Region
Cordonbleu in Herzform und andere Valentinstag-Menüs zum Mitnehmen

In der regionalen Gastrobranche gibt es überzeugende Angebote trotz Betriebsschliessungen. Beispiele aus Biberist, Günsberg, Kriegstetten, Lüsslingen-Nennigkofen und Messen.

Gundi Klemm
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Valentinstag-Menü: Cordonbleu in Herzform.

Valentinstag-Menü: Cordonbleu in Herzform.

Hanspeter Bärtschi

Die Telefonate mit Wirtinnen und Wirten, die nach dem Zufallsprinzip ausgesucht waren, sind ein wirklicher Aufsteller. Obwohl bekanntlich alle Betriebe in der Gastronomie unter grossen Umsatzeinbussen bis hin zu Existenzängsten zu leiden haben, war in keinem Gespräch Wehklagen zu hören.

Auf die Frage, wie es ihnen gehe, antwortete etwa Suzanna Wüthrich vom Restaurant Hirschen in Günsberg einfach mit: «Wunderbar. Wir können durch unser Takeaway und dem Valentinstag-Menü arbeiten, haben Kontakt zu Stamm- und Neugästen und erhalten ausserordentlich positive Resonanz und vor allem Solidarität.»

Zuzana und Stephan Wüthrich in der Küche im «Hirschen» Günsberg.

Zuzana und Stephan Wüthrich in der Küche im «Hirschen» Günsberg.

Hanspeter Bärtschi

Das bestätigt auch Markus Krell, Eigentümer der «Gasthof Enge AG» in Biberist. Sein Lokal, das mit den entsprechenden Hygienekonzepten auch die Übernachtungsgäste im angegliederten Hotel verpflegt, habe sich schon unter dem ersten Lockdown im letzten Jahr mit Ausser-Haus-Angeboten einen guten Namen gemacht. Davon profitiere man jetzt mit bis zu 45 Mittagsmenüs zum Abholen oder sogar in Heimlieferung. «Und kein Gast spart mit Dank», so Krell, der wie alle Befragten die Arbeitsplätze im Haus sichern möchte.

Verschiedene «Päckli» werden angeboten

Wie innovativ jetzt in der Coronakrise gute Ideen Gestalt angenommen haben, ist im Romantik-Hotel-Restaurant Sternen in Kriegstetten abzulesen. Neben dem Takeaway entwickelten die Gastgeberfamilie Bohren und das «Sternen»-Team verschiedene Packages für ihren Betrieb, die auch ein Übernachtungs-«Break-out» am Valentinswochenende und weitere «Corona-Timeouts» beinhalten.

Dazu werden liebevoll zusammengestellte Brunch-Taschen und das Valentinstags-Festessen angeboten. «Sich verwöhnen lassen in schöner Atmosphäre hilft die Krisenzeit besser zu ertragen», wünscht Wirt Christoph Bohren seinen Hotelgästen, die auch gastronomisch erlesen begleitet werden.

Allen Befragten ist bewusst, dass man die Erwartungen bezüglich der Einkommenssituation sehr zurückschrauben müsse.

«Aber wir machen das alles, betreiben gerne diesen erheblichen Aufwand, um den finanziellen Schaden wenigstens etwas in Grenzen zu halten»

, lautet die einhellige Meinung.

«Mir choche-Dir gniesset»

Eine wahre Fundgrube, bei deren Lektüre schon das Wasser im Mund zusammenläuft, sind die ansprechend aufgemachten Homepages aller Betriebe. Hier gelingt ein Einstieg in das Online-Geschäftsmodell.

Der Blick auf die Website des Restaurant Bellevue in Lüsslingen-Nennigkofen zeigt neben den köstlichen Menüvorschlägen, was die Kundschaft an Gastlichkeit und Veranstaltungen in den letzten Monaten pandemiebedingt verpasst hat. «Die jetzt verschobenen Treffpunkte von Kultur und feinem Essen werden baldmöglichst nachgeholt», sichert Anton Meister zu, der gemeinsam mit Stefan Huber den Landgasthof führt. Mit «Mir choche-Dir gniesset» wirbt das «Bellevue» für verlockende Alltags- und Festtagsessen, die wie in allen Restaurants zu definierten Abholzeiten erhältlich sind.

Riesengrossen Erfolg verzeichnete das Wirtepaar Manuela und Sebastian Graber vom Traditionshaus «Löwen» in Messen, dessen vorbereitete «Valentins-Box» bereits ausverkauft ist.

Laut Wirtin war die Promotionsaktion in Begleitung von drei Lernenden am Bahnhof Solothurn ein wichtiger Schritt. Insgesamt konnten 100 Boxen verkauft werden. Bis in der Kalenderwoche Acht das dortige Takeaway-Angebot wieder erhältlich ist, tröstet der «Löwen» sein Publikum mit einem Online-Kochkurs zum Thema «Alpen-Sushi». Dazu erhältlich und bestellbar ist eine Box mit regionalen Produkten.

Valentinstag

Ein Diner mit und für die Liebe

Seit dem Zweiten Weltkrieg fassen Feiern und Geschenke rund um den Valentinstag in Europa immer mehr Fuss. Als Fest der Liebenden, die sich ihrer Liebe versichern, geht dieser Tag vermutlich auf Valentin, einen römischen Märtyrer, zurück. Da sich in früheren Jahren Ehe- und Liebespaare mit einem festlichen Diner in angesagten Restaurants beglückten, widmet sich die Gastrobranche diesmal wegen ihrer durch Corona geschlossenen Häuser dem Festessen für Zuhause und geht dabei fantasievoll zu Werke. Online und telefonisch kann man die vorgeschlagenen, teils speziell aphrodisierend wirkenden Speisefolgen als Mehrgänger buchen, die Gaumen und Gemüt entzücken. Dazu bestellt werden können edle, zu den Gerichten passende Weine. Auf den jeweiligen Homepages sind die Bestelltermine ersichtlich. Und auch das vorher vereinbarte Abholen geht speditiv über die Bühne. Alle Gerichte sind fertig zubereitet und bedürfen allenfalls, wenn der Weg nach Hause länger ist, eines kurzen Aufwärmens vor dem Anrichten, wie es die Köche vorschlagen. Im «Cordon-bleu-Paradies» im Restaurant Hirschen in Günsberg ist neben einer Variation von Beilagen mit bereits Gebratenem einzig das Fleischstück nature zum Anbraten in der häuslichen Pfanne vorbereitet.

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