Biberist
Richard Flury ruht jetzt in seinem Park

Der Park an der Hauptstrasse in Biberist, in dem seit 1976 ein Denkmal zu Ehren von Richard Flury steht, wurde nun offiziell nach dem Biberister Komponisten benannt.

Rahel Meier
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 Biberist gedenkt des 50. Todestages des Komponisten Richard Flury
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 Die Gedenkfeier in der St. Marien-Kirche war gut besucht.
 Die Feier wurde von der Musikgesellschaft Harmonie Biberist, unter der Direktion von Heinz Schoenenberger, umrahmt.
 Christian Bürki und Max Hermann (sitzend) führten durch die Gedenkfeier.
 Urs Joseph Flury las Anekdoten aus dem Leben seines Vaters.
 Der Gemischte Chor Biberist und der reformierte Kirchenchor sangen gemeinsam unter der Leitung von Maija Breiksa.
 Urs Joseph Flury spielte die Violine gleich selbst.
 Nicht nur Gemeindepräsident Martin Blaser lauschte der Musik hingerissen.
 Waren auch unter den Gästen: Stadtpräsident Kurt Fluri, Regierungsrat Roland Heim und Jacqueline Heim, eine Nichte Richard Flurys.
 Ulrich Lips (Präsident Richard Flury-Stiftung) und Urs Joseph Flury im Gespräch beim Apéro.
 Gemeindepräsident Martin Blaser (links), Urs Joseph Flury und Ulrich Lips im neu benannten Richard Flury-Park.
 Seit 1976 steht das Denkmal für Richard Flury im bisher namenlosen Park.
 Urs Joseph Flury darf die Namenstafel enthüllen.
Gedenkfeier Richard Flury

Biberist gedenkt des 50. Todestages des Komponisten Richard Flury

Michel Luethi

Vor 50 Jahren verstarb der Biberister Komponist und Dirigent Richard Flury. Geboren wurde er am 26. März 1896. Just an seinem Geburtstag, am Sonntag, wurde seiner in der St. Marien-Kirche in Biberist gedacht. Notabene der Kirche in der er getauft, verheiratet und schliesslich auch beerdigt wurde.

Urs Joseph Flury, sein Sohn aus zweiter Ehe, gestaltete die Gedenkfeier zu einem grossen Teil mit. Statt eines Lebenslaufes las er Anekdoten seines Vaters vor. Wobei manch einer im Publikum schmunzelte. Beispielsweise bei der Geschichte über die ersten Töne, die der kleine Richard im Verborgenen einer Violine entlockte. Leider bekleckerte er sie dabei auch mit Butter und Konfitüre und so erfuhr der Besitzer des Instrumentes davon.

Ein Ur-Biberister

Richard Flury wurde am 26. März 1896 in Biberist geboren, wo er am 23. Dezember 1967 auch verstarb.

Nach der Maturität am Gymnasium in Solothurn studierte er Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten von Bern, Basel und Genf. Zugleich war er Schüler an den Konservatorien der genannten Städte.

Flury wirkte als Violinlehrer an der städtischen Musikschule und an der Kantonsschule in Solothurn. Dreissig Jahre lang dirigierte er das Solothurner Stadtorchester und während einiger Jahre auch das Akademische Orchester Zürich, den gemischten Chor «Harmonie» in Bern und den Orchesterverein Gerlafingen.

Als Komponist war Flury der spätromantischen Tradition verpflichtet und gilt als einer der produktivsten Komponisten in der Schweiz.

Die Richard Flury-Stiftung nimmt den 50. Todestag zum Anlass, vermehrt auf das Werk des Schweizer Spätromantikers hinzuweisen und Aufführungen seiner Werke anzustossen und zu fördern. (rm/mgt)

Weil Richard Flury schon als Schulbub immer wieder seinen Geigenkasten im Zug vergass, wurde dieser jeweils automatisch von Burgdorf zurück nach Biberist spediert. Das Gymnasium durfte der Biberister nur besuchen, weil sein Bruder für ihn beim Rektorat vorstellig wurde.

