Balm bei Günsberg

Reservoir-Sanierung und Gratisapéro

Marco Lupi, GA Weissenstein GmbH, überreicht Gemeindepräsidentin Pascale von Roll zur Freude der Anwesenden den symbolischen Preis und brachte das Apéro gleich selber mit.

Marco Lupi, GA Weissenstein GmbH, überreicht Gemeindepräsidentin Pascale von Roll zur Freude der Anwesenden den symbolischen Preis und brachte das Apéro gleich selber mit.

Die kleine Gemeinde hatte einen grossen Investitionsbrocken zu schlucken. Das Reservoir Oberbalmberg wird saniert.

Es war ein grosser Brocken, zu dem die 16 anwesenden Balmerinnen und Balmer an der Gemeindeversammlung Ja sagten. Das Reservoir Oberbalmberg muss saniert werden. Die Kosten von 300 000 Franken entsprechen mehr als einem Drittel des jährlichen Umsatzes der Gemeinde mit 194 Einwohnerinnen und Einwohnern. Auf die Stadt Solothurn gemünzt wären das zirka zwei Stadttheater-Sanierungen.

Ohne mit der Wimper zu zucken, wurde die Kröte geschluckt. 2014 habe das kantonale Lebensmittelinspektorat erhebliche Mängel am Reservoir auf 1130 Meter über Meer zwischen Röti und Tannheim, in der Kurve der Skipiste Bödeli, berichtet Gemeinderat Christoph Siegel, zuständig für die Werke.

Das Reservoir aus dem Jahre 1946, gebaut von der Stiftung Oberbalmberg und später der Gemeinde geschenkt, wie ein Versammlungsteilnehmer erzählte, befinde sich noch weitgehend im ursprünglichen Zustand. Die Wasserkammer selber sei damals mit viel Zement solide gebaut worden und halte nochmals 70 Jahre. Aber der Vorbau weist Risse auf.

Die Türen schliessen nicht dicht, ebenso der Deckel zur Kammer. Die Rohre und Armaturen sind völlig verrostet, die Schieber lassen sich nicht mehr bewegen. Die bis zu 4 Meter hohen Ein- und Abstiege in Rohrkeller und Reservoirkammer bestehen aus rutschigen Eisenbügeln ohne Absturzsicherung.

Von der Gebäudeversicherung sei ein Beitrag von 37 000 Franken zu erwarten. Die weiteren vorgesehenen Investitionen wurden ebenfalls genehmigt. 12 000 Franken beträgt der Anteil von Balm an den neuen Mannschaftstransporter der Gemeinsamen Feuerwehr mit Günsberg und Kammersrohr. Und beinahe 30 000 Franken kostet die Verlängerung der Meteorwasserleitung der Burgstrasse in den nahen Bach.

Vermögen wird aufgebraucht

Eloquent führte Finanzverwalterin Annette Feller durch das Budget 2017. Sie rechnet mit einem Aufwandüberschuss von nicht ganz 30 000 Franken bei Ausgaben von ebenfalls nicht ganz 900 000 Franken. Der Finanzierungsfehlbetrag, inklusive der Investitionen, liegt bei 268 625 Franken, davon kann Balm 13,43 Prozent selber finanzieren.

Bleibt es bei diesen Prognosen, werden die Balmerinnen und Balmer Ende 2017 kein Nettovermögen von 852 Franken pro Kopf (Stand Ende 2015) mehr haben, sondern eine Verschuldung von 243 Franken pro Kopf. Am Steuerfuss ändert sich aber nichts. Dieser liegt weiterhin bei 105 Prozent für natürliche und 90 für juristische Personen. Bei den Gebühren bleiben Wasser und Abwasser wie bisher.

Beim Abfall erfolgt eine Anpassung, um den Wegfall der Sonderabfallgebühren zu kompensieren. Die meisten zahlen weniger. Leicht höher fallen die Abfallgebühren für das Tannenheim, das Bildungsheim und das Kurhaus aus. Das Budget wurde ebenfalls einstimmig genehmigt.

Schon zum zweiten Mal Sieger

2014 siegte Balm, 2015 Lüsslingen-Nennigkofen und 2016 wieder Balm: die Rede ist vom Wettbewerb, den die Gemeinschaftsantenne Weissenstein unter den Gemeinden organisiert. Belohnt wird die Gemeinde, die im letzten Jahr am meisten Neuabonnenten im Vergleich zur Einwohnerzahl hatte. Den Preis, ein Apéro an der Gemeindeversammlung, genehmigten sich die Anwesenden schon recht routiniert.

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