125 Einwohnerinnen und Einwohner von Riedholz fanden den Weg an die Gemeindeversammlung in die Mehrzweckhalle. Sie rieben sich vor allem an zwei Geschäften. So genehmigte die Gemeindeversammlung klar die Aufstockung des Schulhausanbaus. Für eine Million Franken erhält Riedholz damit zwei zusätzliche Schulzimmer. Bei der seinerzeitigen Ausführung des Anbaus wurde das Treppenhaus und der Lift bereits vorbereitet.

Auf die energetische Sanierung des Gebäudes, die 500'000 Franken gekostet hätte, verzichtete der Gemeinderat aus finanziellen Gründen. «Wir haben uns zwischen Finanzen und Nachhaltigkeit für das erstere entschieden», erklärte die Gemeindepräsidentin. Ressortleiter Finanzen, Martin Reber, erklärte, dass die Verschuldung der Gemeinde ansteige, aber in einem akzeptablen Rahmen, sodass auch noch weitere Investitionen diskutierbar bleiben.

Die Kritik von einzelnen Votanten bezog sich vor allem auf zwei Punkte. Das Ganze sei wiederum eine Zwischenlösung, denn die Gemeinde habe eine Gesamtbetrachtung versprochen, in der alle künftigen benötigten Schulbauten integriert sind. Die Gesamtschau komme mit der Abklärung des Schulraumbedarfs 2025, erklärte Ressortleiter Beat Graf. «Mit der Aufstockung verbauen wir uns den weiteren Weg nicht.» Und Gemeindepräsidentin Jasmine Huber ergänzte, dass die Aufstockung eine Komplettierung des Anbaus sei. Zudem habe man jetzt genug lange die Schülerinnen und Schüler in einem Container-Provisorium unterrichten lassen. Die Gemeinde wachse und die Schülerzahlen ebenso. «Wir müssen jetzt handeln.» 

Der zweite Kritikpunkt, vorgetragen von Willi Lindner, betraf die Bedarfsabklärung, welche er anzweifelte. Aber Beat Graf konnte darauf hinweisen, dass eine detaillierte Raum- und Bedarfserhebung existiert, und zwar für alle Schulstandorte in der Gemeinsamen Schule Unterleberberg.

Mehr Rasen für die Fussballer

Hat Zubers Tor am Sonntag gegen Brasilien den Ausschlag gegeben? Das ist womöglich gar weit gegriffen. Denn der FC Riedholz (FCR), im Dorf wegen seiner Juniorenarbeit zweifellos eine positive Marke, hat genug stimmberechtigte Fussballbegeisterte in seinen Reihen. Der Versammlung wurde beantragt, den bisherigen Trainingsplatz des FCR sowie eine weitere Landparzelle nördlich des jetzigen Hauptplatzes zu kaufen. Mit beiden Landeigentümern wurde derselbe Preis für das Land (aktuell in der Reservezone) vereinbart.

Die Gemeindepräsidentin betonte, dass das Land künftig in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen eingezont werden soll und der Gemeinde als strategische Reserve dienen werde. «Wenn wir in die Zukunft blicken, brauchen wir als Gemeinde Land für Sport-, Schul- und Freizeitnutzung. Aktuell stellen wir das Land dem FCR zur Verfügung. Was künftig sein wird, wissen wir nicht.»

Pascal Rüede mahnte, dass für die Einzonung andernorts Land ausgezont werden soll. «Das wird in den Unterlagen zu diesem Geschäft nirgends erwähnt.» Und er sei überzeugt, dass die Gemeinde einen schlechten Deal macht. «Das ist Nassland, wir kaufen unnutzbares Land.» Weiter kommentierte er das Vorgehen mit «Hyperaktivismus» für «viele Kinder aus anderen Dörfern». Eine Frau nannte dies eine «engstirnige» Haltung. «Mir ist es recht, wenn alle Kinder spielen können.»

Jasmine Huber gab Rüede in Bezug auf anderweitige Auszonungen recht und hatte mit der stillgelegten Abwasserreinigungsanlage schon ein Landstück in Aussicht.

Der frühere Gemeindepräsident Willi Lindner stellte den Antrag, dass dieses Geschäft keine weiteren Folgekosten für Betrieb und Unterhalt nach sich ziehen dürfe, was aber abgelehnt wurde. Das Geschäft wurde mit wenigen Gegenstimmen klar angenommen.