Vögel
Riesenschwarm Bergfinken im Lohner Wald: Hoher Besuch aus dem hohen Norden

Nein, es ist nicht die Ministerpräsidentin von Finnland, Sanna Marin, oder der Forstvorsteher der Taiga, welche momentan den Wäldern von Lohn-Ammannsegg und Umgebung einen Besuch abstatten. Es sind Zehntausende von Bergfinken.

Ruedi Luterbacher
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Tausende Bergfinken machen sich über die Buchnüssli her.

Tausende Bergfinken machen sich über die Buchnüssli her.

Ruedi Luterbacher

Wer in den letzten Tagen in Lohn-Ammannsegg im Anmarsch auf einen Waldspaziergang zum Himmel schaute, der konnte riesige Vogelschwärme entdecken. Und wer dann den Wald betrat, der stellte fest, dass sich Tausende Vögel auf der Waldstrasse, im danebenliegenden Unterholz oder auf den Bäumen aufhielten.

Aufgeschreckt durch Waldbesucher fliegen die Vögel mit viel Gezwitscher auf und verschwinden in Schwärmen über die Baumwipfel in eine andere Gegend des Waldes. Es handelt sich dabei um einen Riesenschwarm von Bergfinken, welche sich gegenwärtig täglich im Lohner Wald aufhalten.

Buchnüssli sind die Winterleibspeise

Der Grund ist einfach. In diesem Jahr war Vollmastjahr der Buchen, und der Waldboden ist seit dem Herbst von Buchnüssli (Bucheckern) übersät. Eine Lieblingsspeise der Bergfinken in den Überwinterungsmonaten. Doch woher kommen so viele Vögel auf einmal her?

Eigentlich leben und brüten die Bergfinken in extrem grosser Anzahl in den grossen Nadel- und Bergwäldern Nordeuropas und Sibiriens. Hier profitieren sie von der immensen Zahl an Mücken und Insekten. Mit diesem Futter ziehen sie in diesen Gebieten ihre Jungen auf.

Im Herbst, wenn Mücken und Insekten fehlen, stellen die Bergfinken ihren Menuplan um. Von einer Woche zur andern ernähren sie sich von Bucheckern. Und diese finden sie nicht in ihren Brut- und Heimatgebieten, sondern nur in Mitteleuropa. Also verlassen die Bergfinken in grossen Schwärmen ihr Daheim im Norden, ziehen sich zu grossen Schwärmen zusammen und fliegen zur Überwinterung und Nahrungssuche nach Mitteleuropa. Lokal können Millionenschwärme auftreten.

Die Vögel bleiben noch bis Februar im Lohner Wald

Nun sind also die Bergfinken in diesen Tagen – und seit Jahren war dies nicht mehr der Fall – in den Lohner Wald eingezogen. Entsprechend ist es für den Waldbesucher ein überwältigendes Schauspiel, wenn die Bergfinken sich hier zu Tausenden über die Buchnüssli hermachen. Dabei sorgen die nordischen Gäste für eine unüberhörbare Geräuschkulisse. Die Heimreise der Bergfinken ist, laut Ornithologen, im Februar vorgesehen.