Beim Schloss Waldegg wurde über Ostern eine eindeutig von Hunden zerfleischte tote Rehgeiss gefunden, schreibt in einer Mitteilung Ruedi Gfeller aus Langendorf. Er ist Jagdaufseher im Revier Waldegg und musste das tote Tier entsorgen. «Ich habe die Mitteilung verfasst, weil aktuell für die nächsten vier Monate die absolute Leinenpflicht im Wald gilt, und ich darauf aufmerksam machen will», erklärt Gfeller.

Hunderisse seien ein Problem. «Wenn Hunde nicht unbeaufsichtigt streunen gelassen würden und vor allem im Wald und in der näheren Umgebung angeleint wären, könnten solche Tragödien verhindert werden.» Die tote Rehgeiss sei von mehreren Hunden angefressen worden.

Erneut von Hunden gerissenes Reh gefunden

Erneut von Hunden gerissenes Reh gefunden

Kurt Altermatt, Präsident des Solothurner Jägerverbandes, ist wütend. Besonders da mit der geltenden Leinenpflicht solche Fälle zu verhindern seien.

Jetzt seien die Rehgeissen trächtig. Die Rehkitze würden bald auch den Wald verlassen und in den Wiesen 50 bis 100 Meter vom Wald entfernt grasen. Gfeller bedauert es deshalb sehr, dass die Leinenpflicht nicht auch in einem Abstand bis zu 100 Meter vom Wald eingeführt wurde. «Das wurde im Kantonsrat leider abgelehnt.»

Auch Arnold Netzer, Jagdaufseher Stadt Solothurn, bestätigt, dass Hunderisse ein grosses Problem seien. «Es ist eine Schweinerei. Wenn trächtige Rehgeissen gerissen werden, sterben manchmal mit einem Riss mehrere Tiere.»

Er sei deshalb froh, dass nun April bis und mit Juli Leinenpflicht herrsche. Leinenpflicht gilt im Übrigen auch in der Witischutzzone.

Mark Struch, Abteilung Jagd und Fischerei Kanton Solothurn, weiss von 17 Hunderissen im Jahr 2017. Ein Jahr zuvor waren es 21. Die Statistik zeigt eine Abnahme in den letzten Jahren. (uby)