Recherswil
Reorganisation der Gemeindeführung ist im Endspurt

Der Recherswiler Gemeinderat genehmigte den Vorschlag einer Arbeitsgruppe zuhanden der kommenden Gemeindeversammlung.

Urs Byland
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Das Gemeindehaus von Recherswil in der die Gemeindeverwaltung ist.

Das Gemeindehaus von Recherswil in der die Gemeindeverwaltung ist.

Urs Byland

Der Streit um die Reorganisation der Gemeindeführung in Recherswil wird an der kommenden Gemeindeversammlung entschieden. Streit deshalb, weil zwei gegensätzliche Positionen auf dem Tisch sind. Einerseits die FDP Recherswil, die der Meinung ist, dass die Gemeinde im Milizamt geführt werden muss. Andererseits Gemeindepräsident Hardy Jäggi, der überzeugt ist, dass eine Gemeinde von der Grösse wie Recherswil nicht mehr im Milizsystem geführt werden kann.

Seit gut einem Jahr liegen Vorschläge vor, an denen immer wieder etwas geändert wurde. An der Gemeindeversammlung im Juni wurde auf eine entsprechende Vorlage Reorganisation der Gemeindeführung nicht eingetreten. Beide Lager hatten ähnlich viele Stimmende mobilisieren können. Die Gegner zwei Stimmende mehr. Seit letztem August beschäftigt sich nun eine überparteiliche Arbeitsgruppe (AG) zusammen mit dem externen Berater Thomas Gehrig wieder mit der Thematik. Ihr Vorschlag wurd nun vom Gemeinderat zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet.

Vorgeschlagen werden insbesondere zwei neue Kommissionen und acht statt sieben Ressorts, wobei der Gemeindepräsident im siebenköpfigen Gemeinderat zwei Ressorts übernehmen soll. Der Vorschlag orientiert sich an einem System mit Milizämtern. Das bedeutet, laut Vorschlag, dass Gemeindepräsident und Gemeinderäte 5 Prozent ihres Aufwandes nicht entschädigt («Milizanteil») werden soll.

Weil der Gemeindepräsident aber zwei Ressorts übernehmen soll, würde sein Aufwand mit bisher 20 Prozenten trotzdem ansteigen auf 27 bis 32 Prozent entschädigtem Aufwand. Gemeindepräsident Hardy Jäggi kann nicht viel anfangen mit dieser «Prozentspielerei». «Mir ist es langsam egal, welche Vorschläge vorgebracht werden.» Sollte der Vorschlag an der Gemeindeversammlung angenommen werden, werde er sich arrangieren, aber er sei überzeugt, dass es für die Gemeinde nicht die beste Lösung ist. Und: «Der Vorschlag ist auch nicht ganz ehrlich oder fair. Ein 30-Prozent-Amt ist kein Nebenamt, das mit einer 100-Prozent-Anstellung oder auch nur schon einer 80-Prozent-Anstellung vereinbar ist. Und nicht fair, weil mit dem Nebenamt nicht die entsprechenden Sozialleistungen verbunden sind.»

Nachtragskredit Gemeindehaus

Während des Umbaus und der Sanierung des Gemeindehauses wurden verschiedene Arbeiten ausgeführt, die zum Gebäudeunterhalt gehören. Irrtümlicherweise seien sie aber auf den Umbaukredit gebucht worden. Aus diesem Grund falle die Abrechnung des Kredites Umbau Gemeindeverwaltung deutlich höher aus und benötige einen Nachtragskredit der Gemeindeversammlung.

Insgesamt betragen die abgerechneten Mehrkosten auf dem Kredit Umbau Gemeindeverwaltung 86'255 Franken. Die vom Architekten vorgelegten Abrechnungen belaufen sich auf 887'073 Franken für Umbau und Sanierung des Gemeindehauses sowie 39'183 Franken für den Unterhalt des Gemeindehauses. Der Gemeinderat genehmigte die Abrechnung mit dem Nachtragskredit zuhanden der kommenden Gemeindeversammlung.

Die Gemeinderechnung 2017 erzielte bei einem Aufwand von 9'532'573 Franken einen Überschuss von 130'764 Franken. Das Budget 2017 sah einen Aufwandüberschuss von 98'200 Franken vor. Zusätzliche Abschreibungen in der Höhe von 305'568 Franken wurden bereits vorgenommen. Der Ertragsüberschuss soll ins Eigenkapital verbucht werden, das Ende 2017 bei 2'663'750 lag. Die Nettoinvestitionen mit 1'069'213 Franken fallen um 66'787 Franken geringer aus als vorgesehen.

Der Gemeinderat stimmte einem Gesuch der FDP-Ortspartei für einen Beitrag an die «Luthermoosrunde» zu. Mit dem Beitrag von 556 Franken könne die Gebühr für die Baupublikation des Bewegungsparcours beglichen werden.