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Reiseschutzversicherung prüft, Urteil gegen Biber Travel weiterzuziehen

Kunden hatten Reisen gebucht, aber keine Leistungen erhalten. Bei einigen musste die Reiseschutzversicherung TPA zahlen. (Symbolbild)

Kunden hatten Reisen gebucht, aber keine Leistungen erhalten. Bei einigen musste die Reiseschutzversicherung TPA zahlen. (Symbolbild)

Die Reiseschutzversicherung Travel Professionals Association (TPA) hat Dutzende vom Biberister Reisebüro Biber Travel geprellte Kunden finanziell entschädigt. Das Urteil der Solothurner Staatsanwaltschaft wird dort als zu milde angesehen.

Gegen 400 Betroffene hatten 2012 Strafanzeige gegen die Verantwortlichen eingereicht. 

Der heute 47-jährige Geschäftsführer, «der als Strohmann fungierte» und der heute 67-jährige Schweizer, der die Geschäfte faktisch führte, wurden zu bedingten Geldstrafen verurteilt, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Angesichts der Zahl der Geschädigten und der Schadensumme erscheinen die bedingten Geldstrafen als milde. Dies sieht auch Sonja Laborde, Geschäftsführerin der Reiseschutzversicherung Travel Professionals Association (TPA) in Cully, so.

TPA hatte seinerzeit gegen Biber eine Strafanzeige wegen Betrugs eingereicht. «Ich bin bestürzt über das Urteil.» Denn das «Geschäftsmodell» von Biber Travel sei «eindeutig auf Betrug an den Kunden ausgelegt gewesen».

Ob TPA das Urteil weiterziehe, werde geprüft und kommende Woche entschieden. TPA habe gegen 100 Reiseparteien mit über 170'000 Franken für ihren Schaden entschädigt. Während zweier Monate war Biber bei der TPA rückversichert.

Die übrigen Geschädigten mussten den Schaden ans Bein streichen. Einerseits gab es für die Gläubiger keine Konkursdividende. Andererseits war Biber Travel zeitweise bei keiner Kundengeldabsicherungsfirma rückversichert.

Wer eine Reise vor dem 3. Mai 2012 und zwischen Mitte Juli und September buchte, war durch Reiseschutzversicherungen geschützt. Das Reisebüro hatte aber im Zeitraum vom 4. Mai bis 19. Juli keine Kundengeldabsicherung. (fs)

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