Frösche sind grün und leben im Wasser: So stellt man sich dies landläufig vor. Der «Glögglifrosch» ist aber eine Kröte und braucht Wasser nur im Kaulquappen-Stadium und später, um den Laich abzulegen.

Den grössten Teil des Jahres verbringt der «Glögglifrosch», der eigentlich Geburtshelferkröte heisst, an Land. Die Amphibien mögen Sonne. Sie verstecken sich gerne in Felsenspalten und -ritzen.

Im Steinbruchareal Rüttenen finden die Tierchen beste Lebensbedingungen. Seit der Weiher im Jahr 2010 instandgestellt wurde, hat die Population stark zugenommen.

Jonas Lüthy (wissenschaftlicher Mitarbeiter Amt für Raumplanung) ist im Steingruben-Quartier aufgewachsen, und kennt den Steinbruch und dessen Bewohner von Kindsbeinen an.

«Ich war selbst schon oft hier und habe dem Konzert der ‹Glögglifrösche› im April und Mai zugehört. Will man die Tiere sehen, braucht es aber viel Geduld», erklärt er.

Aber es ist nicht nur die Verbundenheit Lüthys mit dem «Göggli-frosch», sondern vor allem die Tatsache, dass das Tier auf der Roten Liste der Amphibien steht und stark gefährdet ist, die diesen Herbst zu einer weiteren Sanierung des Weihers im Steinbruch führte.

«Der Weiher verlor Wasser», so Matthias Wälti. Er ist Bürgerrat und als solcher zuständig für das Steinbruch-Areal, das der Bürgergemeinde Solothurn gehört. «Nachfüllen brachte nichts», so Wälti.

Deshalb schlugen die kantonalen Behörden eine Sanierung vor. «Weil der ‹Glögglifrosch› zu den gefährdeten Arten gehört, untersteht er der Natur- und Heimatschutz-Verordnung», so Lüthy.

Bezahlt wurde die Sanierung, die 13 200 Franken kostete, deshalb aus dem Natur- und Heimatschutz-Fonds.

Im September wurde der Weiher ausgebaggert. Danach wurde der Grund mit einem Vlies ausgelegt, darauf kam eine Mergelschicht.

Mit der Sanierung wurde eine Vereinbarung mit der Bürgergemeinde Solothurn abgeschlossen. Sie soll den Weiher nun pflegen. «Die Bürgergemeinde Solothurn ist solchen Anliegen gegenüber immer sehr aufgeschlossen», so Lüthy.

Tatsächlich hat der Kanton mehrere solche Vereinbarungen, die Pflege und Arbeitsleistungen angehen, mit dem grössten Waldbesitzer im Kanton. Denn der Werkhof der Bürgergemeinde Solothurn arbeitet nicht nur ausschliesslich im Wald, sondern erledigt auch andere Arbeiten.

«Wir sind allerdings keine Konkurrenz für Gartenbauunternehmen», betont Bürgergemeindepräsident Sergio  Wyniger in diesem Zusammenhang.

Rund um Solothurn ist die Glögglifrosch-Population übrigens gross. Im Rehhubel, in der Zettergrube und in der Biedermanngrube finden die Kröten ebenfalls gute
Lebensbedingungen.