Das Quartier Unterfeld grenzt an die «Widi». Die Swiss Prime Site will das gemeindeeigene Landstück «Widi» mit den Fussball- und den Tennisplätzen, zum schon vorhandenen Landbesitz (Sulzer-Areal) dazukaufen. Die beiden Areale sollen im Riverside-Projekt zu einem neuen Quartier verschmelzen.
Informationen wurden bereits viele an verschiedenen Anlässen (wir berichteten) gestreut. Ein Detail in den Ausführungen des Ortsplaners Walter Weber ist erwähnenswert. Er nannte die Zusammenarbeit mit den Investoren einen Glücksfall: «Sie sind selber auf die Idee gekommen, für die Entwicklung des ganzen Riverside-Areals einen Studienauftrag zu machen. Das ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. So können wir schon von Anfang an mitreden und in einer frühen Phase Dinge ansprechen, die der Gemeinde nicht dienen.»

Aareufer renaturieren

«Warum können wir das Land nicht einfach in Ruhe lassen und beispielsweise einen Park erstellen», kam eine Frage aus dem 35-köpfigen Publikum im Unterfeld. Fussballfelder und Tennisplätze hätten mit Naherholung nichts zu tun, so die Meinung des Ortsplaners. «Das ist für ‹Privilegierte›.» Es gebe zudem genügend Beispiele für Vereine auf der grünen Wiese, die ihr Areal plötzlich umzingelt von Wohnbauten wiedergefunden hätten, mit den entsprechenden Lärmproblemen. «Wenn wir die Vereine beim Sportzentrum zusammenführen könnten, gewinnen wir alle.» Investorenvertreter Markus Hauri ergänzte: «Wir wollen kein Resort mit einer Mauer rundherum bauen. Die Aare muss zugänglich bleiben.» Zudem soll der Aareraum renaturiert werden, was auch ein Anliegen des Kantons sei.

Die Frage, ob Altlasten vermutet werden, bejahte Markus Hauri. «Jede Industriebrache ist verdächtig», fügte Walter Weber an. Im Fall des Riverside- Areals seien die Altlasten aber harmlos. «Wir haben keine Mülldeponie dort und auch keine FCKW-Altlast», erklärte Bauverwalter Peter Baumann. Und: «Bei einem Verkauf der Widi, trägt der Käufer das Risiko.»

Jede Planung bringt Besserung

Was die Unterfelder stark interessierte, ist ein verträglicher Übergang zwischen dem Unterfeld und dem neuen Quartier. «Genau auf solche Dinge werde ich schauen», sagte der Ortsplaner. Er sei aber überzeugt, dass auch die fünf in den Studienauftrag involvierten Büros das merken würden. Peter Baumann wies auf die bestehende Zone hin. «Heute haben wir eine Gewerbezone. Bei Nahbaurecht sind Bauten mit einer Höhe bis zu 10,5 Meter möglich. Ich denke, jede Planung bringt hier eine Verbesserung.» Es sei zu erwarten, dass einige Wohnbauten höher als dreistöckig ausfallen würden, erklärte wiederum Markus Hauri. «Heute baut man tendenziell höher, aber auch zugunsten von mehr Grünräumen.»

Die Frage nach den Auswirkungen auf den Verkehr durfte nicht fehlen. «Der Gemeinderat hat eine Wirkungsanalyse in Auftrag gegeben», berichtete Gemeindepräsident Stefan Hug. Ortsplaner Walter Weber erinnerte an die Vergangenheit, als das Wachstum in den Gemeinden rund um Zuchwil stattfand, während Zuchwil unter dem Pendlerverkehr der bis zu 3000 Mitarbeiter der Sulzer litt. «Wir haben heute noch einen Überschuss der Fahrten von Pendlern nach Zuchwil hinein.»

«Sind wir attraktiv genug?»

Braucht Zuchwil so viel neuen Wohnraum. Sind wir genügend attraktiv.» «Wir arbeiten daran», kam schlagfertig die Antwort des Gemeindepräsidenten. «Wir haben Investoren, die an Zuchwil glauben», sagte Markus Hauri. Und der Ortsplaner hält sich an das neue Raumplanungsgesetz, das eine Verdichtung nach innen fordert. «Zentrumsnahe Gemeinde, wie wir eine sind, sollen wachsen dürfen. Aber es gilt, die Siedlungsstrukturen nach innen zu fördern.»

Investorenvertreter Severin Boser vertrat zudem die Meinung, das Riverside-Projekt sei kein Selbstläufer. «Aber Firmen werden aufmerksam auf Zuchwil, weil sie hier attraktiven Wohnraum finden.» Die nahe Firma DePuy Synthes, die mit bis zu 1000 Arbeitsplätzen rechnet, wurde öfters genannt. «Wir brauchen qualifiziertes Wachstum, auch um unsere Firmen zu konsolidieren», erklärte Stefan Hug. Und einen Hinweis aus der Steuerstatistik trug Peter Baumann bei. «Unser Leerwohnungsbestand sinkt ebenso, wie unser Steuersubstrat wächst.»