Richard Flury hatte bei der Aufnahme die Mathematikprüfung nicht bestanden. Immerhin schloss er die Matura dann als einer des Besten ab. Urs Joseph Flury las auch von den Spaziergängen seines Vaters im Altisberg, bei denen er immer Notenpapier mit sich trug.
Er erzählte zudem von der schwierigen Zeit seines Vaters, in der es zur Trennung von seiner ersten Frau Lily Sollberger kam, die mit den vier gemeinsamen Kindern ins Tessin zog.

Flury musikalisch anwesend

Max Hermann und Christian Bürki gestalteten die liturgische Feier. Passend zu Richard Flury, lasen sie Texte aus der Bibel, in denen es um Musik und um Hören ging.

Musikalisch wurde die Feier von der Musikgesellschaft Harmonie Biberist umrahmt. Gleich als Erstes wurde der Parademarsch «Gruss aus Biberist» vorgetragen. Diesen hat Richard Flury mit 16 Jahren komponiert. Später war dann ein Marsch zu hören, den Flury für die Grenchner Knabenmusik, zwei Wochen vor seinem Tod, geschrieben hatte. Den Abschluss machte dann der Pfeifermarsch (1922).

Der Gemischte Chor Biberist und der reformierte Kirchenchor sangen gemeinsam a Capella unter der Leitung von Maija Breiksa das Ave Maria aus der Oper Casanova. Als Zweites gaben die beiden Chöre die St. Anna-Messe, die 1964 für den Kirchenchor Gänsbrunnen geschrieben wurde. Dabei wurden die Sängerinnen und Sänger von Urs Joseph Flury an der Violine begleitet.

Flury ist auch auf Spotify

Ulrich Lips (Präsident Richard Flury-Stiftung) machte darauf aufmerksam, dass Richard Flury ein sehr fleissiger Komponist war. Er schuf Musik aller Gattungen: Opern, Symphonien, Messen, Festspiele, Lieder und auch Kammermusik. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich allerdings als Violinlehrer. Sein Sohn habe dafür gesorgt, dass die Werke Richard Flurys auf Tonträger aufgenommen wurden. «Man findet ihn sogar auf Spotify», erklärte Lips.

Die Gemeinde Biberist hat drei Märsche im Hinblick auf den 50. Todestag des BiBiberister Ehrenbürgers neu instrumentieren lassen. Diese Arbeit oblag Heinz Schoenenberger, dem Dirigenten der «Harmonie». Die Noten dieser drei Märsche wurden während der Gedenkfeier offiziell an Urs Joseph Flury, die Zentralbibliothek Solothurn, die Einwohnergemeinde Biberist selbst und die «Harmonie» übergeben.

Kulturelles Schaffen anerkennen

Entgegen der Wetterprognose konnte die Enthüllung des Namensschildes des Richard Flury-Parkes anschliessend bei schönstem Sonnenschein durchgeführt werden. Deshalb spielte auch die «Harmonie» nochmals auf und umrahmte den kurzen Anlass mit der Einleitung zum Marsch «Gruss aus Biberist». Gemeindepräsident Martin Blaser erinnerte an das Jahr 1976. Damals wurde an der selben Stelle bereits ein Denkmal für Richard Flury enthüllt.

«Bürgergemeindepräsident Werner Kaufmann erklärte damals, dass sich die Aufgaben des Gemeinwesens nicht nur im wirtschaftlichen, politischen und sozialen Bereich erschöpfen.» Wichtig seien auch die Förderung und Anerkennung des kulturellen Schaffens. «Diese Worte haben auch heute noch ihre Gültigkeit», so Blaser. Der Gemeinderat Biberist setze deshalb ein Zeichen und benenne den Park an der Hauptstrasse nach Richard Flury. Seinem Sohn Urs Joseph wurde die Ehre zuteil, das Namensschild des Parkes unter viel Applaus der anwesenden Gäste zu enthüllen.

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