. Die Verantwortlichen haben sich dazu entschieden, den ursprünglichen Fahrplan leicht umzustellen. Die Koordination mit Drittprojekten mache dies nötig, wie in der letzten Baustellen-Info nachzulesen ist. Diese Drittprojekte sind der Neubau der Kehrichtverbrennungsanlage (Kebag Enova) und der Ersatz der Kantonsstrassenbrücken zwischen Luterbach und Zuchwil.

Als Vorbereitung für die Wasserbauarbeiten werden bis Ende Jahr in den drei Gemeinden weitere 7,8 Hektaren Wald gerodet. Unmittelbar danach starten die Wasserbauarbeiten in Luterbach und Zuchwil auf den letzten 1,4 km der Emme vor der Einmündung in die Aare. Zwischen der Autobahnbrücke und der SBB-Brücke (Jurasüdfusslinie) soll die Emme künftig auf einem Teilstück von rund 600 Meter Länge den Gewässerlauf selbst gestalten können. Dafür braucht der Fluss mehr Raum. Die bestehenden Uferverbauungen werden darum, ausser bei den Brücken, rückgebaut. Auf beiden Seiten der Emme sind Erosionsgrenzen vorgesehen. Parallel dazu beginnen die Arbeiten für den Brückenersatz, die drei Jahre dauern.

Dämme in Derendingen

Obwohl die Emme mehr Platz erhält, müssen die Siedlungsgebiete teilweise mit Schutzdämmen vor Überflutungen geschützt werden. Ab Anfang 2019 wird entlang der Unteren Emmengasse und am linken Ufer des Emmekanals jeweils ein Hochwasserschutzdamm – ähnlich wie derjenige in Biberist – geschüttet. Die Dämme werden angesät und mit niederwachsenden Sträuchern und Bäumen bestockt. Auf dem Damm entlang des Emmekanals wird künftig auch der Fuss und Radweg geführt.

Das Naturschutzgebiet Emmenschachen wird mit den Arbeiten aufgewertet. Es sollen zwei 10 Meter breite Initialgerinne angelegt werden, dazu ein blind endender Altarm und mehrere Stillgewässer. Der Altarm werde sich laut Experten zu einem wertvollen Rückzugsgebiet für Jungfische entwickeln. Die Stillgewässer besitzen als Laichgebiete für Amphibien eine grosse Bedeutung. Zusammen mit der Emme und den Waldgebieten werde sich im Emmenschachen ein abwechslungsreiches Mosaik an Lebensräumen mit zum Teil selten gewordenen Pflanzen- und Tierarten entwickeln. Während der Bauarbeiten sind Beeinträchtigungen für die Anwohnerschaft und Naherholungssuchende unvermeidlich. Wege entlang der Emme werden aus Sicherheitsgründen teilweise gesperrt.