Gerlafingen
Resultat ist überraschend und erfreulich, doch es gibt ein Aber

Gerlafingens Rechnung mit einem Überschuss von 1,7 Millionen wurde der Bevölkerung vorgestellt. Desweiteren wurde ein Blick in die Zukunft gewagt.

Nadine Schmid
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Der «Tournaround» ist laut Gerlafingens Gemeindepräsident Peter Jordi noch nicht geschafft. (Archiv)

Der «Tournaround» ist laut Gerlafingens Gemeindepräsident Peter Jordi noch nicht geschafft. (Archiv)

Hansjörg Sahli

«Das Wetter richtet sich nach der Rechnung», begann Gemeindepräsident Peter Jordi die Rechnungsgemeindeversammlung. Diese ist nämlich überraschend mit einem Überschuss von 1.7 Millionen ausgefallen, budgetiert war ein Überschuss von nur 80 000 Franken. «Nach den Defiziten in Millionenhöhe von 2010 bis 2012 haben wir nun ab 2013 das Ruder umgedreht», fuhr Jordi fort.

Man habe ein kostenbewusstes Verhalten auf allen Ebenen an den Tag gelegt und Gewünschtes klar von Notwendigem getrennt, dazu seien nachträgliche definitive Veranlagungen der Vorjahre von natürlichen Personen gekommen. Dennoch dürfe das positive Resultat von der laufenden Rechnung nicht täuschen.

Der «Tournaround» sei noch nicht geschafft. Beim Löwenanteil des zusätzlichen Ertrags handle es sich um einen Gewinn aus dem Liegenschaftsverkauf des Fluryhofs an der Kriegstettenstrasse sowie um eine Bilanzpositionsänderung der Liegenschaft Hauswirtschaftsschulhaus.

Noch hoher Finanzausgleich

Aufgrund der schlechten Finanzlage in den letzten drei Jahren ist der Finanzausgleich mit rund zwei Millionen sehr hoch ausgefallen und widerspiegelt im kantonalen Gemeindevergleich die weiterhin schwache Finanzkraft von Gerlafingen. Dies ist beim Verhältnis von Steuerbedarf zu Steuerkraft zu sehen.

Die unveränderten Grundvoraussetzungen in der Wirtschaft, die geopolitischen Spannungen, der nach wie vor ungebremste Kostenanstieg im Sozialbereich, die geplanten Investitionsvorhaben von fünfzehn Millionen und die Neugestaltung des Finanzausgleichs sind Grund für die bleibende finanzielle Unsicherheit.

Steuereinnahmen verspäten sich

Die Steuereinnahmen verschieben sich immer weiter. Knapp die Hälfte der Bevölkerung hat die Steuern vom letzten Jahr noch nicht bezahlt, dies sind umgerechnet rund sechs Millionen Franken. Durch den Wegzug geht zudem mehr Geld verloren, als durch Zuzüger dazukommt, bei denen es sich meist um Menschen aus sozial schwächeren Verhältnissen handelt.

Doch Jordi merkte an, dass man sich durchaus über das positive Resultat der Rechnung freuen solle und optimistischer in die Zukunft schauen könne. Die neunzehn Stimmberechtigten genehmigten die Rechnung einstimmig. Der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital zugewiesen. «Es ist der richtige Schritt, wenn man bedenkt, in welcher finanziellen Lage Gerlafingen steht. Wir werden noch froh über den angesetzten Speck sein» fasst Jordi zusammen.

Priorität: Schulhaus

«Luterbach hat gezeigt, dass es möglich ist, aber auch was dafür getan werden muss», so Jordi zum Projekt der Schulhausrenovierung. Luterbach wurde zehn Jahre lang auf Sparkurs getrimmt. In Gerlafingen habe man einiges verschoben, da die Gewährleistung eines guten, innovativen Schulraums höchste Priorität habe. «Doch man darf nicht aus den Augen verlieren, was man verschiebt, denn es wird später anstehen», so Peter Jordi.

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