Ein urbanes grünes Quartier mit Raum für verschiedene Nutzungen. Ein Park entlang der Aare, ein Wohnquartier mit abwechslungsreichen Gebäudeformen, ein Businesspark, der Platz für verschiedenste Firmen bietet. So stellt sich Thomas Grossenbacher, CIO der Swiss Prime Anlagestiftung, die Zukunft des Riverside-Areals vor.

Im Jahr 2012 hat die Swiss Prime Site das Areal von 170 000 Quadratmetern für zirka 100 Millionen Franken erworben. Seine Bank in Zürich hätte sich gewundert, gestand Markus Graf, Stiftungsratspräsident der Swiss Prime Anlagestiftung, weshalb er in eine solch ländliche Region investieren wolle. Graf ist jedoch überzeugt, dass die Region Potenzial hat. Er legte am «Savoir vivre»-Clubabend des Vereins Espace Solothurn Marketing (in Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaftsförderung Innostep) den zahlreichen Wirtschaftsvertretern seine Visionen dar.

Life Science statt Industrie

Er habe festgestellt, dass sich die Region in den letzten 20 Jahren fast unbemerkt sehr stark verändert habe. Auf leisen Sohlen hätten sich neue Firmen angesiedelt. Dabei denkt er an Ypsomed, DePuy Synthes oder Biogen. Firmen, die im Bereich Bio- und Medtech tätig sind. «Vom Industrieraum mit Firmen wie Ascom, Sulzer oder Scintilla wandelt sich die Region zu einem Hot-Spot für Life-Science-Technologie», so Graf.

Er ist überzeugt, dass die heutige Entwicklung nur der Anfang ist. Seine Vision für das Riverside-Areal ist, ein unvergleichliches Quartier für Wohnen, Freizeit und Arbeiten zu schaffen, das überregionale Anziehungskraft für neue Firmen und Arbeitskräfte besitzt. Für diese Arbeitskräfte müsse attraktiver Wohnraum geschaffen werden. Dabei denkt er auch an die Vision Wasserstadt, die für die Angestellten von Hightech-Firmen adäquaten Wohnraum bereitstellen könnte.

Ausstrahlung über Region hinaus

Für die Umsetzung seiner Visionen sieht Graf nicht die Finanzen als Problem. «Es braucht vor allem Zeit und Mut», betonte er. Ein räumliches Leitbild sei nötig und neue Ideen, um nicht Null-Acht-Fünfzehn-Lösungen entstehen zu lassen, sondern Leuchttürme im übertragenen Sinn, die weit über die Region hinaus strahlen. Er weiss, dass vieles nur über den politischen Weg möglich ist und hofft auf die Unterstützung durch Wirtschaft und Politik.

Auch Grossenbacher ist sich bewusst, dass für die Erstellung eines Business- und Wohnparks in der Grösse von Riverside eine sorgfältige Planung nötig ist. Eine Umzonung könne nicht von heute auf morgen erfolgen. Mit Nutzungsplan, Zonenplan, Erschliessungsplan und Gestaltungsplan müssen erst die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden. Danach muss der Regierungsrat das Projekt genehmigen. Ein Baubeginn könnte frühestens im 2018 erfolgen, mutmasste Grossenbacher.

Weites Spektrum

Für eine erfolgreiche Entwicklung des Gewerbeparks setzt Grossenbacher auf die glanzvolle Vergangenheit. «Ohne Herkunft keine Zukunft», meinte er. Heute sind 40 Firmen im Riverside-Areal ansässig. Das Spektrum reicht vom Kaffeemaschinenhersteller Schaerer, über ein Sportoutlet, bis zu Theater Mausefalle, Tanzstudio 11 oder PhysioFit. Die italienische Firma Itema, die mit der Herstellung von High-Tech-Webmaschinen als Nachfolgerin der Sultex gilt, hat hier ebenfalls ihr Domizil.