Raubtierpark Subingen
René Strickler begründet Beschwerde beim Bundesgericht

Die Vollstreckung der Zwangsräumung steht dem Subinger Raubtierpark bevor. René Strickler hat beim Bundesgericht Rekurs eingelegt, diesen begründet er mit Zeitnot. Das Gericht wird nun die Gegenpartei informieren und zu einer Stellungnahme auffordern.

Urs Byland
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Der Raubtierpark von René Strickler in Subingen.

Der Raubtierpark von René Strickler in Subingen.

Hanspeter Bärtschi

Nach Absprache mit Raubtierparkbesitzer René Strickler informierte am Freitag Werner Ballmer über die Beschwerde beim Bundesgericht. Ballmer ist Sprecher und Leiter der Task Force-Gruppe, die eine Rettung des Raubtierparkes bringen soll. Am nächsten Mittwoch läuft die erste vom Obergericht gefällte Frist ab.

Bis zu diesem Tag muss René Strickler seine Kleintiere aus dem Raubtierpark entfernt haben. Ansonsten werden die Streichelzoo-Tiere zwangsweise weggeschafft. Einen Monat später ist die gesamte Räumung des Areals fällig. Bis Mitte Juli muss René Strickler neue Plätze für die Raubtiere gefunden haben, sonst droht auch hier die Zwangsräumung. Um diese Fristen hinauszuzögern, wurde nun Beschwerde beim Bundesgericht eingelegt.

Das Obergericht, so Werner Ballmer, habe die Entwicklung der letzten Monate zu wenig berücksichtigt. Seit der Publikation dieses Obergerichtsentscheides hätten sich «mehrere seriöse Interessenten» mit dem Raubtierpark und seinen existenzbedrohenden Problemen befasst und beschlossen, Kaufverhandlungen mit der Besitzerin, der Espace Real Estate AG, zu führen. Wegen der äussert knappen Zeitverhältnisse für den Kauf des Grundstücks oder alternativ dieses zu räumen, sehe sich René Strickler gezwungen, beim Bundesgericht eine Beschwerde einzureichen.

Superprovisorischer Stopp

Laut Avanti Sarah Ochsner, Rechtsvertreterin von René Strickler, werde in der Beschwerde eine vorsorgliche Sistierung der Vollstreckung gefordert. Das Bundesgericht wird nun die Gegenpartei informieren und zu einer Stellungnahme auffordern. Anschliessend dürfte der Entscheid über die Sistierung fallen. Wie lange dies dauert, dazu gibt es keine Auskunft. Möglich sei aber, dass ein superprovisorischer Vollzugsstopp verfügt wird, bis das Bundesgericht das Gesuch zum Vollzugsstopp beurteilt hat.

Gründung Betriebsgesellschaft

In der Medienmitteilung von Werner Ballmer beschreibt dieser die Aktivitäten auf Seiten der Raubtierparkes. So habe René Strickler zusammen mit dem Raubtierpark nahestehenden Personen und Fördervereinen die Gründung einer Betriebsgesellschaft eingeleitet, um die Führung seines Parks sicherzustellen. Die Betriebsgesellschaft werde sich auch mit der langfristigen Sicherung des Standortes inklusive der notwendigen Investitionen befassen.

«Das Wohl und die Unversehrtheit der Tiere im Raubtierpark Subingen ist wichtigste Priorität», sagt Werner Ballmer. Wenn die 18 Raubtiere und die verschiedenen Haustiere aus dem Streichelzoo in ihrer vertrauten Umgebung zusammen mit Rene Strickler bleiben können, so sei das mit Abstand die beste Lösung für die Tiere.

Retter des Raubtierparks trennen sich im Streit

Ein ehemaliges Mitglied der Task Force-Gruppe erhebt Vorwürfe gegen den Task-Force-Leiter Werner Ballmer. Wie die Person, die anonym bleiben will, «Tele M1» gegenüber berichtet, habe Ballmer das Angebot eines «seriösen Interessenten» abgelehnt. Was Strickler dazu sagt erfahren Sie im Video: