Seit übger 40 Jahren
Reitsporttage Subingen sind so gemütlich wie ein Familienfest

Am Wochenende fanden in Subingen wieder die Reitsporttage statt. Organisiert wird der Anlass jeweils vom Reitsportverein Wasseramt.

Hans Peter Schläfli
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Während die Reiterinnen und Reiter den Parcours absolvieren, wird an den Festbänken gefachsimpelt.

Während die Reiterinnen und Reiter den Parcours absolvieren, wird an den Festbänken gefachsimpelt.

Hans Peter Schläfli

Die Festbänke waren gut gefüllt. Das schöne Wetter wurde nur noch durch die gute Laune der Gäste übertroffen, die sich über das Wochenende in Scharen auf dem Reitplatz zwischen dem Niedermattbächli und der Oesch einfanden. Die Reitsporttage haben in Subingen seit über 40 Jahren immer Anfang August ihren festen Platz im Kalender, dieses Fest will man nicht verpassen.

Früher, als der Name noch Kavallerie Reitverein Wasseramt lautete, dominierten in Subingen die Dragoner. «Als ich mich 1975 darum bewarb, in den Verein aufgenommen zu werden, mussten zuerst noch die Statuten geändert werden», veranschaulicht die heutige Präsidentin Susanne Probst, wie sehr sich der heute 104-jährige Verein im Laufe der Zeit verändert hat. Nach einer dreijährigen Probezeit war es dann soweit: 1978 war «Sue» Probst die erste Frau im Reitsportverein Wasseramt. Das stellte sich als Glücksfall heraus. Seit vielen Jahren reisst sie als Präsidentin, Jury-Sekretärin und in vielen anderen Jobs kräftig am Vereins-Karren: «Die Dragoner haben immer noch ihren Platz, aber für die Jungen sind das Springreiten und die Dressur wichtig, und wir fördern diese, so gut wir als kleiner Verein das eben können», fasst Probst die Veränderungen der letzten Jahre zusammen.

Dem Verein fehlt die mittlere Generation

Auf dem Rücken der Pferde sind viele jugendliche Gesichter zu erkennen und auch beim Abreitplatz packen die Mitglieder im Teenager-Alter kräftig mit an. «Aber unser Organisationskomitee kommt langsam in die Jahre», gibt OK-Präsident Fritz Brunner zu bedenken. Junioren und altgediente Mitglieder habe es viele, aber er stelle beim Reitsportverein Wasseramt eine grosse Lücke bei der mittleren Generation fest. «Das Organisationskomitee bräuchte dringend eine Verjüngung, damit die Zukunft der Reitsporttage gesichert werden kann. Es braucht viel Herzblut. So wie es jetzt ist, darf keiner aus dem Organisationskomitee zurücktreten, sonst wird es schwierig, den Anlass in dieser Grösse weiterhin durchzuführen.»

Und dass diese Zukunft gefährdet sein könnte, zeigte sich vor sechs Jahren, als in Langenthal am demselben Wochenende ein Springreiten durchgeführt wurde. Ziemlich unkollegial wurden alle Teilnehmer der Wasserämter Reitsporttage angeschrieben und mit Gratisstarts angeworben. «Aber die Reiterinnen und Reiter sind uns treu geblieben», sagt Fritz Brunner angesichts der vollen Startlisten, «offenbar gefällt es ihnen an unserem familiären Anlass.»

In Subingen bedeutet höher nicht unbedingt immer besser. Die Prüfungen beginnen bei 70 Zentimetern für Freiberger Pferde. Beim Wasseramt Grand Prix wird dann aber mit den Hindernissen von 125 Zentimetern von Pferd und Reiter viel abverlangt. Gewonnen wurde die abschliessende Hauptprüfung von Marco Gurtner aus Uttingen auf Belladonna. Die beste Reiterin aus der Region war mit dem 11. Platz Stefanie Bigler vom Reitverein Solothurn auf My Lady.