Dieses Wochenende machte das mobile Kino der Schweiz auch in Bolken halt. Im Rahmen von Roadmovie wurde in der Turnhalle des Dorfes der Film «Schweizer Helden» aufgeführt.

Was ist Roadmovie? Roadmovie ermöglicht es, durch die Schweiz zu reisen und in kleineren Gemeinden auf dem Land gemeinsam mit lokalen Partnerinnen und Partnern Schweizer Filme zu zeigen und Begegnungen mit Filmschaffenden zu ermöglichen.

Es soll die Schweizer Filmkultur fördern. Zum 14. Mal findet es nun statt, und dieses Jahr ist es seit Mitte September auf Tournee. Roadmovie macht in Ortschaften Halt, die nicht mehr als 5000 Einwohner, kein eigenes Kino, aber dafür eine Primarschule haben. Bolken erfüllte diese Kriterien und durfte somit bei Roadmovie mitmachen.

Locker und familiär

In der Turnhalle waren Stühle aufgestellt worden, und vorne in der Mitte präsentierte sich die Kino-Leinwand. Die Wände waren mit Plakaten, Sternen und Lichtlein dekoriert.

All dies wurden im Vorfeld von den Schülern der Primarschule selbst gemacht. Von Sternen, die mit prominenten Namen beschriftet wurden, bis zum goldigen Oscar war alles zu finden. Auch eine Bar und ein Popcornstand wurden aufgestellt. Die Popcornmaschine machte vor allem den Kindern grosse Freude.

Kurz nach acht Uhr begrüssten Lilith Fluri, Mitglied des Organisationskomitees von Bolken, und Alva Hagner, Moderatorin und Organisatorin von Roadmovie, die Gäste. Auch Schauspielerin Esther Gemsch, die die Hauptrolle im Film spielt, wurde nach vorne gebeten und dem Publikum vorgestellt.

«Schön, dass auch du den Weg nach Bolken gefunden hast», sagte Hagner und übergab Gemsch ein Präsent. Alles wirkte sehr locker und familiär. Kurz darauf spielte man den Kurzfilm «Der Filmbringer» ab, und danach ging es mit dem Hauptfilm weiter.

In der Pause unterhielten sich die Menschen, schlürften Champagner oder tranken Bier. Die Kinder knabberten genüsslich ihr Popcorn. «Genau um das geht es beim Roadmovie. Einen schönen Abend zusammen verbringen», sagt Alva Hagner. Das Roadmovie Projekt sei ein Erfolg. Letztes Wochenende hätte man bis zu 230 Besucher an einem Abend begrüssen können, informierte Hagner.

Dies sei rekordverdächtig gewesen. Roadmovie wird vom Bund, den Kantonen und anderen Sponsoren unterstützt. «Natürlich ist auch die Kollekte vor Ort wichtig und man darf nicht vergessen, dass heutzutage ein Kinoeintritt fast 20 Franken kostet», sagt Hagner.

Ihre zwei Begleiter, die für die Technik zuständig sind, heissen Kevin Graber und Nils Hedinger. «Zusammen sind wir ein tolles Team», sagt Alva. Natürlich sind die drei nicht die Einzigen, die beim Roadmovie mitmachen. Roadmovie macht auch in der Romandie und im Tessin Halt. «Für diese Region sind andere zuständig», erklärt Hagner.

Fragerunde mit Esther Gemsch

Der Film «Schweizer Helden» handelt von einer allein gelassenen Frau, die sich über die Weihnachtszeit alleine vorfindet und mit einer Gruppe von Asylbewerbern die Geschichte von Wilhelm Tell aufführen möchte.

«Der Humor gehört zum Leben, wie Essen und Trinken. Auch bei heiklen Themen sollte man auf Humor nicht verzichten müssen.», so Gemsch auf die Frage, wie man denn an die nicht ganz einfache Thematik des Films rangegangen sei.

Im Anschluss zum Film wurde eine Fragerunde eröffnet und man konnte Esther Gemsch Fragen jeglicher Art stellen. Zum Schluss wurden noch alle aufgefordert etwas ins Gästebuch zu schreiben. Unter grossem Applaus ging ein gelungener Abend zu Ende.