Riedholz

Rezept gegen steigende Bildungskosten gleicht Quadratur des Kreises

Günsberg ist auch Schulstandort der Gemeinsamen Schule Unterleberberg. Vor allem aus dieser Gemeinde kommt derAnstoss, die Bildungskosten genauer anzuschauen.

Günsberg ist auch Schulstandort der Gemeinsamen Schule Unterleberberg. Vor allem aus dieser Gemeinde kommt derAnstoss, die Bildungskosten genauer anzuschauen.

Soll der Moonliner im Unteren Leberberg angeboten werden? Wie kann man die Bildungskosten beeinflussen? Und wie ist das Klima für eine Fusion im Unteren Leberberg? An der Unterleberberger Gemeindepräsidentenkonferenz wurden diese Fragen diskutiert.

Andreas Rüegger demissioniert auf Ende Jahr nicht nur als Vorsitzender der Präsidentenkonferenz, er demissioniert auch als Gemeindepräsident von Hubersdorf. Dies aus beruflichen Gründen, konnte er doch zusammen mit Kollegen die Firma seines Arbeitgebers übernehmen. Die Anwesenden sprachen sich klar dafür aus, das gemeinsame Treffen der Unterleberberger Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten weiterzuführen. «Ich finde das Gefäss sinnvoll und will es nicht beerdigen», erklärte Christoph Heiniger (Flumenthal). Die anderen stimmten zu. Im Sommer wolle man die Nachfolge Rüeggers organisieren. 

Vorläufig vom Tisch ist eine grössere Fusion im Unteren Leberberg. Die Idee wurde von Christoph Heiniger aufgewärmt, der in den letzten fünf Jahren seine Meinung zu diesem Thema total wechselte. «Wir kämpfen brutal um personelle Ressourcen für Gemeinderat und Kommissionen.» Niemand wolle sich zur Verfügung stellen. «Die Not wird immer grösser.» Keine Fusion kann sich Thomas Jenni (Günsberg) vorstellen. «Wir haben das Glück, dass wir noch alle Ämter besetzen können.»

Einer Zusammenarbeit sei er aber nicht abgeneigt, ebenso wie Jasmine Huber (Riedholz). Kein Interesse signalisierte Anita Panzer im Namen von Feldbrunnen-St. Niklaus. Es überraschte sie nicht, dass dies in der Runde niemanden überraschte. Entschuldigt oder nicht mehr anwesend waren bei dieser Diskussion Terry Spillmann (Kammersrohr) und Pascale von Roll (Balm). Auch Andreas Rüegger ist ein Befürworter einer Fusion.

Er habe in vielen Gesprächen herausgespürt, dass in der Bevölkerung sehr wohl ein Interesse, aber «das politische Umfeld eher dagegen ist». Hinweise aus der Runde auf die Probleme, die sich für die Behörden mit den Fusionen Riedholz/Niederwil und Buchegg ergeben haben, könnten als Gründe gegen eine Fusion gewertet werden. Andreas Rüegger wies darauf hin, wie schnell sich die Situation auch wieder ändert. «Wenn bei Wahlen Personalnot herrscht, dann sind oft diejenigen, die am lautesten gegen eine Fusion reden, plötzlich dafür.»

Kampf gegen Windmühlen

Der Kampf gegen stetig steigende Bildungskosten gleicht dem Kampf von Don Quixote gegen die Windmühlen. Im Dress des Junkers von der Mancha steckt Thomas Jenni (Günsberg). Neu im Amt habe er sich mit den aktuell steigenden Kosten der Gemeinsamen Schule Unterer Leberberg (GSU) nicht abfinden wollen. «Ich habe inzwischen mit allen geredet und muss zugeben, dass ich nicht alle Informationen abgeholt hatte», erklärte Jenni.

Aber auch nach diesem Crashkurs in Sachen Bildungskosten bleibe vor allem ein Gefühl: «Die Kostenentwicklung macht Angst. Sie ist schwer nachvollziehbar.» Eine alljährliche Erhöhung um 5 bis 6 Prozent sei schlicht nicht verkraftbar. Ein Grund für die stets höheren Kosten sehe er in der Sonderbeschulung. «Diese ist auch in der Bevölkerung immer ein Thema.» Christoph Heiniger, Mitglied im Vorstand der GSU, erklärte: Die Sonderbeschulung ist nicht vergleichbar mit früher. Zudem kann die Lehrkraft nicht einfach Stunden verordnen, das wird kontrolliert.»

Thomas Jenni liess aber nicht locker. Dabei hat er es auf die Dienst- und Gehaltsordnung der GSU abgesehen oder könnte sich ein Globalbudget für die Schule vorstellen. «Die Schulleiter müssten dann wie Unternehmer mit dem zur Verfügung stehenden Geld auskommen.» Andreas Rüegger sorgte für den Dämpfer. «Die DGO gilt gerade mal für 7 Mitarbeiter. Die Lehrkräfte unterstehen dem GAV.» Und zum Thema Globalbudget sagte Christoph Heiniger: «Man kann ein Unternehmen wie die Schule nicht nur über die Finanzen führen.» Einig war man sich, dass die Zentralisation der Schulen das Wachstum der Kosten für die einzelnen Gemeinden zumindest gedämpft habe.

Massnahmen, die zu Einsparungen führen, seien nur sehr begrenzt möglich. Etwa indem alle Lager gestrichen werden und die Schulreisen. Auch im IT-Bereich könne man stark hinunterfahren. «Diese Hebel haben wir in den Fingern, aber ob dies attraktiv ist, ist eine andere Frage», sagte Andreas Rüegger. Das Gesamtsystem Bildung müsse hinterfragt werden, war dann der Grundtenor der Diskussion. Dafür sei die Kantonspolitik der richtige Ort. Kantonsrätin Anita Panzer will die Thematik im Verband der Solothurner Einwohnergemeinden einbringen sowie im Kantonsrat aktiv werden.

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