Mühledorf

Rehkitzrettung mit Drohnen wird intensiver

Dieses Rehkitz konnte gerettet werden.

Dieses Rehkitz konnte gerettet werden.

Repla Espace Solothurn informierte im Gasthof Kreuz in Mühledorf die Bucheggberger Bauern über ihre Projekte.

Vor vier Jahren startete der Solothurner Bauernverband die Pilotphase zum Projekt «Rehkitzrettung mit Drohnen». Durch den Einsatz der Drohnen sollen die Jungtiere vor dem sicheren Tod durch die Mähmaschinen bewahrt werden. Das Projekt war nach zwei Jahren beendet. Das Fazit lautete: Die Methode ist zwar zuverlässig, aber der Aufwand relativ hoch.

Nichtsdestotrotz bestand erhebliches Potenzial für eine Weiterentwicklung. Aus diesem Grund nahm sich die Repla Espace Solothurn der Sache an, wie sie an einer Veranstaltung im Gasthof Kreuz in Mühledorf informierte. Sie machte sich in einer zweiten Pilotphase zum Ziel, den Ablauf zu vereinfachen, die Administrationskosten zu senken sowie die Flächenleistung der Piloten zu steigern. Gerade Letzteres sei besonders wichtig, da für das Auffinden der Rehkitze nur ein relativ kurzes Zeitfenster am Morgen zur Verfügung steht, bevor die Mäharbeiten beginnen müssen.

2018 waren die Piloten 70 Stunden auf einer Fläche von 150 Hektaren im Einsatz. Dabei konnten 33 Rehkitze gefunden werden. Die Kosten für die Piloten beliefen sich auf 2465 Franken. «Das ist keine riesige Summe für das wirkungsvolle Auffinden der Kitze», sagte Meyer. Im letzten Jahr konnte die abgeflogene Fläche auf 370 Hektaren ausgeweitet und die Anzahl Pilotenstunden verdoppelt werden. Ausserdem wurde das Suchgebiet auf das Wasseramt und den Leberberg ausgedehnt. In der Folge konnte die Anzahl geretteten Kitzes auf 41 gesteigert werden. Für den weiteren Verlauf des Projektes sieht der Plan gemäss Meyer wie folgt aus: Im Bucheggberg wie gehabt, im Wasseramt soll das Ganze noch ein wenig mehr propagiert werden und im Gebiet des oberen Leberbergs sollen zusätzlich neue Gebiete hinzukommen.

Halbzeit für die Repla-Vernetzungsprojekte

Im Jahre 2016 ist die Repla Espace Solothurn mit ihren Vernetzungsprojekten in die zweite Programmperiode gestartet. Diese sind für eine Dauer von acht Jahren ausgelegt und haben nun Halbzeit erreicht. Da es an den Massnahmen selber nur wenig Änderungen gibt, hat die Repla-Kommission Landschaftsqualität und Vernetzung beschlossen, die Informationsveranstaltungen in diesem Jahr dezentral durchzuführen. Am Donnerstagabend fand diese für den Bezirk Bucheggberg im gut gefüllten «Kreuz».

Bei der Wirkungskontrolle etwa wurde festgestellt, dass eine sachgerechte Heckenpflege wichtig ist. Das bedeutet beispielsweise, dass Dornensträucher gefördert werden sollen, um die Vogelart Neuntöter zu begünstigen, der aktuell einen eher schwierigen Stand hat. Ebenfalls positiv hervorgehoben wird das Schaffen von Strukturelementen. «Wenn ihr an einer Hecke oder einem Randbereich einen Stein- oder Asthaufen anlegt, helft ihr dadurch, Reptilien und Wiesel zu fördern», erklärte der Biologe Martin Huber den anwesenden Bauern.

Besonders im Fokus stehen auch die sogenannten Rückzugsstreifen. Durch das Anlegen von diesen wird das Insektenangebot begünstigt, was wiederum auch den Vögeln zugutekommt. Die Rückzugsstreifen sind zudem Bestandteil der Anpassung an den Fördermassnahmen. So dürfen diese beim ersten Schnitt auf Verordnung des Amtes nicht mehr an den Feldrändern angelegt werden, sondern müssen im Innern der Fläche liegen. Ausserdem darf die Lage des Rückzugsstreifens erst gewechselt werden, wenn die gemähte Fläche auf die doppelte Fausthöhe hoch nachgewachsen ist. Weiter ist geregelt, dass auf 20 Bäume mindestens ein Nistkasten kommen muss.

159 Kontrollen, die meisten mit positiven Befunden

Insgesamt sind 2019 im Bereich Landschaftsqualität und Vernetzung im Kanton Solothurn 159 Kontrollen durchgeführt worden. Vereinzelt sind dabei kleinere Mängel aufgetreten. Bei der Vernetzung entfielen einzelne Defizite auf die Buntbrachen, Rückzugsstreifen sowie das Anlegen von Strukturen. Bei der Landschaftsqualität wiederum lagen die Mängel primär bei den standortgerechten Einzelbäumen, die nicht richtig erfasst worden sind. «Es ist aber nicht so, dass wir irgendwo ein schwerwiegendes Problem gehabt hätten», sagte Bruno Meyer, Präsident Kommission.

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