Man merkt es René Strickler an. Am liebsten würde er die positive Nachricht in die Welt hinausposaunen. Doch er darf und er will auch nicht. «Ich mag nicht nochmals in den Medien als Fantast betitelt werden. Ich werde nur noch mitteilen, was auch Tatsache ist.»

Die Kritik habe ihn geärgert. Und sie ärgert ihn noch heute: «Dabei ist hier doch einer, der nicht aufgibt und kämpft für eine gute Sache. Damit im Mittelland etwas für Familien entsteht.» Das würden ihm viele Leute bestätigen. Die Zukunft des Raubtier-Parks in Subingen werde an einer «grossen», so Strickler, Pressekonferenz Anfang Mai verkündet. Zudem hätten alle Leute, die hinter ihm stehen und ihn unterstützen, ihm gesagt, dass nicht jetzt informiert werden soll.

Strickler schaut vorwärts

Immerhin hat sich die Gemütslage des 64-Jährigen gehörig verbessert. Die Ungewissheit bezüglich der Zukunft seiner Raubtiere sei der Gewissheit gewichen, dass es für die Tiere weitergehen wird. «Wissen Sie, ich habe jetzt keine schlaflosen Nächte mehr.» Er wolle eine nachhaltige Lösung für seine Tiere und da sei er auf gutem Weg. «Das will ich jetzt nicht gefährden.»

In den Händen hält er Ausdrucke von E-Mails, in denen die Zukunft des Raubtier-Parks steht. Am liebsten möchte er daraus lesen. Ein Mitarbeiter bringt ihm grosse Bögen mit schönen Detail-Zeichnungen einer Parkanlage. Er beginnt zu erklären und bricht wieder ab. An der Wand im Aufenthaltsraum hängt ein Plan mit der Skizze eines Parks, der mehr als doppelt so gross ist wie der jetzige. Das ist erkennbar, weil die aktuelle Parkfläche eingezeichnet ist. Es passt, die Grösse entspricht in etwa dem Areal im Fadacker, wo heute der Raubtier-Park platziert ist, das umgeben von Industriebauten noch unbebaut ist.

Start mit Fotosafari

Im Internet ist Stricklers Raubtier-Park top à jour. Man ist verbunden mit Facebook und Twitter. Informationen zum Förderverein, Patenschaft, Stiftung oder Rabatt-Coupon und mehr sind nachschlagbar. Das Programm steht bis über die Ostertage hinaus und einzelne Anlässe sind auch für den Mai schon aufgeschaltet. Morgen startet die neue Saison mit einer Fotosafari sowie einem Sonntagsbrunch mit Raubtiervorstellung. Das sei aktuell die wichtigste Nachricht, erklärt René Strickler.

Seine sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legen überall Hand an, um den Raubtier-Park nach der Winterpause wieder auf Vordermann zu bringen. Dazu ist einiges nötig. Immerhin hat der Park nach wie vor 25 Raubkatzen und mit Geissen und weiteren Zwei- oder Vierbeinern sind es gar 75 Tiere. Einzelne Gehege wurden vergrössert. Das Bistro wird erneuert.

«Die Saison dauert bis Mitte Oktober.» René Strickler hat wieder Mut geschöpft. Von einem Treten an Ort will er nichts hören. «Das ist kein Treten an Ort. Wir sind einen gewaltigen Schritt vorwärtsgekommen. Aber eben, ich darf noch nichts sagen.» Und auch von einer Notlage in seiner Situation will er nichts mehr wissen. «Das Wort Not können Sie schon mal streichen.»